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Sportbuzzer Empelde Maddogs sind keine faulen Hunde
Sportbuzzer Empelde Maddogs sind keine faulen Hunde
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17:39 21.07.2017
Empeldes Justin Spenke (vorn) zieht ab. Der Neuzugang hat Eishockey-Erfahrung bei den Hannover Scorpions vorzuweisen. Quelle: Zwing
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Empelde

Auch in der siebenwöchigen Punktspielpause legen die TuS Empelde Maddogs natürlich nicht die Füße hoch. Schließlich haben die Inline-Skaterhockey-Cracks in der Regionalliga Nord noch fünf Spieltage vor der Brust – und sie wollen sich tabellarisch weiter verbessern. „Platz vier ist realistisch“, sagt Kapitän Ken Uplegger. „Vielleicht sogar noch Platz drei.“

Also wird weiter zweimal trainiert: Einmal pro Woche schwitzen die gepanzerten Inliner-Virtuosen gemeinsam mit der zweiten Mannschaft, einmal bleiben sie unter sich. „Ein bisschen lockerer angehen lassen wir es derzeit aber doch“, gibt Uplegger zu. Aktuell liegt das Team mit 18 Punkten auf Rang fünf – einzuholen gilt es die Salt City Boars Lüneburg (20) und die Hannover Hurri­canez (24). Außer Reichweite seien nur Abonnement-Meister Bremerhaven Whales und die Reserve der Bissendorfer Panther. „Die sind sensationell aufgestellt – da sind fast nur Spieler aus der ehemaligen Ersten dabei“, betont der Mannschaftsführer.

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Eigentlich habe man die Liga-Spitze etwas mehr ärgern wollen, räumt er ehrlich ein: „Wir hatten einen relativ großen Zuwachs bekommen und eigentlich einen anderen Plan.“ Doch es kam anders. Zum einen habe es einige Verletzte – zum Beispiel Ken Kopatz und Timo Gollasch – gegeben, dazu sei ein Neuzugang relativ zügig wieder von der Fahne gegangen. „Und dann sind wir auch noch ohne Trainer unterwegs – und das ist schwierig“, glaubt Uplegger, das Hauptmanko zu kennen. „So viele junge Männer ohne festen Coach, der von außen draufschaut – da fehlt schnell die klare Linie.“ Die Rolle des Coaches hat jetzt Uplegger übernommen – na ja, fast. „Im Grunde mache ich das mit der Mannschaft zusammen. Wir besprechen Taktik und Aufstellung gemeinsam.“

Auch in einem anderen Punkt mache sich die fehlende harte Hand ein wenig negativ bemerkbar. „Wir brauchen nicht drum herum zu reden: Es ist zwar nicht so, dass wir schon im ersten Drittel wie die Pfeifen pumpen, aber unser Schwachpunkt ist die Kondition – da sehen wir keine Sonne“, sagt der Kapitän. Es gebe aber einige Ausnahmen: Routinier Jens Lampe beispielsweise, der intern „Oppa“ genannt werde, aber physisch auch den Jüngsten etwas vormache. „Er ist ein absolutes Vorbild“, lobt Uplegger – und relativiert: „Aber so blöd das klingt: Es reicht ja meist auch so.“

Zum einen verfüge das Team über viele gute Einzelspieler – etliche haben früher bei den Hannover Scorpions Eishockey gespielt, wie etwa Justin Spenke, der seit Jahresanfang für die Maddogs aktiv ist. „Wir haben sicher keine technisch herausragende Mannschaft, auch wenn der eine oder andere die Qualität hat, auch schon mal zu zaubern.“ Das sei aber eher brotlose Kunst, so Uplegger. „Es ist besser, den Ball einfach vors Tor zu bringen – und nachzugehen.“ Der große Trumpf der Empelder sei die Kampfbereitschaft: „Wir spielen immer mit vollem Einsatz und gehen jedes Mal bis an die Grenze.“ Maddogs eben – verrückte Hunde.

Das Durchschnittsalter liege bei 25 bis 26 Jahren, die Alterspalette reiche von 19 bis 33. „Erfahrung hilft“, betont Uplegger, „gerade in der Verteidigung. Wenn du älter bist, wirst du nicht hektisch.“ Auch in knallharten Zweikämpfen, wenn die Emotionen schon mal hochkochen, sei Routine wichtig – vor allem jetzt, wo voller Körpereinsatz erlaubt ist: „Wenn dir einer mal ganz aus Versehen sanft durchs Gesicht wischt, ist es wichtig, ruhig zu bleiben, um keine übertriebenen Strafen zu riskieren“, weiß Uplegger.

Aufgrund der konditionellen Defizite liegen den Maddogs die eher durchschnittlich großen Hallen wie die eigene. „Die hat 40 mal 20 Meter“, sagt er. In der Halle in Hamburg werde es bei 60 mal 30 Meter schon anspruchsvoller. „Ganz schlimm ist es in Kiel: Die haben eine Sondergenehmigung, weil die Halle 80 Meter lang ist – da kannst du vom eigenen Tor aus die Erdkrümmung sehen“, unkt Uplegger. Aber auch die extrem enge Spielstätte in Bremerhaven habe ihre Tücken: „Nicht von ungefähr gewinnen die alle ihre Heimspiele.“

Und was ist der Reiz beim Inline-Skaterhockey? „Es ist schnell, körperbetont, es fallen viele Tore – nicht zuletzt, weil es anders als beim Eishockey kein Abseits und keine unerlaubten Weitschüsse gibt.“ Kurzum: „Es kann immer alles passieren.

Von Jens Niggemeyer