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Sportbuzzer „Lichtblick“ dank und Neureuther und Co.
Sportbuzzer „Lichtblick“ dank und Neureuther und Co.
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17:26 22.12.2013
Neureuther freute sich über das Ergebnis seiner Mannschaft. Quelle: dpa
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Alta Badia/Val d'Isère

Die starke Leistung von Fritz Dopfer, Felix Neureuther und Stefan Luitz war für Alpindirektor Wolfgang Maier der „einzige Lichtblick“. Zum ersten Mal überhaupt landete in der Olympia-Saison ein Trio unter den besten acht Fahrern eines Riesenslaloms. „Vierter, Fünfter und Achter, das ist schon ein extrem ansprechendes Ergebnis. Damit setzen sie die Serie der starken Riesenslaloms fort“, sagte Maier im italienischen Alta Badia.

Weil sich 400 Kilometer weiter westlich Veronique Hronek in Val d'Isère aber das Kreuzband riss, war Maier am Sonntag nach dem letzten Weltcup-Wochenende vor Weihnachten auch sehr nachdenklich. „Das sind Sachen, die schockieren dich tief.“ Ein schwacher Trost: Nach Rang neun in der Abfahrt am Samstag gab es im Riesenslalom tags darauf Platz fünf für Maria Höfl-Riesch.

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Während sich Neureuther und Co. „das Beine hochlegen verdient“ haben, muss Maier sich ernsthaft Gedanken um sein Damenteam machen. „Wer fährt denn überhaupt noch Ski? Die Rebensburg ist nicht da, die Hronek reißt sich das Kreuzband ab, eigentlich sind wir komplett kaputt bei den Frauen“, klagte er. „Es ist nur noch die Maria da. Das ist schon heftig. Und das in einer Olympia-Saison.“

Viktoria Rebensburg musste wegen einer Nebenhöhlenentzündung und einer Bronchitis schon mehrere Weltcuprennen absagen und war auch beim Sieg von Tina Weirather (Liechtenstein) nicht dabei. „Dass gerade alles zusammenkommt, das finde ich schon extrem schockierend. Das hat kein Team verdient. Das hat schon einen bitteren Beigeschmack“, sagte Maier.

Schon nach den Speedrennen hatte er keinen großen Spaß mit der Analyse gehabt. Als „nicht ausreichend, eigentlich mangelhaft“ bezeichnete Maier das Mannschaftsergebnis seiner Herren beim Sieg von Erik Guay aus Kanada. Tobias Stechert sammelte auf dem geteilten 29. Platz die einzigen Weltcup-Punkte, Stephan Keppler wurde 34., Josef Ferstl 46., Klaus Brandner 50., Andreas Sander 57. und Andreas Strodl 60. „Wir fahren mit zu wenig Risikobereitschaft“, sagte Maier. „Das ist schon eine ernüchternde Erkenntnis.“

Einzig die Technikspezialisten sorgten für einen positiven Abschluss des Wochenendes. Zwar war Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher aus Österreich auf Rang eins außer Reichweite und auch Alexis Pinturault aus Frankreich hatte noch mehr als eine Sekunde Vorsprung auf Dopfer als erfolgreichstem Deutschen. Aber das war ok. „Die drei, die vorne sind, das sind nun mal mit Abstand die Besten im Riesenslalom“, sagte Maier. Weltmeister Ted Ligety aus den USA musste sich mit Rang drei zufriedengeben.

„Mich freut es einfach, dass wir mannschaftlich geschlossen gut sind“, sagte Neureuther. Als Führender zuckte er sogar enttäuscht, als Luitz im Ziel langsamer war. „Sicher freut es mich auch, dass ich ein bisschen schneller bin als er. Ehrgeiz ist wichtig. Aber unter Teamkollegen kann man sich auch mal für den anderen freuen“, sagte Neureuther.

Insbesondere die Leistung seines Zimmerkollegen Luitz lobte der 29-Jährige in den höchsten Tönen. „Was er da leistet nach dem Kreuzbandriss, dass ist schon Wahnsinn“, sagte Neureuther. Der Auftritt in den Dolomiten war erst das sechste Rennen für Luitz seit dem Comeback. „Ich hatte etwas Schiss, dass er es nicht mehr ganz so umsetzen kann, dass er nicht mehr so drauf geht nach der ersten schweren Verletzung. Aber er setzt das einfach perfekt um und fährt voll am Limit“, lobte Neureuther seinen acht Jahre jüngeren Teamkollegen. „Wenn ich mal abtrete, dann haben wir hoffentlich einen gescheiten Nachfolger.“

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