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Sportbuzzer Der 400-Millionen-Dollar-Kampf
Sportbuzzer Der 400-Millionen-Dollar-Kampf
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16:27 02.05.2015
Der 400-Millionen-Dollar-Kampf: Floyd Mayweather (links) und Manny Pacquiao treffen in der Nacht zu Sonntag in Las Vegas aufeinander. Quelle: dpa
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Las Vegas

Mayweather ist über alle Gewichtsklassen hinweg der beste Boxer der Welt, Pacquiao liegt auf Rang 3. Der Sieger kann sich als bester Boxer seiner Generation feiern lassen. „Es sind absolute Ausnahmekönner“, sagt Ex-Champion „Big George“ Foreman.

Die Rollen sind klar verteilt. Protzboxer Mayweather repräsentiert das Böse, prahlt täglich in den sozialen Netzwerken mit neuen Luxusgütern. Gutmensch Pacquiao lässt in seiner philippinischen Heimat Straßen und Schulen bauen.

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Mayweather tritt im Ring eher defensiv auf, kontrolliert aber dennoch oft den Gegner. „Jede meiner Aktionen ist wohlüberlegt, Manny hingegen boxt eher sorglos“, sagt er. Der in seinen 47 Kämpfen noch unbesiegte WBC- und WBA-Champion bekannte, dass er noch nie einen Kampf so sehr gewinnen wollte wie diesen. Pacquiao, der von 64 Kämpfen vier verlor, gilt als Offensivboxer und als leichter Außenseiter. Aber „mit dieser Rolle kann ich gut leben“, sagte er. Warum dieses Megaevent als „Jahrhundertkampf“ betitelt wird, zeigen unsere Zahlen.

Der Kampf in Zahlen

150 Millionen Dollar (rund 141 Millionen Euro) kassiert Floyd Mayweather für den Kampf. Sein Gegenüber Manny Pacquiao verdient rund 100 Millionen Dollar (92 Millionen Euro). Mayweather erhält 60 Prozent der Einnahmen, Pacquiao 40 Prozent.

60 Sekunden dauerte es, bis die Karten für den Kampf ausverkauft waren. Nur 500 der 18 000 Tickets gingen in den freien Verkauf. Unter 1500 Dollar war kaum eine Karte zu bekommen. Für Plätze in Ringnähe mussten Boxfans mit 45 000 Dollar noch tiefer in die Tasche greifen.

100 Dollar müssen Boxfans in den USA bezahlen, wenn sie den Kampf, für den sich die beiden Bezahlsender HBO und Showtime zusammengetan haben, sehen wollen. Mit drei Millionen neuen Abonnements rechnen die TV-Anstalten. In Deutschland überträgt Sky den Kampf für inzwischen zusätzliche 30 Euro.

250.000 Dollar kostet allein der Mundschutz Mayweathers, den er bei seinem New Yorker Zahnarzt in Auftrag gegeben hat und wohl nur einmal tragen wird. Er besteht aus Diamantenstaub und mehreren 100-Dollar-Noten.

3000 Smaragde zieren den Gürtel, den der Sieger erhält. Aus einem Kilogramm reinem Gold besteht die Trophäe, die einen Wert von einer Millionen Dollar hat.

0 Geschäfte dürfen in der Mall des MGM Grand Garden am Kampfabend geöffnet haben. Das hat Floyd Mayweather durchgesetzt. Und das gilt auch für die großen Ketten Mc Donald’s und Starbucks. Einzige Ausnahme: Bars und Restaurants, die den Kampf zeigen. Die Plätze in den Bars sind dabei restlos ausverkauft und haben mehrere Hundert Dollar gekostet.

1000 Dollar soll die eigens für den Kampf angestellte Köchin für jede Mahlzeit erhalten, die sie Mayweather zubereitet. Ein wahrhaft königliches Mahl.

700 Journalisten sind für den Kampf MGM Grand akkreditiert im. Sie kommen aus 
100 verschiedenen Ländern.

320 Millionen Dollar soll das geschätzte Vermögen von Floyd Mayweather betragen. 2014 war er laut „Forbes“ mit einem Einkommen von 105 Millionen Dollar der bestbezahlte Sportler der Welt. 87 Autos stehen in seiner Garage. Seiner Tochter schenkte er einen Rolls-Royce für 400 000 Dollar. Er selbst ruft nachts schon mal bei seinem Autohändler an und bestellt einen umgerechnet 2 Millionen Euro teuren Bugatti Veyron. Bedingung für den Deal: Die 1200 PS starke und über 400 km/h schnelle Karosse musste zwölf Stunden später vor Floyds Tür stehen.

1 Champagnerflasche im Wert von 500 000 Dollar, einen Oben-ohne-Kampf zu seinen Ehren sowie vier Stripperinnen, die sich seinen Namen tätowieren lassen, erhält der Sieger des Kampfes im Stripklub „Deja Vu“ neben kostenlosen Tanzeinlagen auf Lebenszeit. Zudem wird ein Cocktail nach dem Sieger kreiert – entweder der „Mayweather Mayhem“ oder der „Pacquiao Punch-out“.

1996 bezwang der Bulgare Serafim Todorow Mayweather im Halbfinale der Olympischen Spiele von Atlanta mit 10:9 nach Punkten. Es war die letzte Niederlage Mayweathers. „Ich hatte einige schwierigere Kämpfe gegen andere Boxer. Er war ein guter Athlet, seine Technik hatte Mängel“, erinnert sich Todorow. Heute ist er arbeitslos und lebt in Pasardschik nahe Sofia in bescheidenen Verhältnissen.

1520 Dollar kostet ein Zimmer durchschnittlich im MGM Grand Hotel in der Kampfnacht. Zuvor lag der Preis bei 76 Dollar pro Nacht. Julian Douglas von der örtlichen Besucherbehörde ist überzeugt, dass „94 bis 98 Prozent“ der mehr als 150 000 Hotelbetten belegt sein werden, und rechnet mit rund 325 000 Touristen.

1,5 lautet die Quote beim Wettanbieter Tipico für einen Sieg des Amerikaners Floyd Mayweather. Pacquiao bekommt von den Buchmachern eine Quote von 2,9 Prozent. Für ein Unentschieden gäbe es das 18-Fache des Wetteinsatzes zurück. Die Wetteinsätze in den USA schätzt Jay Kornegay von Westgate Las Vegas Superbook auf „80 bis 100 Millionen Dollar“.

90 Tage saß Floyd Mayweather im Jahr 2012 im Gefängnis. Er hatte seine Freundin geschlagen. Doch Amerika verzieh ihm.

15.000 Haushalte hat Rante Ramos, Sekretär der Energie-Kooperative der Insel Palawan, auf den Philippinen dazu aufgefordet, Geräte wie Kühlschrank, Klimaanlage oder Bügeleisen auszuschalten. Die Region leidet täglich unter Stromausfällen. Und weil alle den Kampf schauen, könnte dies die Problematik verschärfen.

47 Minuten dauert der „Kampf des Jahrhunderts“ maximal. Er ist über zwölf Runden angesetzt. Eine Minute kostet dabei 4,16 Millionen Dollar. Pro Sekunde sind es 70 000 Dollar.

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