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Sportbuzzer CAS kippt Osaka-Regel
Sportbuzzer CAS kippt Osaka-Regel
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15:01 06.10.2011
Hoffnung für Pechstein: Der Internationale Sportgerichtshof CAS hat die umstrittene Osaka-Regel gekippt. Quelle: dpa
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Berlin

Claudia Pechstein kann sich Hoffnungen auf ein Olympia-Comeback machen. Der Internationale Sportgerichtshof (CAS) hat am Donnerstag die umstrittene Osaka-Regel des IOC für ungültig erklärt und damit den Weg für die sechste Olympia-Teilnahme der Berlinerin frei gemacht. „Ich bin glücklich. Das Urteil konnte nur so fallen, wenn Gerechtigkeit siegt, und in dem Fall hat die Gerechtigkeit endlich mal gesiegt“, kommentierte die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin. Auch der deutsche Reiter Christian Ahlmann (Marl), 400-Meter-Olympiasieger LaShawn Merritt und die viermalige Schwimm-Weltmeisterin Jessica Hardy (beide USA) könnten vom Urteil der CAS-Richter profitieren.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hatte 2007 in Osaka beschlossen, Athleten, die des Dopings überführt und dafür mehr als sechs Monate für Wettkämpfe gesperrt wurden, automatisch von den nächsten Olympischen Spielen - Sommer oder Winter - auszuschließen. „Das ist generell eine sehr gute und vor allem sehr faire Sache“, sagte Ahlmann am Donnerstag.

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Davon betroffene Athleten hatten jedoch mit einer Klage gedroht, weil sie eine Doppel-Bestrafung für rechtswidrig hielten. Zudem seien die doppelten Sanktionen nicht mit dem Code der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) vereinbar, hatten die Gegner der IOC-Maßnahme argumentiert. Die CAS-Richter entschieden jetzt, die Bestimmungen würden gegen die IOC-Statuten verstoßen.

„Wir bedauern das Urteil des CAS, respektieren es aber. Die Osaka-Regel war dazu gedacht, die Rolle der Olympia-Mannschaften zu stärken und ihre Vorbildwirkung zu erhöhen“, kommentierte der deutsche Ober-Olympier Thomas Bach. Das IOC wolle sich jetzt dafür stark machen, dass bei der nächsten Revision des WADA-Codes 2013 diese Regel doch implementiert werden könne, hieß es in einer IOC-Stellungnahme.

Die Ringe-Regierung hatte die Osaka-Regel nach eigener Aussage „auf ausdrücklichen Wunsch der Athleten“ ins Leben gerufen, die eine stärkere Bestrafung für Dopingbetrüger gefordert hatten. Die verschärften Zulassungsbestimmungen für Olympia sollten vor allem als Abschreckungssignal dienen. Neben dem IOC trat das Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) als Antragsteller vor den CAS.

Das IOC setzte auf sein Recht, die Startkriterien für eigene Veranstaltungen selbst wählen zu dürfen und so auch Verletzungen des olympischen Gedankens ahnden zu können. Die Gegner der Osaka-Regel sahen darin eine unverhältnismäßig hohe Bestrafung. Pechstein war vom Eislauf-Weltverband ISU wegen erhöhter Blutwerte für zwei Jahre gesperrt worden. Ahlmann wurde für acht Monate gesperrt, weil bei Olympia 2008 in Hongkong bei seinem Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin gefunden worden war.

dpa