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Sportbuzzer „Eine Heizung ist nicht nötig“
Sportbuzzer „Eine Heizung ist nicht nötig“
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19:12 21.01.2009
Von Nicola Zellmer
Quelle: handout
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Was ist bei der Pferdehaltung zu beachten?
 Am wichtigsten für ein Pferd sind Licht, Luft, Bewegung und soziale Kontakte. Heute haben wir allgemein drei Haltungsformen: die Weide, die Gruppenauslaufhaltung und die Einzelhaltung in Boxen. Je nach Unterbringung können sich die Pferde selber bewegen, etwa auf der Weide und in geringerem Maß auch im Laufstall, oder der Besitzer muss durch Reiten, Longieren oder Ähnliches für eine physiologisch an den Gesundheits- und Trainingszustand des Pferdes angepasste Bewegung sorgen.
 
Und die soziale Komponente?
 Das Pferd ist ein Herdentier und sehr sozial. Deswegen ist es wichtig, dass sich Pferde in der Gruppe frei bewegen können – das kann auf der Weide sein oder in einem Auslauf. Bei jeder Art von Gruppenhaltung muss man jedoch darauf achten, dass auch die rangniedrigen Tiere zu ihrem Recht kommen. Sonst werden sie leicht zum Prügelknaben für Ranghöhere.
 
Macht es den Pferden nichts aus, bei Regen und Kälte draußen zu stehen?
 Die ideale Witterung für ein Pferd hat sehr viel mit dessen Herkunft zu tun. Nordische Kleinpferderassen wie das Islandpferd haben ein sehr dichtes Fell und viel längeres Deckhaar als andere Rassen, sodass sie auch Regen aushalten. Südliche Pferdetypen wie der Araber dagegen haben von Natur aus ein kurzes Fell, da kann es nötig sein, sie bei besonders schlechtem Wetter mit einer Decke gegen Nässe zu schützen. Kälte macht Pferden weniger aus, da sie über eine ausgeprägte Fähigkeit zur Thermoregulation verfügen. Deshalb sollte die Temperatur im Stall auch den Außentemperaturen folgen. Eine Heizung ist für Pferde nicht nötig.
 
Wie viel Platz braucht ein Pferd in einem Boxenstall?
 Man rechnet die Widerristhöhe des Pferdes – also die höchste Stelle des Rückens – mal zwei zum Quadrat. Das heißt, wenn ein Pferd am Widerrist 1,65 Meter hoch ist, braucht es mindestens etwa elf Quadratmeter. Die FN empfiehlt heute elf bis zwölf Quadratmeter pro Box. Bei Laufställen, in denen die Pferde in Gruppen gehalten werden, gilt der Wert für die Liegefläche pro Pferd.
 
 Wie sieht so ein Laufstall aus?
 Heute kommt meist die sogenannte Gruppen-Auslauf-Haltung zum Einsatz. Ihr Hauptmerkmal ist es, dass Fress-, Tränke- und Liegebereich, also die unterschiedlichen Funktionsbereiche, möglichst weit voneinander entfernt angeordnet sind. So werden die Pferde dazu angeregt, sich vermehrt zu bewegen. Bei großzügigen Bewegungsställen liegen die unterschiedlichen Bereiche besonders weit entfernt. Meist wird hier eine vollautomatische Fütterung eingesetzt. Dabei erhält jedes Tier an einer speziellen Futterstation über den ganzen Tag verteilt kleine Portionen; die Tiererkennung erfolgt über einen Transponder am Halsriemen oder Halfter oder über einen implantierten Chip. Zusätzlich zu Futter- und Liegebereich kann die Gruppen-Auslauf-Haltung auch Wälzbereiche oder Wohlfühlbereiche mit Bürsten zum Schubbern bieten.
 
Noch mehr Bewegung gibt es also nur auf der Weide?
 Ja, aber auch dabei ist einiges zu beachten. Das Pferd sollte an Weidehaltung gewöhnt sein. Insbesondere Ponys kann man vor allem im Frühjahr, wenn das Gras saftig, grün und nährstoffreich ist, leicht überfüttern, weil sie zu schnell zu viel fressen – das kann zu schweren Krankheiten führen. Deshalb ist es manchmal nötig, den Weidegang zeitlich zu begrenzen. Und man sollte auf die Zusammensetzung der Gräser und Kräuter achten. Diese sollten genug Nährstoffe, aber keine Giftpflanzen enthalten. Wichtig ist auch eine funktionierende Einzäunung. Geeignet sind Holzzäune oder gut sichtbare Elektrozäune mit mindestens 2000 Volt Hütespannung. Darüber hinaus brauchen die Pferde Zugang zu sauberem Wasser. Wenn sie ausschließlich auf der Weide sind, sollte auch ein Witterungsschutz wie Bäume oder eine Weidehütte vorhanden sein.
 

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