Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportbuzzer Deutsches Paralympics-Team wird starten
Sportbuzzer Deutsches Paralympics-Team wird starten
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:40 05.03.2014
Friedhelm J. Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), räumt mit Boykott-Spekulationen auf. Quelle: dpa
Anzeige
Berlin

Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverbandes (DBS), ist trotz der Krim-Krise gegen einen deutschen Boykott der Paralympics von Sotschi. „Boykott macht nur Sinn, wenn es sehr viele machen. Ich setze auf die Einsicht von Herrn Putin und der russischen Regierung, dass sie den olympischen Eid respektieren und keine Kriegshandlungen zwischen Olympischen oder Paralympischen Spielen beginnen“, sagte Beucher in einem Interview.

Russlands Präsident Putin könne sich „gar nicht erlauben, jetzt kriegerische Handlungen zu beginnen - bei diesem weltweiten Aufschrei. Damit würde er sich die Lorbeeren selber wegnehmen, die durch Olympia entstanden sind“, sagte Beucher. Der 67-Jährige räumte aber ein, dass schon vor dem Paralympics-Start an diesem Freitag ein Schatten über dem Großereignis liege. „Über dem strahlenden Himmel, der seinen Glanz versprüht, sind viele dunkle Wolken“, sagte er.

Anzeige

Der SPD-Politiker betonte mit Verweis auf den olympischen Geist, dass „Kriegshandlungen und Olympische wie Paralympische Spiele sich ausschließen“. Er hoffe deshalb, „dass die Paralympischen Spiele auch einen Friedensschutz darstellen für das Gebiet.“ Beucher gab sich russlandkritisch. „Ich halte es ebenso für bedrückend und auch schlimm, dass Menschen dort nicht offen ihre Meinung sagen können - und wenn sie es tun, eingesperrt werden. Das ist nicht mein Land“, sagte der frühere Bundestagsabgeordnete.

Die Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Olympia nach Sotschi gegeben zu haben, hält er ebenso wie die jüngsten WM-Vergaben des Fußball-Weltmeisterbandes FIFA an Russland und Katar für fragwürdig. „IOC und FIFA müssen sich vorhalten lassen, nicht nur nach dem Sport in den Ländern zu gucken. In einer demokratischen Gesellschaft gehört auch der Respekt vor Menschenrechten und der Respekt vor der Natur dazu.“ Man bekomme Zustimmung, „wenn die Menschen auch glaubwürdig nachvollziehen können: Da geht es nicht um Geld, sondern um Ausübung von Sport.“

dpa