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Sportbuzzer Diskus-Riese Harting beliebt bei Sponsoren
Sportbuzzer Diskus-Riese Harting beliebt bei Sponsoren
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14:21 30.08.2012
Ein besonderer Typ: Diskus-Olympiasieger Robert Harting zerreißt sich nach seinem Sieg in London vor Freude das Trikot. Quelle: dpa
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Berlin

Die Sponsoren stehen Schlange, doch der Mann mit dem goldenen Arm lässt sich beim Versilbern seiner Medaillen Zeit. „Ich kann jetzt nicht 50 neue Sponsoren ins Boot holen, das kann ich gar nicht bewältigen. Die würden sich ja alle das Futter gegenseitig wegnehmen“, sagte Diskuswurf-Olympiasieger Robert Harting am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. „Nach London spüre ich schon ein riesiges Interesse“, meinte der 27 Jahre alte Berliner, der speziell vor seinem „Heimspiel“ am Sonntag beim Leichtathletik-Klassiker ISTAF als Local Hero gefragt ist. „Da gab es Anfragen von der kleinsten Veranstaltung bis zur größten Messe.“

Harting ist und bleibt der Riese im Ring. Und für den einzigen deutschen Leichtathletik-Olympiasieger von London ist die Zeit nun reif, um auch auf dem Konto nachzulegen. Der frühere Handballer scheint auch ein Händchen fürs Geld zu haben - Schnellschüsse sind nicht seine Sache. „Man muss sich das jetzt alles angucken und reinschnuppern. Es dauert alles, denn wir filtern viel“, erklärte Harting, „es gibt viele Angebote, aber alles passt eben nicht zu mir.“

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„Verträge dauern halt, da müssen wir noch reden“, meinte der Olympiasieger (2012), Doppel-Weltmeister (2009 und 2011) und Europameister (2012). Ohne kompetente Begleitung von Fachleuten läuft bei fünf- bis sechsstelligen Summen nichts mehr. Bei der Sponsorensuche und in Vertragsfragen wird Harting seit gut zwei Jahren von „triceps“ betreut. Der August war ein heißer Monat für das in Moers ansässige Unternehmen - für Robert Harting hätte man eine eigene Hotline einrichten können.

Robert hat schon gute Partner und gute Verträge. Aber durch Olympia gibt es einen Riesen-Hype, er hat ein Riesenpotenzial. Bei uns klingeln die Telefone. Es gab 15 Anfragen nach dem Olympiasieg“, sagte triceps-Geschäftsführer Jörg Heger in einem dpa-Gespräch. „Drei, vier sehr konkrete Geschichten mit neuen Partnern sind kurz vor der Ziellinie.“ Namen oder gar Summen sind wie immer tabu.

Mit der DKB (Kreditbank), Mercedes, Rheinpower (Energie-Unternehmen), Ausrüster Nike und nicht zuletzt durch die Bundeswehr-Sportförderung hat Harting schon viele lukrative Partner im Boot. Der Typ, der nach Erfolgen sein Trikot zerreißt, zieht nach wie vor. Doch die Marke „Robert Harting“ ist für die Werbung längst noch nicht ausgereizt, glaubt auch Heger. „Die Goldmedaille hat schon eine große Wirkung auf die Vermarktung. Ich halte eine Verdopplung seiner Sponsorenhonorare durchaus für machbar“, betonte der triceps-Geschäftsführer. Und: „Mit allem Drum und Dran kann ein Top-Leichtathlet in den Bereich sechsstelliger Summen kommen.“

Ohne Harting, der selber viele Ideen einbringt, geht gar nichts. „Wir machen nur Dinge, wo Robert auch voll dahinter steht. Robert entscheidet. Er muss schon hinter der Marke stehen - und zur Marke“, versichert Sponsoring-Experte Heger. „Wir sagen: es muss passen!“

Diskus-Ass Harting ist ein Siegertyp, seine Markenzeichen sind Kraft und Zuverlässigkeit, meint Heger, aber auch Glaubwürdigkeit und Bodenständigkeit zeichnen ihn aus. In TV-Spots kommt der triceps-Klient schon bestens rüber, „nur schade, dass der Leichtathletik im Fernsehen so wenig Sendezeit eingeräumt wird“, betont Heger. „Mediale Präsenz muss man schaffen, das erhöht natürlich den Marktwert.“

dpa