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Sportbuzzer Am Freitag beginnt für die deutschen Handballer die WM
Sportbuzzer Am Freitag beginnt für die deutschen Handballer die WM
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22:20 12.01.2011
Von Norbert Fettback
Auf viele Tore und gute Anspiele von Holger Glandorf, hier in Aktion bei der WM-Generalprobe gegen Island, hofft die deutsche Mannschaft auch in Schweden. Quelle: dpa
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Optimisten trauen den Deutschen sogar den Einzug ins Finale zu; es gibt aber auch warnende Stimmen, dass schon nach der Vorrunde Endstation sein könnte.

Zu durchwachsen und gar nicht mehr weltmeisterlich wie vor vier Jahren war das, was die Auswahl des Deutschen Handballbundes in den vergangenen Wochen und Monaten ablieferte. Erst jüngst war sie in zwei Testspielen gegen Island ohne rechte Chance, und um überhaupt bei der WM dabei sein zu können, bedurfte es für den EM-Zehnten von 2010 des Umwegs über die Qualifikation gegen Griechenland. „Mit uns rechnet keiner“, lautet die Ansage von Kapitän Pascal Hens vor dem Auftaktspiel gegen das vom Deutschen Jörn-Uwe Lommel trainierte Team aus Ägypten.

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Deutschland im Jahr 2011 ein Handball-Nobody? Eine sportliche Großmacht ist die Mannschaft seit den goldenen Tagen von Köln 2007 in der Tat nicht mehr, was sich darin widerspiegelt, dass es jetzt erklärtes Ziel ist, zumindest Siebter zu werden, um so das Ticket für die Olympischen Spiele in London 2012 buchen zu können.

Schon die Vorrunde veranschaulicht, wie schwer der Weg sein wird. Mit Frankreich, Champion von 2009 und im Jahr darauf Europameister, gehört der Topfavorit auf den Titel zu den fünf Gruppengegnern; auch Spanien und Afrikameister Tunesien sind alles andere als Sparringspartner. Brand selbst spricht, die Auftaktpartie eingerechnet, von „vier Endspielen in der Vorrunde“. Dass die jeweiligen Resultate auch für die Hauptrunde zählen, macht die Sache noch komplizierter. Torwart Johannes Bitter hält einen Sieg gegen einen „Großen“ in den ersten Spielen für zwingend notwendig. „Dann hat man die Chance zum Weiterkommen“, sagt der Hamburger. Alles andere, das muss Bitter nicht betonen, wäre eine ziemliche Blamage.

Zum deutschen Kader gehören noch zehn Weltmeister von 2007; mit Linksaußen Torsten Jansen hat Brand zuletzt einen weiteren Helden jener Tage aus seinem Aufgebot gestrichen und sich damit einige Kritik eingehandelt. Den Vorzug haben mit Uwe Gensheimer und Dominik Klein zwei Jüngere erhalten, die im Vergleich zu Jansen deutliche Defizite in der Abwehr haben. Andererseits ist der Bundestrainer in der glücklichen Lage, dass er auf keinen Spieler aus Verletzungsgründen verzichten muss; auch der erst im Dezember am Knie operierte Holger Glandorf hat sich zurückgemeldet.

Dennoch könnte ausgerechnet der Rückraum diesmal die Achillesferse der Deutschen sein. Wie Glandorf musste auch Michael Kraus lange pausieren, Hens war in der Liga beim HSV Hamburg nur zweite Wahl nach Blazenko Lackovic, einem Kroaten. So sind wieder die bekannten deutschen Tugenden gefragt: Kampfkraft und Begeisterungsfähigkeit.

Es dürften spannende Tage werden in Schweden.