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Sportbuzzer Achter schönt die Bilanz der deutschen Ruderer
Sportbuzzer Achter schönt die Bilanz der deutschen Ruderer
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21:00 07.11.2010
Der Deutschland-Achter war am Sonntag bei der Ruder-WM nicht zu schlagen.
Der Deutschland-Achter war am Sonntag bei der Ruder-WM nicht zu schlagen. Quelle: dpa
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Achter gut, alles gut. Auf diesen einfachen Nenner könnte die Weltmeisterschafts-Bilanz des Deutschen Ruderverbandes (DRV) gebracht werden. Das Flaggschiff wurde im letzten Rennen der Titelkämpfe in Neuseeland seiner Favoritenrolle gerecht und holte zudem die einzige Goldmedaille für den DRV in den olympischen Bootsklassen. Die übrigen vier Siege auf dem Lake Karapiro wurden in Wettbewerben gefeiert, die nicht auf dem Programm der Sommerspiele stehen.

„Das war ein phantastisches Rennen – reif für das Lehrbuch“, schwärmte Cheftrainer Hartmut Buschbacher über den Auftritt des Deutschland-Achters. Großbritannien als Zweiter und die drittplatzierten Australier hatten keine Chance gegen die seit zwei Jahren ungeschlagene Crew um Schlagmann Sebastian Schmidt (Mainz). Ein Missgeschick passierte nur Steuermann Martin Sauer (Berlin) unmittelbar nach dem Zieleinlauf. Er ging vorzeitig baden, kündigte aber, nachdem er wieder festen Boden unter den Füßen hatte, weitere Großtaten an. „Zu einer Ära gehören mehr als zwei gute Jahre. Mindestens ein ganzer Olympiazyklus, wenn es geht sogar noch mehr“, sagte Sauer.

Ähnlich wie der Steuermann blickte auch Ralf Holtmeyer in der Stunde des Triumphs bereits Richtung London 2012. „Wir sollten bescheiden bleiben und dürfen uns auf diesem Sieg nicht ausruhen. Schon jetzt beginnt die Vorbereitung für die Olympischen Spiele“, sagte der Achtercoach, der das Großboot nach der Havarie von Peking zurück auf Erfolgskurs geführt hat.

Der Erfolg des Achters sorgte in der Verbandsführung für große Erleichterung. Denn ohne dessen Parforceritt wäre der DRV in der 48-jährigen WM-Geschichte zum zweiten Mal ohne Gold in den olympischen Wettkampfklassen geblieben. Neben dem Achter gewannen nur der leichte Frauen-Doppelzweier als Zweiter und der Frauen-Doppelvierer als Dritter Edelmetall. „Die Bilanz in den olympischen Klassen entspricht nicht ganz unseren Vorstellungen“, kommentierte Buschbacher.

Vor allem an den letzten beiden Finaltagen platzten die Medaillenträume im Minutentakt. So kamen die Titelverteidiger Eric Knittel (Berlin) und Stephan Krüger (Rostock) im Doppelzweier nach einer Saison mit gesundheitlichen Rückschlägen nicht über einen 6. Rang hinaus. Auch der leichte Vierer ohne Steuermann scheiterte als Vierter beim Versuch, den WM-Sieg des Vorjahres zu wiederholen.

Ungleich besser fiel die Ausbeute in den nichtolympischen Klassen aus. Gold ging an Marie-Louise Dräger (Rostock) im leichten Einer, den leichten Männer-Achter und an die beiden leichten Doppelvierer. Der Zweier mit Steuermann gewann Bronze. „Die Ansätze stimmen uns optimistisch für die nächsten zwei Jahre“, sagte Buschbacher.

dpa