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Sportbuzzer Deutschland will in Vancouver auf Platz eins
Sportbuzzer Deutschland will in Vancouver auf Platz eins
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09:00 10.02.2010
Am Freitag beginnen in Vancouver die Olympischen Winterspiele. Quelle: dpa
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n der deutschen Olympia-Mannschaft herrscht angespannte Ruhe vor dem angestrebten Sturm auf Platz eins bei den Winterspielen in Vancouver. „Die Stimmung und der Adrenalinspiegel steigt bei den Athleten“, berichtete Chef de Mission Bernhard Schwank am Dienstag (Ortszeit) auf einer Pressekonferenz im Deutschen Haus. 64 deutsche Athleten, davon 40 in Whistler und 24 in Vancouver, sind inzwischen eingetroffen. „Wir wollen um die Spitze mitkämpfen und das verteidigen, was wir in Turin gewonnen haben“, kündigte Schwank an.

2006 war Deutschland mit 29 Medaillen stärkste Winterspiele- Nation. „Auch wenn es nicht zu Rang eins im Medaillenspiegel reicht, wird es die Freude auf die Plätze auf dem Siegertreppchen nicht trüben.“ Gastgeber Kanada, die USA, Norwegen, Österreich und Russland gelten als stärkste Rivalen um die olympische Spitzenposition.

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Die offizielle Begrüßung im schmucken Olympischen Dorf von Vancouver unter stahlblauen Himmel schürte die Vorfreude der rund 40 deutschen Sportler und Funktionäre. „Heute hat bei der Welcome- Zeremonie die Sonne geschienen, das ist ein gutes Zeichen“, sagte Ulf Tippelt, Leistungssportdirektor des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), der insgesamt 153 Sportler in die Wettkämpfe auf Eis und Schnee schickt. Davon sind 60 Prozent erstmals bei Olympia dabei.

Dies gilt auch für Biathlon-Goldanwärterin Magdalena Neuner, die sich begeistert über das olympische Flair und die Loipen zeigte. „Die Bedingungen sind traumhaft. Das ist fast wie Urlaub. Ich genieße es“, sagte sie an ihrem 23. Geburtstag, der mit einer Schokoladen-Torte versüßt wurde. Die sechsmalige Weltmeisterin will bei den Vancouver- Spielen aber selbst absahnen. „Es ist mein Traum, Olympiasiegerin zu werden“, meinte Neuner. „Wenn ich am Schießstand so sauber arbeite wie im Training, dann weiß ich, dass der Sieg definitiv drin ist.“

Über 7,5 Kilometer könnte die Bayerin, aber auch Sprint- Weltmeisterin Kati Wilhelm, Andrea Henkel und Simone Hauswald am Samstag die erste Medaille holen und für einen Start nach Maß sorgen. Sollte es in den Biathlon-Rennen erfolgreich laufen, schließt die laufstarke Neuner auch einen Start in der Langlauf-Staffel nicht aus: „Es ist schon im Hinterkopf, doch erst hat Biathlon Priorität.“

Den Großteil der Edelplaketten will der Deutsche Ski-Verband (DSV) mit seinen Aktiven beisteuern. “15 Medaillen plus x sind das klare Ziel. Je breiter sie verteilt sind, umso schöner. Dass wir in allen Bereichen erfolgreich sind, ist genauso wichtig wie die Anzahl der Medaillen“, sagte DSV-Präsident Alfons Hörmann. Allergisch reagierte er auf die jüngsten Doping-Spekulationen über die Beteiligung deutscher Ski-Athleten an der Wiener Blutbank-Affäre. „Es ist lästig und überflüssig, weil nichts Neues da ist“, wetterte Hörmann. DOSB- Präsident Thomas Bach hat dem österreichischen Amtskollegen Karl Stoss, der mit seinen Mutmaßungen die Debatte wieder entfachte, inzwischen zur Aufklärung aufgefordert.

Zu den den deutschen (Gold-)Medaillen-Anwärtern zählen zudem Slalom-Weltmeisterin Maria Riesch, das Eiskunstlauf-Paar Robin Szolkowy und Aljona Savchenko, Eisschnellläuferin Jenny Wolf, der Doppel-Olympiasieger André Langen (Bob) sowie die Rodler um Tatjana Hüfner und die Doppelsitzer André Florschütz/Torsten Wustlich - sie sind mit 25 Olympiasiegen die erfolgreichste deutsche Sparte. Geheime goldene Hoffnungen nährten auch Kitzbühel-Sieger Felix Neureuther (Slalom) und Snowboarderin Amelie Kober, die neun Weltcupsiege vor Vancouver schaffte.

Fragezeichen stehen hinter der Leistungsfähigkeit der Ski- Langläufer, der Skispringer oder der zweimaligen Eisschnelllauf- Olympiasiegerin Anni Friesinger-Postma. Die 33-Jährige laborierte lange an einer Knieverletzung und fiel zuletzt mehr durch den entfachten “Ärzte-Streit“ und Erotik-Fotos auf. „Der erste Tag auf dem Eis war gut. Seit ich hier bin gibt es nur Sonnenschein, ich sehe das mal als gutes Omen“, sagte Friesinger. Vom Olympischen Dorf hat sie einen herrlichen Blick auf das BC Place Stadium, wo die tägliche Siegerzeremonie stattfindet. „Wir gucken da rüber und sagen uns, da würden wir gerne stehen, wenn die Medaillen vergeben werden.“

dpa