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Sportbuzzer Boy erkämpft WM-Silber im Mehrkampf
Sportbuzzer Boy erkämpft WM-Silber im Mehrkampf
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18:53 22.10.2010
Turner Philipp Boy gewinnt Silber bei der Turn-WM. Quelle: afp

Erst zuckte er ratlos mit den Schultern, dann entfuhr ihm ein Jubelschrei: Philipp Boy hat am Freitag mit Silber im Mehrkampf seine erste Einzel-Medaille bei Turn-Weltmeisterschafen erkämpft. „Es ist der Wahnsinn, der absolute Wahnsinn. Ich kann es kaum glauben“, rief er nach seinem Coup von Rotterdam.

In Abwesenheit von Europameister Fabian Hambüchen, der wegen Achillessehnenproblemen auf Sprung und Boden verzichten musste, übernahm der Cottbuser souverän die Rolle als Frontmann der „Boy“- Group. Seit etwa vier Jahren hatte er auf diesen Tag gewartet, endlich konnte der 23-Jährige einmal sein wahres Leistungsvermögen abrufen. Eine Zittersekunde hatte er nur vor der Reckwertung zu überstehen.

Der Sieg ging erwartungsgemäß wie im Vorjahr an den haushohen Favoriten Kohei Uchimura aus Japan, der mit 92,331 Punkten von keinem seiner Konkurrenten zu gefährden war. Aufgrund seiner Höchstschwierigkeiten und seiner ästhetischen Ausstrahlung kam zu keiner Phase in der Ahoy-Arena der Gedanke auf, dass jemand anderes als der 21-Jährige aus Kanagawa die Siegerplakette umgehängt bekommen würde. Mit 90,048 Punkten kam ihm Boy noch am nächsten. Bronze holte sich Jonathan Horton aus den USA, Eugen Spiridonov aus Bous belegte mit 86,948 Punkten Rang 17.

Als Mehrkämpfer der deutschen Riege hatte sich in der WM- Vergangenheit zuletzt immer nur Fabian Hambüchen hervorgetan: Als Dritter 2006 in Aarhus und WM-Zweiter 2007 in Stuttgart hatte er für Schlagzeilen gesorgt und war im Vorjahr als erster Deutscher Europameister geworden. Vor ihm war nur Sylvio Kroll (Cottbus/1985) und Andreas Wecker (Berlin/1993) mit jeweils WM-Bronze der Sprung aufs Siegerpodest geglückt.

Angefeuert von seinen Mannschaftskameraden unter den 8000 Zuschauern startete Boy in der Stunde der Entscheidung mit der saubersten Übung der WM-Tage am Boden und kassierte 15,00 Punkte. Er ballte die Fäuste, als die Übung an seinem Lieblingsstartgerät so exakt gelungen war. „Ich habe gebrüllt, bis ich heiser war. Der Philipp hat diese Anfeuerung ja so was von verdient“, meinte Gefährte Matthias Fahrig auf der Tribüne.

Auch am Pferd gelang Boy mit 14,666 Punkten die höchste Wertung von Rotterdam, an den Ringen demonstrierte er ebenso große Stabilität. Die einzige kräftige „Einbuße“ gegenüber seinem Vortagsresultat von knapp einem halben Punkt musste Boy beim Sprung hinnehmen, weil er seinen Doppelsalto nicht in gleicher Perfektion in den Stand brachte. Die Barren-Übung lief nahezu perfekt, so dass Boy als Gesamtvierter ans Reck ging und den Griff nach der Medaille wagte. Dort unterlief ihm ein Patzer, den er jedoch ausbügeln konnte und schließlich für seine Ausgeglichenheit belohnt wurde.

In den beiden Mehrkämpfen zuvor in Rotterdam hatte Boy mit jeweils weit über 90 Punkten schon viel Selbstbewusstsein getankt. „Jetzt lasse ich mir nicht mehr die Butter vom Brot nehmen. Ich will beweisen, dass ich auch drei Sechskämpfe ohne Leistungsabfall schaffe“, meinte der Lausitzer. Bisher hatte stets nur Fabian Hambüchen solche Extrem-Beanspruchungen im deutschen Team durchzustehen.

dpa

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