Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportbuzzer Anthony Slack: „Finde deinen eigenen Stil, und du hast Erfolg“
Sportbuzzer Anthony Slack: „Finde deinen eigenen Stil, und du hast Erfolg“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:54 12.11.2009
Showeinlage von „Slack Attack“: Anthony Slack tanzt vor seinen Mitspielern vom UBC Hannover Tigers. Quelle: Florian Petrow
Anzeige

Herr Slack, in Hannover kennt man Sie nur unter „Slack Attack“. Wie sind Sie eigentlich zu diesem Spitznamen gekommen?
Ich habe ihn im Junior College bekommen, als ich dort das erste Mal gespielt habe und dort meine Blocks gezeigt habe. So entstand irgendwann der Name. „Slack Attack“ ist wirklich ein guter Spitzname, denn er lässt sich von den Fans gut als Anfeuerung schreien.

Gleich in Ihrem ersten Spiel gegen 
Freiburg haben Sie die Zuschauer zu Beigeisterungsstürmen hingerissen. War das eine perfekte Show von Ihnen?
Es war das erste Spiel von mir und gleichzeitig eine relativ enge Partie. Ich würde also nicht sagen, dass es eine perfekte Show von mir war – aber eine gute.

Anzeige

Was ist dann im zweiten Spiel in Essen passiert, bei dem Sie nur zwei Punkte gemacht haben und irgendwie neben der Spur waren. Waren Sie übermotiviert?
Das war eines der schlechtesten Spiele meiner Karriere. Ich war ein bisschen zu aggressiv und aufgedreht. Dadurch habe ich früh viele Fouls gegen mich bekommen und musste dementsprechend auch frühzeitig zuschauen.

Ihr Coach Mahmut Ataman meinte, dass 
es noch ungefähr einen Monat dauern wird, bis Sie körperlich vollständig auf 
der Höhe sind. Wann bekommt Hannover 100 Prozent von „Slack Attack“ zu sehen?
Schon bald wird man 100 Prozent von mir sehen. Auf dem Court gebe ich aber sowieso immer 100 Prozent. Erzählen Sie bloß niemandem, dass ich nicht 100 Prozent gegeben hätte. Ich benötige keine Ausreden!

Sie sind jetzt ein paar Wochen in
Hannover. Was hat Sie hier am
meisten beeindruckt?
Was ich hier besonders mag, ist, dass alle Englisch können. Das ist natürlich sehr gut für mich. Ich war ja im vergangenen Jahr in der Ukraine, und da hat fast überhaupt keiner Englisch gesprochen. Hier habe ich eigentlich überhaupt keine Probleme, vielleicht abgesehen von der Tatsache, dass es im deutschen Winter sehr kalt wird. Das mag ich überhaupt nicht. Sie sind in New Orleans geboren, einer Stadt, die für ihre Neigung zur Jazz Music berühmt geworden ist.

Hören Sie selbst auch Jazz oder lieber Rapmusik?
Ich liebe alle Arten von Musik. Ich mag sogar die deutsche Musik. Wenn ich zu Hause bin, dann höre ich gerne Jazz, vor den Spielen stimme ich mich oft mit ein paar Rapsongs ein. Dabei mag ich aufgrund meiner Herkunft natürlich vor allem den sogenannten Dirty-South-Style wie Lil’Wayne oder Ludacris, höre aber auch immer wieder gerne alte Songs von 2PAC.

New Orleans ist nicht nur als Musikstadt bekannt, sondern erlangte auch durch den Hurrikan Katrina traurige Berühmtheit...
Das war die schlimmste Zeit meines Lebens. Ich habe viele Freunde verloren, meine Familie hat fast alles verloren. Sie war ein halbes Jahr lang Vertriebene und konnte nicht zurück in die Stadt. Das ist alles eine ganz eigene, traurige und lange Geschichte. Es war wirklich sehr hart.

Haben Sie Heimweh?
Nein, Heimweh habe ich nicht, das Einzige, was ich wirklich vermisse, ist, mit meiner zweijährigen Tochter zu sprechen. Das ist das Einzige, was ich an meinem Beruf als Basketballprofi nicht mag. Aber ich spiele Basketball, um meine Tochter zu unterstützen. Und ihre Mutter, mit der ich nicht mehr zusammen bin, kümmert sich um all die Sachen, um die ich mich nicht kümmern kann.

Wer war in Ihrer Jugend Ihr 
Basketballvorbild? Michael Jordan?
Jeder liebt Michael Jordan, aber ein ehemaliger Spieler aus meiner Heimatstadt hat mir immer gesagt: Versuche nicht, ihn oder andere zu imitieren. Finde deinen eigenen Stil, und du wirst Erfolg haben!

Interview: Kay Sieken

Emotionsgeladenes Derby in der AWD-Hall

Schon seit Wochen freuen sich die Fans, Spieler und Verantwortlichen der UBC Hannover Tigers auf die Begegnung gegen Osnabrück, die am Sonntag steigt – Beginn in der AWD-Hall ist um 16 Uhr. Die Partie der 2. Liga Pro A ist ein emotionsgeladenes Derby, das schon seit Wochen das Gesprächsthema Nummer 1 unter Basketballbegeisterten ist. Nach den bisherigen Spielen des UBC pflegten die Tigers-Fans nach den Ergebnissen des Rivalen Rivale aus Osnabrück zu schauen. Niederlagen der GiroLive-Ballers wurden dabei fast ebenso laut gefeiert wie Siege der eigenen Mannschaft.

UBC-Trainer Mahmut Ataman, der zwar erst seit dieser Saison in Amt und Würden ist, weiß als Gründungsmitglied des Klubs um die Brisanz des Basketballduells. „Es gab in der Vergangenheit bereits hitzige Duelle, und unsere Fans wurden in Osnabrück nicht immer nett behandelt. Das bringt Dynamit in dieses Spiel“, sagt der Coach Es ist also auch eine Frage der Ehre am Sonntag, gegen den Konkurrenten die Oberhand zu behalten. Ihren Teil dazu beitragen wollen natürlich die hannoverschen Fans, die wieder für volle Tribünen in der AWD-Hall sorgen wollen. Auch aus Osnabrück werden bis zu 200 Fans nach Hannover reisen und sich mit den 
UBC-Fans im Sangeswettbewerb messen.

Mehr zum Thema

Die Fans des UBC Hannover Tigers haben einen neuen Liebling. „Slack Attack“ Athony Slack feierte im Heimspiel gegen den USC Freiburg nicht nur seinen ersten Einsatz in der 2. Basketball-Bundesliga Pro A, er hatte auch großen Anteil am ersten Saisonsieg der Hannoveraner.

19.10.2009

Kein Heimsieg: Basketball-Zweitligist UBC Hannover Tigers hat das Spiel gegen die Spitzenmannschaft der BG Karlsruhe nach gutem Start mit 79:83 verloren.

05.10.2009