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Sportbuzzer Deutsche Handballer kassieren peinliche Schlappe
Sportbuzzer Deutsche Handballer kassieren peinliche Schlappe
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22:35 19.01.2011
Deutschlands Sebastian Preiß. Quelle: dpa
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Die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) unterlag in Kristianstad gegen den Olympiasieger und Europameister sang- und klanglos mit 23:30 (10:13) und verpasste dadurch auch den vorzeitigen Einzug in die Hauptrunde. „Ich denke, das Ergebnis spiegelt den Leistungsunterschied zwischen den beiden Teams wider. Das muss man akzeptieren“, sagte Bundestrainer Heiner Brand. Im letzten Vorrundenspiel der Gruppe A muss sein Team am Donnerstag (18.30 Uhr/live im ZDF) mindestens unentschieden spielen, um in die 2. Turnierphase zu kommen.

Das Ergebnis war gegen Frankreich letztlich nicht mehr wichtig. Die Art und Weise, wie es zustande kam, dafür um so mehr. Brand rang nach dem Abpfiff sichtlich um Fassung. Sein Team hatte eine Lektion erhalten, die am Ende einem Debakel gleichkam. „Man kann verlieren gegen die Franzosen, weil sie einfach auf einem anderen Niveau als alle anderen spielen“, sagte Brand. „Aber was wir in der 2. Halbzeit gezeigt haben, das geht nicht.“ Da sei kaum noch körperliche Gegenwehr geboten und im Angriff wieder undiszipliniert agiert worden ­– von guten Vorsätzen aus der Pause war nichts zu sehen.

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Dabei hatte zu Beginn des Spiels viel gestimmt. Die Abwehr stand, Silvio Heinevetter parierte mehrmals großartig, und im Angriff hatte vor allem Sebastian Preiß am Kreis viel Platz, den er zu drei sehenswerten Toren nutzte. 4:2 führte die deutsche Mannschaft nach neun Minuten. Doch nach und nach schlichen sich immer mehr Fehler in ihr Spiel ein – auch wegen Michael Kraus. Brand hatte dem bislang enttäuschenden Spielmacher den Wunsch erfüllt und ihn von Anfang an aufgeboten. Doch der Hamburger dankte es ihm nicht. Er leistete sich fünf Fehlwürfe im 1. Durchgang, verlor zusehends an Selbstbewusstsein und musste vorübergehend Michael Haaß weichen.

Als Kraus nach der Pause endlich traf (insgesamt sieben Tore), hatte es keine Bedeutung mehr für den Ausgang der längst einseitigen Partie. „Am Ende waren wir noch gut bedient“, fand Haaß. „Wir hätten auch mit zwölf Toren Differenz verlieren können.“ Die Hilflosigkeit war erschreckend. Weder im Angriff noch in der Abwehr gelang eine einigermaßen akzeptable Gegenwehr. Jeder hatte mit sich zu tun. „Wir haben den Kopf verloren“, sagte Brand, der davon ebenso überrascht wurde wie die Franzosen. „Das hatten wir eigentlich so nicht erwartet“, sagte ihr Torhüter Thierry Omeyer vom THW Kiel. „Aber die Deutschen haben gegen uns einfach keine Lücke gefunden.“ Und die Analyse von Kreisläufer Bertrand Gille muss den Deutschen wie eine Ohrfeige vorkommen: „Sie waren schon ein bisschen ahnungslos und wussten nicht, was sie tun sollten“, sagte der Hamburger. „Das war für uns ein geiles Gefühl.“

Tore für Deutschland: Kraus (7), Kaufmann (5), Preiß (3), Hens, Pfahl , Glandorf (alle 2), Sprenger und Groetzki – Strafminuten: Deutschland 10/Frankreich 4.

Winfried Wächter

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