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Sportbuzzer Fußballfrauen wollen den achten Titel
Sportbuzzer Fußballfrauen wollen den achten Titel
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07:48 10.07.2013
Von Uwe Kranz
Ist es Zeit für den achten deutschen EM-Titel?  Leonie Maier und die deutschen Fußballfreuen sind zuversichtlich. Quelle: dpa
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Hannover

„...am Ende gewinnen immer die Deutschen.“ Mit diesem stark verkürzten Zitat von Gary Lineker lässt sich die Überlegenheit der deutschen Fußballfrauen in der Geschichte der Europameisterschaft wohl am treffendsten beschreiben. Unglaubliche 20 Jahre ist es her, dass die Elf des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) eine EM-Partie verloren hat. Zwei Jahre später gewann das Team den Titel - bereits zum dritten Mal - und hat ihn seither noch viermal erfolgreich verteidigt. Kein Wunder also, dass die Konkurrenz vor der heute beginnenden Endrunde in Schweden heiß darauf ist, der Mannschaft von Silvia Neid endlich den Pokal abzujagen. „Die anderen Nationen haben einfach keinen Bock mehr darauf, dass wir immer gewinnen“, sagt die Bundestrainerin.

Und doch ist der Titelverteidiger der Topfavorit auf den Finalsieg, auch wenn sich mit Frankreich, Schweden und Gruppengegner Norwegen drei Teams berechtigte Chancen auf eine Änderung an der Spitze der Rangfolge machen dürfen. Vor allem das überraschend frühe Ausscheiden der DFB-Elf im Viertelfinale der WM im eigenen Lande hat in den Augen der Konkurrenten den Nimbus der Unbesiegbarkeit gebrochen. „Wenn wir gegen Deutschland spielen müssen, haben wir keine Angst mehr“, sagt die französische Mittelfeldspielerin Camille Abily.

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Zumal die Voraussetzungen für das Neid-Team alles andere als gut sind. Sechs Stammspielerinnen mit der Erfahrung aus 299 Länderspielen fallen verletzungsbedingt für die Endrunde aus. Der Kader, der sich seit Montag in Växjö auf die erste Partie gegen die Niederlande (morgen, 20.30 Uhr, live im ZDF und bei Eurosport) vorbereitet, ist im Durchschnitt gerade einmal 23,6 Jahre alt.

Tief saß die Verunsicherung nach dem verpassten WM-Erfolg vor zwei Jahren. Lange brauchte Neid, um die Verkrampfung in ihrer Elf zu lösen. Die Qualifikation gegen zweitklassige Gegner überstand das deutsche Teams zwar mühelos, um die Titelverteidigung musste man sich doch sorgen. Die Verletztenmisere hätte diesen Eindruck eigentlich verstärken sollen, nun scheint sie das Team aber sogar zu beflügeln. In den letzten drei Testspielen gegen Schottland (3:0), Kanada (1:0) und Weltmeister Japan (4:2) zeigten die Spielerinnen um Torfrau Nadine Angerer ihre beste Leistung seit langer Zeit.

„Die jüngere Generation weiß, dass sie Fußball spielen kann, ist zielstrebig und traut sich etwas zu“, sagt Angerer, die mit 118 Länderspielen die Erfahrenste im Kader ist. Spielerinnen wie Leonie Maier und Jennifer Cramer übernehmen selbstbewusst Verantwortung und erzeugen den Eindruck absoluter Abgeklärtheit. Zudem erfand sich das Team als Kollektiv neu. Jede Akteurin auf dem Platz kämpft für ihre Nebenfrau. Das erzeugt eine Sicherheit, die sich direkt im verbesserten Aufbauspiel widerspiegelt. Mit unbedingtem Einsatzwillen und hoher Laufbereitschaft beeindruckte das Team zuletzt auch den Weltmeister durch konsequentes Pressing. „Wir haben großes Potenzial“, sagt Mittelfeldspielerin Dzsenifer Marozsan.

Nach außen hin zeigen die Spielerinnen durch ein rotes Armband, das alle im rund 40-köpfigen DFB-Tross tragen, ihren neuen Zusammenhalt. Auf einem kleinen silbernen Schildchen ist die Aufschrift „Laganda 008“ eingraviert. Laganda ist Schwedisch und heißt Teamgeist, die 008 steht für den insgesamt achten Titel, den das DFB-Team bei der EM gewinnen will.

Das Stimmungsbarometer zeigt also rechtzeitig vor Beginn der Endrunde wieder nach oben, was auch der Zielsetzung von Torjägerin Celia Okoyino da Mbabi entspricht. „Wir wollen ins Finale“, sagt sie. Und wer das dann gewinnen wird, das wusste schon Gary Lineker.

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