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Sportbuzzer Das müssen Sie zur "Nacht von Hannover" wissen
Sportbuzzer Das müssen Sie zur "Nacht von Hannover" wissen
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11:00 29.07.2017
So knapp war es 2016: André Greipel liegt im Ziel am Neuen Rathaus knapp vor Marcel Kittel. Quelle: dpa
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Hannover

Die Sportler wetteifern wieder in der City – wie beim Hannover-Marathon, beim Maschsee-Triathlon und beim Nachtlauf. Bei der Nacht von Hannover übernehmen die Radfahrer das Kommando – zunächst am Sonnabendabend die Elite und hoffnungsvolle Talente auf einem 850 Meter langen Rundkurs vor dem Neuen Rathaus. Am Sonntag bestreiten die Amateure ihren Wettkampf. Wir geben Antworten auf die wichtigsten Fragen:

Was ist diese "Nacht von Hannover" überhaupt?

Die Nacht von Hannover ist ein Radrennen, das grob gesagt aus zwei Teilen besteht: den Rennen für Profis und den Jedeermann-Rennen für Amateure. Das Event hat in diesem Jahr hochkarätige Radprofis aus Deutschland und den Nachbarländern ans Neue Rathaus gelockt. Sie kämpfen um Siege in drei Einladungsrennen. Die Wettkämpfe werden auf einem 850 Meter langen Rundkurs auf dem Friedrichswall zwischen den Kreuzungen Osterstraße/Willy-Brandt-Allee und Karmarschstraße/Culemannstraße ausgetragen. Am Sonntag starten dann die Jedermann-Rennen.  Mehr dazu weiter unten.

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 Welche Topfahrer fahren mit?

An erster Stelle ist Marcel Kittel zu nennen. Der 29 Jahre alte Thüringer gilt derzeit als bester Sprinter unter den Straßenfahrern. Kittel gewann fünf Etappen bei der diesjährigen Tour de France und verpasste den Gewinn des Grünen Trikots nur wegen eines Sturzes auf der 17. Etappe, nach dem er nicht weiterfahren konnte. Christian Knees, fünf Jahre älter, spielte als Helfer eine wichtige Rolle beim vierten Sieg des Briten Christopher Froome auf der Großen Schleife. Er ist der schärfste Rivale von Kittel unter den 30 Elitefahrern.

Die Nacht von Hannover live hier auf HAZ.de

Hier können Sie die Nacht von Hannover im Liveticker verfolgen - mit vielen Bildern, Videos und Informationen rund um das Event. 

 Sind Hannoveraner dabei?

Zwei frühere Junioren-Weltmeister aus der Region fahren mit – Jonas Bokeloh (Straße 2014) und Leo Appelt (Zeitfahren 2015). Beide sind tempohart, spurtstark und zu einer Überraschung fähig.

Bilder des Profirennens 2016 bei der neuen Nacht von Hannover.

Welche Rennen gibt es?

Die Asse haben drei Startmöglichkeiten – im Hauptrennen, dem Hannoversche-Volksbank-Cup über 60 Minuten und zehn Runden (Start um 21.30 Uhr) sowie im LSG Sky-Chefs-Ausscheidungsrennen (19.50 Uhr) und im Derny-Rennen powered by Autohaus Kahle (20.30 Uhr). Kittel und Bokeloh nehmen im Ausscheidungsrennen teil, Knees und Appelt fahren hinter dem Derny mit. Und alle vier messen sich mit der Konkurrenz im Hauptrennen.

Was bietet das Rahmenprogramm?

Rund um die Nacht-Wettkämpfe gibt es Musik von DJ Tobi und Interviews mit den Radassen auf einer Bühne, die im Innenraum zwischen den beiden Fahrstreifen des Friedrichswalls aufgebaut worden ist. Vor dem Maritim-Hotel steht eine Video-Großleinwand, auf der TVN das Rennen überträgt. Zudem können Radsport-Interessierte am Sonnabend (15 bis 22 Uhr) und Sonntag (8 bis 16 Uhr) eine Sport- und Freizeitmesse auf dem Trammplatz besuchen.

Weitere Infos

Weitere Berichte, Bilder und Videos der Nacht von Hannover aus den Vorjahren finden Sie hier auf unserer Themenseite.

Gibt es Verkehrsbehinderungen?

Wegen der Radrennen gelten rund um den Bereich Friedrichswall und Maschpark seit Sonnabend, 9 Uhr, bis Sonntag, 19 Uhr, Sperrungen und teils auch Halteverbote. Die Stadt rät Autofahrern, den Bereich weiträumig zu umfahren.

