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Sportbuzzer Anonymous droht Formel-1-Boss Ecclestone
Sportbuzzer Anonymous droht Formel-1-Boss Ecclestone
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16:50 16.04.2013
Foto: Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone steht wegen des Rennens in Bahrain in der Kritik.
Formel-1-Chefvermarkter Bernie Ecclestone steht wegen des Rennens in Bahrain in der Kritik. Quelle: dpa
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Manama/Berlin

Die Formel 1 zieht sich mit ihrem Bahrain-Kurs erneut den Zorn von Menschenrechtlern zu. Unmittelbar vor dem Großen Preis in dem Inselstaat im Persischen Golf wird die Kritik an der Königsklasse und ihrem Chefvermarkter Bernie Ecclestone wieder schärfer. Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International wirft dem 82 Jahre alten Milliardär und Verhandlungspartner der Königsfamilie Egoismus vor.

Die Netzaktivisten der Anonymous-Bewegung forderten Ecclestone mit martialischen Worten auf: "Sag Dein Blutrennen jetzt ab!" So wie vor zwei Jahren, als das Rennen zwei Mal angesetzt war, aber wegen der blutigen Unruhen mit mehreren Toten nicht stattfand.In der vergangenen Saison zogen Ecclestone, der bislang von Problemen in dem Land wenig wissen wollte, und die Veranstalter das Rennen durch, auch damals hagelte es Proteste.

Ecclestone rechnet nicht mit Attacken auf Formel-1-Personal

Anonymous-Mitglieder hatten vor zwölf Monaten die offizielle Formel-1-Homepage gehackt und dort die "Operation Bahrain" ausgerufen. "Wir werden euch aus dem World Wide Web entfernen", hieß es am Dienstag in einem Video, das auf der Plattform "vimeo" veröffentlicht wurde.

Der vierte Saisonlauf findet an diesem Sonntag in der Wüste von Sakhir in Bahrain statt. Ecclestone, der mit seiner gewinn- und prestigeträchtigen Formel 1 auch schon zu Apartheid-Zeiten in Südafrika antrat oder den chinesischen Markt für sich und die ebenso interessierten Hersteller entdeckte und eroberte, rechnet zumindest nicht mit Attacken von Oppositionellen in Bahrain auf das Formel-1-Personal.

Regierungin Bahrain liefert weiteren Zündstoff

"Ich denke nicht, dass die Leute, die um ihre Position streiten, schlechte Menschen sind, und ich denke nicht, dass sie versuchen werden, Formel-1-Leute zu verletzen, um auf ihre Sache aufmerksam zu machen", wurde Ecclestone am Dienstag von der britischen Zeitung "Daily Mirror" zitiert. "Im vergangenen Jahr habe ich mit Leuten gesprochen aus den Reihen der Protestler und ich habe mit den Leuten aus der Regierung gesprochen, mit der wir verhandeln", sagte Ecclestone der britischen Zeitung: "Und es war wirklich schwer zu entscheiden, wer Recht hat und wer nicht." Er kündigte an, dass er erneut mit Demonstranten sprechen würde.

Mitten in der Diskussion um Menschenrechte lieferte nun aber die Regierung weiteren Zündstoff und befürwortete Vorschläge, bei Beleidigungen des Königs oder nationaler Symbole Haftstrafen von bis zu fünf Jahren auszusprechen.

"Es gibt täglich Straßenschlachten"

Nach Ansicht der Golfstaaten-Expertin von Amnesty International, Regina Spöttl, kann von Ruhe auf den Straßen in Bahrain mit der Hauptstadt Manama auch kaum die Rede sein. "Es gibt täglich Straßenschlachten zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften, die Aufstände werden gewaltsam niedergeschlagen", sagte sie "welt.de".

Erst am Sonntag hatte es eine Serie von Explosionen gegeben. Am Tag darauf versicherte Regierungssprecherin Samira Rajab, "alle notwendigen Sicherheitsmaßnahmen" würden ergriffen. Die Proteste der schiitischen Bevölkerungsmehrheit des Landes richten sich gegen das sunnitische Königshaus. Die Opposition fordert Reformen und die Freilassung von politischen Gefangenen.

dpa

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