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Sportbuzzer „Ascot“ als Qualitätssiegel
Sportbuzzer „Ascot“ als Qualitätssiegel
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09:27 13.07.2012
Von Carsten Schmidt
Empire Storm, vor drei Wochen schon Sieger auf der Neuen Bult, sucht auch beim „Ascot-Renntag“ seine Chance. Quelle: Petrow
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Hannover

„Royal Ascot“ steht für Qualität in jeder Hinsicht. Auf der Rennbahn in der britischen Grafschaft Berkshire trifft nicht nur seit 300 Jahren alljährlich die feine Gesellschaft mit extravaganten Hüten – diese sind den weiblichen Besuchern vorbehalten –, dort gibt es auch hochkarätigen Galoppsport geboten. Allein neun Gruppe-I-Rennen, darunter der legendäre Gold-Cup über 4022 Meter, stehen in der Rennwoche Mitte Juni auf dem Programm.

Das Motto „Ascot“ steht aber auch auf der Neuen Bult in Langenhagen für Extraklasse, auch wenn der entsprechende Renntag erst die 8. Auflage erlebt. Doch mittlerweile gehört es auch im hannoverschen Sommer zum guten Ton, als Frau mit einer auffälligen Kopfbedeckung das Pferderennen zu besuchen, auch wenn Gregor Baum klarstellt, dass das Attribut der „Familienrennbahn“ auch am Sonntag (Beginn um 13 Uhr) gelte. „Uns ist jeder Besucher willkommen, egal ob er Shorts, Cut, eine Baseballmütze oder eben einen schicken Hut trägt“, sagt der Präsident des Hannoverschen Rennvereins.

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Der sportliche Höhepunkt nicht nur des Renntags am Sonntag, sondern der Galoppsaison 2012 in Langenhagen, wird der Große Preis vom Audi-Zentrum Hannover. Zehn Pferde haben für dieses Gruppe-II-Rennen über 1600 Meter genannt, das mit 70.000 Euro auch eine außergewöhnliche Dotierung für Neue-Bult-Verhältnisse hat. Am Start ist auch ein Pferd aus dem Besitz von Muhammed bin Raschid al Maktum – der Premierminister der Vereinigten Arabischen Emirate ist einer der renommiertesten Pferdezüchter weltweit. Der vierjährige Hengst Sandagiyr wird von dem etatmäßigen Jockey Silvestre de Sousa geritten. Das Paar feierte zuletzt einen Gruppe-III-Sieg Mitte März in Dubai, deshalb ist die Klasse unbestritten, aber hinter der aktuellen Form steht doch ein kleines Fragezeichen.

Zumal sich die Konkurrenz sehen lassen kann. Der fünfjährige Hengst Worthadd beispielsweise war während der „Royal-Ascot“-Rennwoche Zweiter in den Queen Anne Stakes (Gruppe I) und gewann 2010 das italienische Derby. Gespannt sein dürfen die Zuschauer auf Empire Storm, der vor drei Wochen das Gruppe-III-Rennen in Langenhagen gewann und mit einer ähnlichen Leistung auch Worthadd und Sandagiyr Paroli bieten kann. Im Sattel sitzt wieder Jozef Bojko.

Hochkarätigen Galoppsport bietet aber auch der Große Preis der Eilert Bauunternehmung – und in diesem Listenrennen für Stuten über 2000 Meter (Dotierung: 20 000 Euro) startet auch eines des besten Pferde, das im benachbarten Trainingszentrum vorbereitet wird. Hans-Jürgen Gröschels Wasimah gewann vor knapp zwei Monaten das Diana-Trial in Hoppegarten (Gruppe II) nach einer Entscheidung des Renngerichts, das die ursprüngliche Erste Monami wegen fehlender Zulassung disqualifiziert hatte. Die dreijährige Stute, die vom hannoverschen Jockey Waldimir Panov geritten wird, war bei ihrem jüngsten Auftritt vor drei Wochen in Mailand allerdings nur Sechste in einem Gruppe-III-Rennen. Gefährlich könnte der Lokalmatadorin Waldtraut werden. Die Dreijährige aus dem Gestüt Brümmerhof kam vor sechs Wochen immerhin auf den 3. Platz beim Henkel-Stutenpreis (Gruppe II) in Düsseldorf.

Noch eine weitere Gemeinsamkeit mit „Royal Ascot“könnte sich am Sonntag auf der Neuen Bult bieten: typisch englisches Wetter. Das schreckt Baum aber nicht: „Die Pferde mögen den Regen“, sagt er. „Und die Damen haben ja Hüte auf.“