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Sportbuzzer Doping-Experte: „Es wird gut kontrolliert“
Sportbuzzer Doping-Experte: „Es wird gut kontrolliert“
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22:18 07.07.2012
uch bei Fußballspielen wird auf Doping kontrolliert. Quelle: dpa (Archiv)
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Köln

Immer wieder kommt es vor, dass Sportler bei großen Wettkämpfen erwischt werden: Sie haben gedopt. Das heißt, sie haben verbotene Mittel genommen, um besonders fit zu sein. Kontrollen sollen das verhindern. Der Experte Prof. Mario Thevis erzählt, wie das funktioniert. Thevis, 39 Jahre alt, ist forensischer Chemiker am Zentrum für Präventive Dopingforschung des Instituts für Biochemie der Deutschen Sporthochschule Köln.

Wie kommen Sie einem Sportler, der gedopt hat, auf die Spur?

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Dazu nehmen wir Proben von Blut oder Urin. Die schauen wir uns mit einem speziellen Mikroskop an - dem Massenspektrometer. Damit erkennen wir sogar kleinste Mengen verbotener Stoffe.

Wie kommen die Stoffe ins Blut oder in den Urin?

Doping-Mittel werden entweder geschluckt oder gespritzt. So kommen sie in den Blutkreislauf. Der Körper verarbeitet sie und sie üben ihre Wirkung aus. Die Reste werden dann über den Urin ausgeschieden. Wir suchen also meist nicht nur nach den Mitteln selbst, sondern auch nach den Stoffen, die der Körper daraus macht.

Man kann aber auch mit Stoffen dopen, die der Körper sowieso bildet. Woher wissen Sie, ob jemand so etwas genommen hat?

Das ist unsere schwierigste Aufgabe. Denn nicht jeder Körper ist gleich. Manche Menschen haben mehr von einem Stoff im Körper als andere. Zum Beispiel jene Hormone, die etwa Muskeln und Knochen wachsen lassen. Von denen hat ein Basketballer, der zwei Meter groß ist, wohl mehr im Blut als eine zierliche Turnerin. Wir müssen also untersuchen, wer von Natur aus mehr hat von einem Stoff.

Woher wissen Sie, wonach Sie suchen müssen?

Gewöhnlich suchen wir nach etwa 500 verschiedenen Stoffen. Aber tatsächlich werden immer wieder neue Mittel benutzt. Oder alte werden so verändert, dass wir sie nicht so leicht finden. Aber wir kennen viele Tricks. Und wir versuchen zu denken wie ein Sportler, der dopen will. Wir suchen zum Beispiel dort nach Informationen, wo der auch suchen würde, etwa im Internet. Oft findet auch die Polizei Doping-Mittel. Dann schauen wir, ob etwas dabei ist, das wir noch nicht kennen. Und manchmal entdecken wir bei unseren Tests neue Stoffe.

Wie groß ist für Sportler das Risiko, beim Doping erwischt zu werden?

Das ist sehr hoch, denn es wird gut kontrolliert. Und unsere Methoden und Messgeräte werden immer besser. Deshalb wird es immer schwieriger zu dopen, ohne erwischt zu werden. Außerdem heben wir alle Proben bis zu acht Jahre lang auf. Wenn wir später neue Stoffe entdecken, können wir die alten Proben noch darauf testen.

dpa

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