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Sportbuzzer Ahrens kehrt als Doppelweltmeisterin zurück
Sportbuzzer Ahrens kehrt als Doppelweltmeisterin zurück
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22:01 28.08.2012
Von Jörg Grußendorf
„Wichtig war der Mannschaftserfolg“: Lisette Ahrens (2. v. l.) freut sich mit (von links) Britta Knaup, Nadine Kraft und Charlotte Rehborn über Teamgold bei den Studenten-Weltmeisterschaften in Aachen. Quelle: Frey
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Hannover

Für Reiter ist die Aachener Soers so etwas wie das Wembley-Stadion für Fußballer. Sozusagen das Mekka ihrer Sportart. Lisette Ahrens war deshalb auch mächtig stolz, auf dem wohl berühmtesten und schönsten Turniergelände der Welt starten zu können. Dass sie dort derart abräumen und gar als Doppelweltmeisterin nach Hannover zurückkehren würde, davon hatte die 25-Jährige nicht einmal zu träumen gewagt. Ahrens sorgte bei den Studierendenweltmeisterschaften dafür, dass es am Ende der Titelkämpfe so war, wie noch vor einigen Jahren bei den Profireitern: Viele starten, aber Deutschland holt die Medaillen. „Wichtig war der Mannschaftserfolg“, sagte sie, „die Einzelmedaillen sind das i-Tüpfelchen.“

Zwei Goldmedaillen - sowohl mit der Mannschaft als auch in der Einzelwertung der kombinierten Wertung aus Dressur und Springen - und einmal Bronze (Dressur) sammelte sie bei der Heim-WM. „Ich hatte definitiv das nötige Glück auf meiner Seite“, sagte Ahrens strahlend. Glück mag auch dabei gewesen sein, doch um so erfolgreich zu sein, dazu gehört eine Menge reiterliches Können. Erschwerend hinzu kam dabei noch, dass Studentenreiter nicht mit eigenen Pferden zu den Meisterschaften reisen, sondern diese vom Veranstalter gestellt bekommen. Jeder Reiter hat vor dem Beginn der Konkurrenz nur fünf Minuten Zeit, das neue Pferd kennenzulernen - und vor jeder Prüfung wird ein neuer Vierbeiner zugelost. Dazu muss man außerordentlich feinfühlig sein, und „man muss sich blitzschnell auf die Besonderheiten des jeweiligen Pferdes einstellen“, sagt Ahrens.

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Die Umstellung fällt ihr nicht schwer. Von Kindesbeinen an hat sie einen besonderen Zugang zu Pferden. „Meine Familie sagt immer scherzhaft, dass ich auf dem Pferderücken geboren bin“, erzählt die 25-Jährige, die aus Wennigsen stammt und für den RFV Vörie startet. Ihr erstes Turnier hat sie bereits im Alter von drei Jahren bestritten, bei einem Führzügelwettbewerb. Seitdem ist sie an vielen Wochenenden unterwegs auf irgendwelchen Reitplätzen. Mit riesigem Erfolg. Ahrens nahm schon an den Vielseitigkeits-Europameisterschaften der Jungen Reiter in Schweden teil, bei den deutschen Jugendmeisterschaften war sie von 1999 bis 2005 durchgehend vertreten. Bei den deutschen Hochschulmeisterschaften 2010 holte sie gar drei Titel.

Doch hinter diesen Erfolgen verbirgt sich außer der Liebe zu den Tieren auch knallharte Arbeit. In der vorlesungsfreien Zeit bewegt Ahrens ihre drei Pferde täglich. Und während des Semesters nutzt sie jede Gelegenheit, von Göttingen, wo sie Agrarwissenschaften studiert und demnächst ihren Masterabschluss macht, nach Lemmie zu fahren, wo ihre Pferde untergebracht sind. Dazu erfährt sie jede erdenkliche Hilfe durch ihre reitsportverrückte Familie. „Sie sind mit dem Pferdevirus befallen“, sagt sie. Genauso wie sie selbst.

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