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Sportbuzzer 96 will im Breitensport Primus sein
Sportbuzzer 96 will im Breitensport Primus sein
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00:21 17.05.2014
Von Bernd Haase
Katja Stolte spielt Badminton bei Hannover 96.
Katja Stolte spielt Badminton bei Hannover 96. Quelle: Ulrich zur Nieden
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Hannover

Nach reiner Mitgliederzahl sind die Roten mit 19 500 Beitragszahlern schon Primus an der Leine. Zieht man aber die nicht aktiven Beitragszahler ab, sind Vereine wie der Turn Klubb zu Hannover (TKH) vorn. „Auch im Breitensport gibt es einen Wettbewerb“, betont Kind. Bei vielen kleinen Klubs stelle sich die Frage, wo die Perspektive liegt. Die Antwort gibt der 96-Boss selbst: „Zukunft haben diejenigen, die eine leistungsstarke Infrastruktur anbieten können.“

Kind will seine Aussagen nicht als Kampfansage verstanden wissen, sondern eher als Analyse der Aufgaben, vor denen die Sportvereine stehen. Entsprechend handelt Hannover 96. Der Verein bietet derzeit Dart, Badminton, Fußball, Leichtathletik, Sportkegeln, Tennis, Tischtennis, Triathlon und unter der Marke Fit & Kids Fitnesskurse für Erwachsene sowie Spaß und Erlebniskurse für Kinder an. Allein letztere Abteilung hat nach Angaben des Vereins mittlerweile mehr als 1000 Mitglieder. „Bisher müssen wir Hallen in der Stadt anmieten. Das wollen wir künftig nicht mehr, zumal die Spielräume wegen der Ganztagsangebote der Schulen für alle Vereine immer enger werden“, sagt Kind.

Auf dem Gelände zwischen Stammestraße und Ritter-Brüning-Straße in Linden-Süd entsteht Abhilfe. Dort plant Hannover 96 für den Breitensport sein neues Sport- und Kinderbewegungszentrum, wie es offiziell heißt. Weil erst ein Architektenwettbewerb und eine Altlastensanierung anstehen, gibt es noch keine Detailpläne. Die Konzeptplanung liegt allerdings schon vor: Auf der Fläche – zurzeit sind dort ein Ascheplatz des Vereins LSV Alexandria Linden sowie ein Lagerplatz – entsteht ein zweigeschossiges Gebäude mit Sporthalle, Fitnessstudio, Umkleide- und Sanitäreinrichtungen, Verwaltungsräumen und der Gastronomie, die von der Clausewitzstraße umzieht. Dazu kommen ein eingeschossiger Umkleidebereich für die Außensportarten, ein Fußballfeld, vier Tennisplätze, eine Multifunktionsfläche, eine Sprintstrecke, eine Außenterrasse samt Kinderspielplatz sowie zusätzlich zu den 230 vorhandenen weitere 16 Parkplätze.

Zufahrten zum neuen Domizil des Vereins sind von der Stammestraße und von der Ritter-Brüning-Straße geplant. Baubeginn soll im Spätsommer kommenden Jahres sein. Wenn alles fertig ist, verfügt Hannover 96 über eine Infrastruktur, die manch anderen Sportanbieter neidisch machen dürfte.

Rita Girschikofsky, Präsidentin des Stadtsportbundes, teilt Kinds Einschätzungen zur Zukunft des Vereinswesen nicht in allen Punkten. „Ich gebe ihm insofern Recht, als dass sich viele kleine unter ihnen Gedanken machen müssen, was sie künftig noch auf die Beine stellen könnten“, sagt sie. Andererseits verfügten viele über Tradition, die man nicht wegradieren dürfe. Entscheidend für die Zukunftsfähigkeit sei weniger die Größe, sondern vielmehr das Angebot an die Sportler sowie die Umgebung und die Stellung im Stadtteil. „Der Stadtsportbund empfiehlt Vereinen schon seit Langem in Bereichen, in denen es sich anbietet, Kooperationen“, erklärt Girschikowsky. Beispielsweise müsse nicht jeder Klub eine eigene Fußballabteilung unterhalten.

Von einem Vereinssterben kann in Hannover laut Mitgliederlisten des Stadtsportbundes noch keine Rede sein. Zwar erwischt es immer mal wieder den einen oder anderen kleineren, aber es kommen auch Neugründungen wie zuletzt die Leichtathleten von Hannover Athletics nach. Insgesamt gehören der Dachorganisation mehr als 111 000 Mitglieder in 363 Vereinen an. Diese Zahlen sind seit längerer Zeit mehr oder minder konstant.