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Sportbuzzer Borussia Dortmund stürmt an die Spitze - Reicht's zum Titel?
Sportbuzzer Borussia Dortmund stürmt an die Spitze - Reicht's zum Titel?
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14:23 18.10.2010
So sehen Sieger aus: Borussia Dortmund ist in der Fußball-Bundesliga derzeit die Mannschaft der Stunde. Quelle: dpa
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Jugend forsch - nach langen Jahren im Mittelmaß wird der einstige Fußball-Branchenriese Borussia Dortmund wieder als Titel-Mitfavorit gehandelt. Erstmals seit 3087 Tagen steht der runderneuerte Revierclub wieder an der Bundesligaspitze. Anders als in früheren Jahren ist der Erfolg nicht das Ergebnis einer verschwenderischen Geldpolitik, sondern eines kostengünstigen Modellversuchs. Neuerdings werden Werte nicht vernichtet, sondern erschaffen.

Mit neun Spielern unter 23 Jahren erstürmte die Borussia beim 2:1 in Köln den Bundesliga-Thron. Für den verblüffenden Höhenflug der jungen Mannschaft mit zuletzt sieben Erstliga-Siegen in Serie hat Manndecker Mats Hummels eine einfache Erklärung: „Die wenigsten im Team haben einen Titel gewonnen. Deshalb ist bei uns niemand satt.“

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Seit Wochen überzeugen die Unersättlichen mit viel Spielwitz, großer Homogenität und immenser Laufbereitschaft. Mit dem Punktekonto wuchs der Glaube an die eigene Stärke. Selbst Lukas Podolskis Ausgleich zum 1:1 in Köln oder der zwischenzeitliche 2:3-Rückstand beim 4:3 im Europa-League-Spiel bei Karpati Lwiw warfen das Team nicht aus der Bahn. „Diese Mannschaft kann am besten Vollgas. Sie will nicht verwalten, sondern gestalten“, lobte Geschäftsführer Hans- Joachim Watzke.

Überraschend kommt der Aufschwung nicht. Seit dem Amtsantritt von Jürgen Klopp im Juli 2008 geht es mit der Borussia kontinuierlich voran. Sein damaliges Versprechen, in Zukunft für „Vollgasveranstaltungen“ zu sorgen, hat der Fußball-Lehrer längst eingelöst. In seinem ersten BVB-Jahr verpasste das Team als Tabellensechster nur knapp die Rückkehr nach Europa. Mit dem fünften Rang in der vergangenen Saison wurde das erste Etappenziel erreicht.

Die Chancen auf die nächste Entwicklungsstufe stehen gut. Kaum ein Bundesligist hat eine größere sportliche Perspektive: Junge Profis wie Hummels, Nuri Sahin, Neven Subotic, Sven Bender, Marcel Schmelzer, Mario Götze, Kevin Großkreutz und Shinji Kagawa verheißen eine rosige Zukunft. Zudem bewies Sportdirektor Michael Zorc bei den Transfers von Lucas Barrios, Robert Lewandowski und dem 350.000-Euro- Schnäppchen Kagawa großes Geschick.

Es passt in das Bild von der neuen Borussia, dass sich alle Beteiligten trotz der tollen Ausgangslage in Bescheidenheit üben. Innerhalb der Mannschaft ist das Wort Meisterschaft tabu. „Darüber reden wir nicht - und das ist keine Floskel“, sagte der seit Wochen überragende Taktgeber Sahin mit Verweis auf die nächste wichtige Partie am Donnerstag in der Europa League gegen Paris St. Germain.

Nicht nur die Profis wissen, dass der aufwendige und kräfteraubende Spielstil Risiken birgt, die sich im Lauf einer noch langen Saison negativ auswirken können. Deshalb hält sich auch Geschäftsführer Watzke mit mutigen Prognosen zurück: „Wir schätzen das alles sehr realistisch ein und wissen, wo unser Zielkorridor liegt. Die Mannschaft ist viel zu jung, um am Ende ganz oben zu stehen.“

dpa

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