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Sportbuzzer Britta Heidemann mit „Schmalspurprogramm“
Sportbuzzer Britta Heidemann mit „Schmalspurprogramm“
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13:16 01.08.2013
 „Motivation und Lust sind wieder da“: Deutschlands Rekord-Fechterin Britta Heidemann. Quelle: dpa
Düsseldorf

Britta Heidemann hat so ihre Wehwehchen. Zwölf Jahre ficht die Olympiasiegerin von Peking schon im Nationalteam - da nehmen die gesundheitlichen Malaisen einfach auch des Alters und der Dauerbelastung im Hochleistungssport wegen zu. Die operierte Fechthand schmerzt, der Rücken tut eigentlich ständig weh. Die 30-Jährige hat indes trotz allem noch immer „Bock“ auf die Planche: „Motivation und Lust sind wieder da.“

Eigentlich wollte sie 2013, im Jahr nach dem von dramatischen Halbfinal-Umständen begleiteten Gewinn der Silbermedaille von London, eine längere Auszeit nehmen. Doch das Verlangen, den Degen nicht nur zu Trainingszwecken zu führen, war schlichtweg größer. Ergo beendete sie schon im April ihre selbst gewählte neunmonatige Auszeit und wurde im Mai beim Weltcup in Rio de Janeiro Zweite.

Die Leverkusenerin fährt aber nach eigenem Bekunden nur ein „Schmalspurprogramm“. Schon bei der EM im Juni in Zagreb, als sie im Einzel Zehnte wurde, verzichtete sie in Absprache mit Trainern und Sportdirektor Sven Ressel auf einen Start mit dem Team - und das will sie auch bei den Weltmeisterschaften vom 5. bis 12. August in Budapest so halten.

Und ihre Ziele dort? Britta Heidemann, die 2007 (Weltmeisterin in St. Petersburg), 2008 (Gold in Peking) und 2009 (Europameisterin in Plowdiw) alles gewann, was zu gewinnen war, vermeidet Klartext. Stattdessen lässt die für den TSV Bayer 04 Leverkusen startende Athletin aus Köln wissen, dass es „schön ist, daran teilzunehmen, schön, wenn man auf der großen Bühne auftreten kann“. Eines jedoch steht außer Frage: Ihren 126. Platz von Catania 2011, den Tiefpunkt ihrer großartigen Sportkarriere, will sie unbedingt vergessen machen.

Und was kommt nach Budapest? Wieder eine Auszeit? Oder gar das Ende der Laufbahn? „Ich stehe ganz offen dazu: Nach jeder Saison werde ich mich neu orientieren. Das habe ich vor London für nach London gesagt, das habe ich vor dieser Saison für nach dieser Saison gesagt.“ Und das will sie sich vorbehalten, ohne dass ihr jemand dreinredet. „Aus dem einfachen Grund: Wenn ich merke, die Motivation und die Lust sind nicht da, macht es einfach keinen Sinn, weiterzufechten.“

Intern, das sagt sie frank und frei, gehe die Planung „natürlich“ über das nacholympische Jahr hinaus. Die Option des Rücktritts aber besteht für sie „immer“, obwohl sie „topfit“ und „sehr gut trainiert“ ist. Das Mentale sei für sie entscheidend: Kann sie den Motivationsgrad halten? Kann sie die von ihr so bezeichneten „psychologischen Spielchen“, die speziell im Degenfechten eine elementare Rolle spielen, weiter mitspielen?

Britta Heidemann muss und will einfach „schauen, wo ich mich wiederfinde. Einige Turniere geht es gut, einige nicht.“ Bei der EM eher nicht: In Zagreb verlor sie unter den Top 16 gegen die international fast unbekannte Serbin Romana Caran (14:15) - und versuchte danach, diese Niederlage einfach wegzulächeln. Aber eines ist für sie ganz klar: „Wenn ich nächstes Jahr fechte, bin ich voll dabei.“

dpa

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