Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportbuzzer Alexander Bley wird gar nichts hören
Sportbuzzer Alexander Bley wird gar nichts hören
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:08 20.07.2017
Alexander Bley ist auf Medaillenjagd. Für den Studenten aus Osterwald beginnen am Sonntag die Wettkämpfe im türkischen Samsun. Quelle: privat
Leichtathletik

Der olympische Gedanke ist dreigeteilt. Nach den Spielen vom vergangenen Jahr in Rio de Janeiro und den Paralympics der Behindertensportler an gleicher Stelle geht es, stets ein Jahr später, bei den Deaflympics, den Spielen der Gehörlosen, ebenfalls um olympische Medaillen. Und genau diese sind das Ziel für Alexander Bley aus Osterwald. „Die Deaflympics gibt es sogar schon länger als die Paralympics“, sagt Bley.

Am Sonntag beginnen auch für ihn im türkischen Samsun an der Schwarzmeerküste diese Spiele, bei der 2700 Sportler aus 83 Nationen nicht nur in der Leichtathletik dabei sind. Sein Metier sind aber die Läufe. Über 1500 und 800 Meter geht Bley an den Start – und hat ein Ziel. „Ich will eine Medaille holen“, betont der Maschinenbau-Student, der für dieses Ziel sein Studium in Hannover etwas gestreckt hat.

Dabei geht es ihm nicht nur um das erträumte Edelmetall. Denn egal, welche Farbe dieses hat, Silber gibt es dazu. Alle olympischen Medaillengewinner, egal, ob bei den Behinderten, den Gehörlosen oder Nicht-Behinderten, bekommen aus der Hand des Bundespräsidenten das Silberne Lorbeerblatt, die höchste deutsche Auszeichnung im Sport. „Und so ein Besuch im Schloss Bellevue wäre schon cool – eine hohe Motivation für mich“, kommentiert Bley.

Es geht mit 1500 Metern los

Seine erste Chance hat der Osterwalder auf der 1500-Meter-Strecke. Sonntag der Vorlauf, Montag das Finale – so lautet der Plan. Dass die Form dafür stimmt, hat Bley erst vergangene Woche unter Beweis gestellt. Im baden-württembergischen Schorndorf lief er die Meile (1609 m) in 4:12,17 Minuten. „Das war Weltrekord im Bereich der Gehörlosen. Der alte Rekord bestand seit 1979“, sagt Bley nicht ohne Stolz. Seine 1500-Meter-Durchgangszeit von 3:54 Minuten nährten Bleys Hoffnungen. „Für Gold muss ich aber um 3:50 Minuten laufen – und mich gegen die Hauptrivalen aus Kenia durchsetzen“, kennt Bley, seit dem vergangenen Jahr immerhin amtierender Vize-Weltmeister auf dieser Strecke, seine Rivalen.

Auf sich allein gestellt

Der Lauf bei den Deaflympics bedeutet aber eine Umstellung. Bei seinen Rennen in der Leichtathletik-Szene kann er durch sein Implantat hören. „Bei den Deaflympics müssen alle Hörhilfen ausgeschaltet und alle Hilfsmittel abgegeben werden. Dann höre ich gar nichts mehr“, sagt Bley. Und ein Rennen, bei dem man seine eigenen Schritte, den Atem der hinter einem laufenden Gegner und auch die Anfeuerung oder Anweisungen der Trainer nicht hört, sei schon etwas anderes. „Da ist man komplett auf sich allein gestellt. Auch ein Rennen von vorn zu laufen, ist schwieriger, weil man eben nicht hört, was hinter einem passiert“, weiß Bley aus Erfahrung.

Diese begann er vor vier Jahren zu sammeln, als er in Bulgarien erstmals bei den Deaflympics in Sofia am Start war. Seitdem hat sich aber nicht nur seine Leistungsstärke verbessert. „Auch der Stellenwert der Deaflympics ist höher geworden. In der Türkei haben sie beispielsweise sehr viel investiert, neue Stadien gebaut. Das wird schon ein Erlebnis“, ist sich Bley sicher – trotz aller politischen Querelen. „Meine Mutter hat zwar Bedenken, aber ich fokussiere mich nur aufs Laufen. Und es hat auch keine der 83 Nationen die Teilnahme an den Spielen abgesagt.“

Im Bereich des Weltrekords

Nach einem Tag Pause am Dienstag stehen die Rennen über 800 Meter an. Vorlauf, Halbfinale und Finale – so soll es an den drei Tagen ab Mittwoch weitergehen. „Das ist schon ein hartes Programm. Nur im Vorlauf dürfte es noch einfach sein weiterzukommen. Dann muss ich alles geben. Für Gold muss man im Finale sicher an die 1:50 Minuten heran laufen“, mutmaßt Bley. Doch auch das sind Regionen, in die Bley schon vorgestoßen ist. Zwei Tage nach seinem Weltrekord über die Meile lief er in Minden die 800 Meter in 1:53 Minuten. „Nach meinem Trainingslager in Davos bin ich mental und körperlich fit.“ Die Mission Gold, oder zumindest Silber oder Bronze, kann beginnen.

Von Matthias Abromeit

Sportbuzzer Test verloren, Pollersbeck patzt - Spott nach HSV-Blamage gegen Holstein Kiel

Das fängt ja gut an: Der Hamburger SV hat im dritten Testspiel der Saisonvorbereitung gegen Holstein Kiel eine 3:5-Niederlage kassiert. Die Spieler ärgern sich, die Fans im Netz spotten, Trainer Markus Gisdol nimmt seine Mannschaft allerdings in Schutz.

20.07.2017

Beim SV Odin bekämpfen sich Sportler mit Ketten, Kugeln, Schilden und Stäben. Und sie

haben jede Menge Spaß bei dieser neuen Mannschaftssportart.

20.07.2017

Nicht nur in Hannover geht der Rennverein mit der Zeit. Auch am Traditionsstandort Bad Harzburg am Harz werden während der 138. Rennwoche nicht nur zahlreiche Wettkämpfe auf dem Geläuf ausgetragen, es gibt auch ein buntes Rahmenprogramm rund um die Rennbahn – mit einem Open-Air-Konzert am 25. Juli unter dem Motto „Galopp meets Pop“.

Carsten Schmidt 19.07.2017