Wie viele Helfer sind im Einsatz?

720 Personen sollen den reibungslosen Ablauf an beiden Tagen gewährleisten. Die Mehrzahl ist am Sonntag gefordert.

 Was erwartet die Hobbysportler am Sonntag?

Drei Rennen werden angeboten – der Stadler Cup (Start um 10.20 Uhr) und die HAZ-Jedermann-Tour (10.25 Uhr, ohne Zeitmessung) auch für E-Bikes jeweils über 70 Kilometer sowie das Swiss-Life-Jedermann-Rennen (11 Uhr) über 114 Kilometer. Start und Ziel sind vor dem Neuen Rathaus. Der Kurs führt durchs Calenberger Land und den Deister. Bisher haben sich 1100 Sportler angemeldet, Nachmeldungen sind bis eine halbe Stunde vor dem Start möglich.

Die schnellsten "Jedermänner" dürften das Ziel in Hannover gegen 11.50 Uhr erreichen. Wer sich als Zuschauer zwischenzeitlich die Zeit vertreiben will, kann dies bei der Bike Expo auf dem Trammplatz tun. Viele regionale und nationale Aussteller zeigen die Trends in Sachen Sport und Freizeit.

Stimmung versprechen auch die Fanfeste an der Jedermann-Strecke. In Hemmingen am Kulturzentrum bauhof und in Pattensen an der Schöneberger Straße und in Wennigsen auf dem Parkplatz des Restaurants Pinkenburg gibt es Musik, Hüpfburgen und andere Attraktionen für Kinder sowie etwas gegen Hunger und Durst. In Redderse und in Hamelspringe auf dem längeren Kurs ziehen die örtlichen Feuerwehren Fanfeste auf. Es ist aber nicht verboten, auch an anderen Stellen die Fahrer anzufeuern.

Hat das Hochwasser Auswirkungen auf das Rennen?

Ja - die Strecke für die "Jedermänner" hat sich geändert. Statt über die Hildesheimer Straße, den Altenbekener Damm und vorbei am Maschsee geht es nun auf den ersten Kilometern über die Stadionbrücke, die Stammestrasse und Ricklingen hinaus in Richtung Pattensen zurück auf die ursprünglich geplante Strecke. Es wird also in entgegengesetzter Richtung gestartet; der Zielbereich bleibt unverändert. 

 Gibt es weitere Rennen?

Zur sportlichen Eröffnung kämpfen am Sonnabend von 19.10 Uhr an die besten Jugendlichen in den Klassen U15 und U17 um die Siege. Insgesamt gehen 20 Nachwuchsasse ins Rennen, darunter fünf Sportler aus der Region. Sie starten für Blau-Gelb Langenhagen und den HRC Hannover.

Seit wann gibt es diese "Nacht von Hannover" überhaupt?

Die Nacht von Hannover hat eine mehr als 40-jährige Tradition. Dass das Rennen auf einem zuschauerfreundlichen Rundkurs durch die Innenstadt am Sonnabend erst die 29.Auflage erlebt, hat mit diversen Unterbrechungen zu tun. Diese Hoch und Tiefs fielen zusammen mit der allgemeinen Popularität des Radsports.

Die ersten 23 Rennen führten rund um die Markthalle, der Kurs war 620 Meter lang. In der ersten Phase von 1975 bis 1986 gab es zeitweise getrennte Wertungen für Amateure und Profis – und prominente Sieger wie Dietrich Thurau und Joop Zoetemelk. Nach einer Pause von zehn Jahren (1987 bis 1996) wegen fehlender Sponsoren folgte die Wiederaufnahme der Nacht 1997 in einer Blü- tezeit des Radsportinteresses hierzulande – beflügelt durch den Tourde-France-Sieg Jan Ullrichs im selben Jahr. Die Radjagd um die Markthalle und die Oper (von 2008 bis 2011) lockte bis zu 70 000 Zuschauer an den Kurs, diese sahen Ullrich, Erik Zabel und Mario Cipollini gewinnen. Fans und Sponsoren wandten sich aber ab, als sich die Dopingverstrickungen der „Generation Ullrich“ offenbarten. So kam es zur nächsten Unterbrechung (2012 bis 2015). Das zweite Comeback der Nacht 2016 hängt mit dem dopingfreien Image aktueller Profis zusammen. Marcel Kittel und André Greipel sind erklärte Gegner von nicht erlaubten Mitteln. Auch die Radstrecke steht für einen Neubeginn: Die Fahrer rasen nun auf dem Friedrichswall am Neuen Rathaus vorbei.

Von Carsten Schmidt / mit se, mic