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Sportbuzzer Zeit für einen Perspektivwechsel
Sportbuzzer Zeit für einen Perspektivwechsel
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00:15 05.10.2013
Von Heiko Rehberg
Das siegreiche Fußballteam der Hockeyjungs, verstärkt mit den Handballstars Daniel Stephan, Christian Schwarzer und dem erfolgreichsten Bobfahrer aller Zeiten André Lange. Quelle: Malte Babylon
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Es kann grundsätzlich nie schaden, die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Zeit für einen Perspektivwechsel: Profifußball aus der Sicht von Spitzensportlern, die kein Fußball spielen, sondern im Ruder- oder Kanuboot sitzen, ihre Tore mit einem Hockeyschläger erzielen oder auf dem Snowboard unterwegs sind.

Nach ein paar Tagen und vielen Gesprächen mit Deutschlands besten Athleten könnte man den Eindruck gewinnen, dass Fußball bei ihnen nicht besonders beliebt ist. Aber als dann das Fußball-Championsturnier angepfiffen wird, sind sie fast alle mit großer Leidenschaft dabei, die Ruderer, Hockeyspieler oder Snowboarderinnen, die klagen, dass ihnen das mit Fußball alles zu viel ist. Und einen Lieblings-Bundesligaverein, nach dessen Ergebnis sie sich kurz nach Spielschluss erkundigen, haben hier fast alle der 78 Olympiasieger, Weltmeister und Europameister.

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Wie passt das zusammen? Es ist nicht der Fußball, der sie stört, nicht einmal das viele Geld, das Kicker verdienen, obwohl deren Trainingsaufwand eine Snowboard-Weltmeisterin wie Isabella Laböck vermutlich milde lächeln lassen würde. Oder kennen Sie einen Fußballprofi, der morgens um 7.15 Uhr auf der Schulbank sitzt, danach trainiert, nach dem Mittag wieder lernt und dann von 16 Uhr an ein zweites Mal trainieren geht?

Unterwegs mit den Champions

Für den deutschen Spitzensport von wie B wie Biathlon bis W wie Wasserspringen ist es die schönste Woche der Jahres: Sieben Tage lang treffen sich die Topathleten auf Einladung von Robinson und der Deutschen Sporthilfe zum „Champion des Jahres“. In diesem Jahr sind 78 Sommer-und Wintersportler aus 22 Sportarten im Robinson Club Apulia dabei. Heiko Rehberg begleitet sie und schreibt für haz.de jeden Tag ein ganz persönliches Tagebuch von dem Ereignis im Süden Italiens.

Es ist das, was aus dem Fußball gemacht wird - auch von uns Medien, aber nicht nur -, was bei anderen Sportlern für Argwohn sorgt. Doch wie soll man einer Kajak-Vizeweltmeisterin wie Verena Hantl, die im Training gerne Fußball spielt und beim großen Clubturnier als Torschützin für Furore sorgt, erklären, dass ihr Sport fast keine Beachtung findet, montags im Fernsehen aber Paderborn gegen Sandhausen läuft und dienstags regelmäßig ein Regionalligaspiel, der neue Geheimtipp für Fußball des Grauens, live und in Farbe aus Wattenscheid?

Umgekehrt möchte man den meisten Sportlern hier die ganzen Auswüchse des Fußballgeschäfts gar nicht wünschen: zum Beispiel Pressesprecher, die einen anrufen, weil man es gewagt hat, einen Spieler auf dem Weg vom Trainingsplatz anzusprechen, was natürlich ein unverzeihliches Vergehen ist. Hier im Club spricht man einen Olympiasieger an, und der stellt sogar mal eine Gegenfrage, die Interesse am Gesprächspartner zeigt.

Na klar, es gibt auch muffelige Olympiasieger und freundlich-interessierte Fußballprofis, aber beides sind Ausnahmen.

Umgekehrt hätte der Fußball mit Biathleten, Hockeyspielern oder Ski-Nordisch-Athleten viel Freude. Wäre ich Scout, könnte ich beispielsweise Eric Frenzel empfehlen, Weltmeister im Ski Nordisch, und ein lauf- und spielstarker Stürmer, Typ „hängender Neuner“. Oder Moritz Fürste, Deutschlands bester Hockeyspieler, der einen Fußball spielt, der auch Bayern-Trainer Pep Guardiola gefallen würde.Auch drei Torwarttalente habe ich im Notizblock – und eine interessante Theorie: Wer im Sport seine Hände eingesetzt hat, besitzt das Zeug zum Fußball-Torhüter. André Lange hat den „Bob Deutschland I“ zu Gold gelenkt, Sven Ottke mit Boxhandschuhen die Gegner besiegt, Judoka Miryam Roper kennt die besten Griffe: Alle drei haben beim Turnier mit Paraden geglänzt.

Liebe Klubmanager: Bildmaterial und nähere Informationen stelle ich im Tausch gegen ein bisschen Fernsehzeit für Kanu, Rudern, Hockey oder Snowboard gerne zur Verfügung.

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