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Sportbuzzer "Dicke Gebisse sind nicht mehr im Einsatz"
Sportbuzzer "Dicke Gebisse sind nicht mehr im Einsatz"
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19:12 21.01.2009
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Welche Ausrüstung benötigt man, wenn man ein Reitpferd kauft?
Für die Grundausrüstung sind passendes Zaumzeug und ein passender Sattel am wichtigsten. Auch Gamaschen zum Schutz der Beine gehören heute zum Standard. Darüber hinaus erwerben die meisten Reiter eine Abschwitzdecke, damit sich das nass geschwitzte Pferd nach der Arbeit nicht erkältet. In den letzten Jahren hat sich die Einstellung zum Eindecken in der kalten Jahreszeit geändert: Selbst Besitzer von Robust- und Offenstallpferden, die das früher abgelehnt haben, nutzen jetzt Regendecken oder leichte Thermodecken. Inzwischen ist erwiesen, dass das Putzen die Fettschicht auf dem Fell beeinträchtigt und die Thermoregulation stört. Das Pferd friert schneller, verliert Energie und magert im schlimmsten Fall ab.

Was ist beim Kauf einer Trense zu beachten?
Da sind die Geschmäcker verschieden. Der eine mag eine Westerntrense, der nächste eine klassische Trense mit kombiniertem Reithalfter. Bei der Auswahl sollte man wissen, dass der Trend, egal ob bei Rassemixen oder Zuchtpferden, zum leichteren, edleren Pferdetyp geht. Das macht die Pferde körperlich empfindlicher. Daher achtet man heute darauf, dass die Trense nicht zu stark im Genick drückt. So sind viele Reithalfter in diesem Bereich abgepolstert, und man setzt nicht mehr so dicke Gebisse ein. Untersuchungen haben ergeben, dass ein Durchmesser von mehr als 18 Millimetern eher behindernd wirkt, denn auch das Maul ist bei edleren Pferden kleiner.

Und der Sattel?
Die heute gezüchteten Pferde sind dem Sattelzeug in der Regel um 25 bis 30 Jahre voraus. Die meisten im Handel erhältlichen Sättel sind für den großen, kantigen Pferdetyp entwickelt worden, der vor etwa 30 Jahren die Reiterei beherrscht hat. Zudem mussten die Sättel in erster Linie dem Reiter passen. Heute dagegen achtet man bei der Sattelauswahl viel mehr auf die Befindlichkeit des Pferdes, weil man weiß, dass der Sattel den Rücken entscheidend beeinflusst. Bei vielen modernen Pferdetypen oder speziellen Rassen wie dem Andalusier finden wir einen kürzeren, empfindlichen Rücken, für den die Standardsättel zu lang sind. Ein zu langer Sattel drückt auf den hinteren Bereich des Rückens, was zu Verspannungen und einem Abbau der Muskulatur führen kann. Um diesen Problemen zu begegnen, haben wir gemeinsam mit der Firma Prestige den Dressursattel D1 entwickelt, der speziell für empfindliche Pferderücken gemacht ist.

Was ist das Besondere daran?
Das ist eigentlich ganz einfach: Der Sattel hat ein kurzes, breites Sattelkissen und einen breiten Kanal für die Wirbelsäule. Damit kann ein Erwachsener bequem sitzen, ohne dass der Sattel dem Pferd hinten in den Rücken drückt. Der Clou ist aber, dass der D1 den Pferden mehr Schulterfreiheit bietet als herkömmliche Dressursättel. Wir erreichen das durch spezielle Aussparungen für die Schulterblätter. Darüber hinaus ist die Befestigung des Gurtes sehr weich und elastisch. Durch eine Vorgurtstrippe erreichen wir eine andere Druckverteilung, die den Druck vom Widerrist wegnimmt. So wird der Widerrist als höchster Punkt des Rückens nicht eingeklemmt. Eine weitere Neuentwicklung mit der Firma Passier ist der ABS-Sattel. Er verhindert bei dicken, runden oder barocken Pferdetypen, dass der Sattel nach vorne rutscht.

Interview: Nicola Zellmer

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