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Sportbuzzer „Drei, zwei, eins – Jugger!“
Sportbuzzer „Drei, zwei, eins – Jugger!“
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06:00 20.07.2017
Volle Kraft voraus: Michael Gens, Thomas Kocourek, Lisa Zimmermann, Malte Reckhaus und Manuel Süß (oben, von links) stürmen auf die gegnerische Mannschaft zu, um das Spielgerät zu erobern. Quelle: Wallmüller
Hannover

Die Szenerie passt nicht in die beschaulichen Herrenhäuser Gärten. Ein martialischer Ruf ertönt: „Drei, zwei, eins – Jugger!“ Und dann rennen auch noch mehrere Menschen aufeinander zu und bekämpfen sich mit Stäben, Schleudern, Ketten und Kugeln.

Doch beim genauen Hinsehen erkennt man, dass sich hier nichts gefährliches abspielt. Die Geräte sind sogenannte Pompfen, Waffen-Nachbauten, die mit Schaumgummi gepolstert sind, sodass sich keiner ernsthaft verletzt. Somit gehen aus dem wilden Wettstreit die Akteure nur verschwitzt heraus.

Jugger ist ein Mix aus Rugby und Fechten und nicht riskanter als andere Teamsportarten. Beim SV Odin, auf dessen Gelände in den Herrenhäuser Gärten die Schläger und Kugeln geschwungen werden, gehört dieses Sportspiel seit drei Jahren zum festen Angebot. Besonders hoch hergehen wird es am Wochenende bei einem großen Turnier. „Abgesehen von der internationalen Meisterschaft ist es die größte Veranstaltung in Deutschland. Es nehmen 32 Teams mit mehr als 200 Sportlern teil. Damit haben wir das Vorjahresergebnis erneut übertroffen“, sagt Manuel Süß.

Der 33-Jährige spielt schon seit 2009 Jugger und ist Spartenleiter beim SV Odin. „Ich habe die Sportart erstmals im Park gesehen und mir gedacht: Das ist ja spannend. Dann wollte ich es auch machen.“

2014 haben sich die Juggerspieler um Süß dem SV Odin angeschlossen. Der Verein bot ihnen die Plattform,um in die Planung von großen Wettbewerben einsteigen. „Wir spielen hier auf drei Plätzen. Man kann es auch als Sportfestival beschreiben“, meint Süß.

Beim Jugger komme es nicht nur auf das Duell auf dem Platz an, sagt Süß. Die Sportler sitzen nach dem Training zusammen, hören Musik, tanzen und grillen gemeinsam. „Wir haben viele Studenten dabei, die zwischen Anfang und Mitte 20 sind“, sagt der Abteilungsleiter.

Beim Odin-Training stehen sich immer zwischen sechs und zwölf Spieler gegenüber, im Wettkampf sind es fünf Akteure pro Mannschaft. Und dann gibt es nur ein Ziel – mit dem Spielball mehr Punkte als die gegnerische Mannschaft. Den Ball führen darf nur ein Sportler, die Mitspieler bekämpfen sich derweil mit gepolsterten Geräten, um den Gegner an zählbaren Erfolgen zu hindern. „Die getroffenen Spieler scheiden nur für kurze Zeit aus. Geschick und Geschwindigkeit sind somit bedeutender als rohe Kraft“, erklärt Süß.

Und davon können sich die Zuschauer selbst ein Bild beim großen Odin-Turnier machen. Nach der Anreise der Mannschaften am Freitagabend finden am Sonnabend von 10 bis 18 Uhr, die Qualifikationsspiele auf dem Platz An der Graft statt. Am Sonntag geht es von 10 bis 18 Uhr mit den Finalspielen weiter. Der Gewinner wird im K.-o.-System ermittelt. „Der Eintritt ist frei“, sagt Süß. Er hofft, dass sein wilder, rasanter und dennoch risikoarmer Sport viele Neugierige nach Herrenhausen lockt und auch begeistert.

Zunächst aber will er mit seinen Teamkollegen fleißig weiter trainieren. „Drei, zwei, eins – Jugger“, ruft der Abteilungsleiter. Und schon geht’s wieder los: mit Stäben, Schildern und Ketten – alles natürlich aus Schaumgummi.

Von René Wenzel

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