Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportbuzzer Hannover Scorpions verschenken zwei Punkte
Sportbuzzer Hannover Scorpions verschenken zwei Punkte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:52 05.10.2009
Von Björn Franz
Die Hannover Scorpions haben gegen die Iserlohn Roosters mit 4:5 verloren. Quelle: Ulrich zur Nieden
Anzeige

Etwa zehn Minuten nach Spielschluss brach das Donnerwetter los. Nicht laut, dafür umso heftiger. Trainer Hans Zach ließ bei der Pressekonferenz im Anschluss an die 4:5 (2:0, 1:2, 1:2)-Niederlage seiner Hannover Scorpions gegen die Iserlohn Roosters keinen Zweifel daran, dass er mit dem Auftreten einiger seiner Profis in der 2. Hälfte des Spiels alles andere als einverstanden war. „Wir haben gedacht: ,Wer soll uns schlagen?‘ – so kann man sich nicht präsentieren“, schimpfte Zach, dessen Team noch am Freitagabend mit 6:1 (3:0, 1:1, 2:0) bei den Kassel Huskies gewonnen hatte.

Tatsächlich hatten es sich die Scorpions in erster Linie selber zuzuschreiben, dass sie nur vier statt der durchaus möglichen sechs Punkte aus den beiden Partien des Wochenendes holten. Denn mit dem neu gewonnenen Selbstvertrauen aus dem Sieg in Nordhessen spielten die Gastgeber die Sauerländer am Sonntagnachmittag 30 Minuten lang geradezu an die Wand. „Wir haben in den vergangenen dreieinhalb Jahren selten eine Mannschaft so dominiert wie diesmal Iserlohn“, meinte Zach – um aber den entscheidenden Satz gleich hinterher zu schicken. „Aber dann haben wir uns unprofessionell verhalten, unseren Torhüter alleine gelassen und den Gegner durch leichte Fehler wieder ins Spiel gebracht.“

Anzeige

Mit der 3:1-Führung im Rücken, die angesichts zahlreicher vergebener Großchancen – darunter zwei Pfostenschüssen von Adam Mitchell und Thomas Dolak – noch schmeichelhaft für die Gäste war, schlich sich bei den Gastgebern zusehends der Schlendrian ein. Schon der erste Roosters-Treffer war nach einem Fehler von Aushilfsverteidiger Nikolaus Mondt entstanden, der im Schlussabschnitt wieder in den Sturm wechselte. Danach ließ der nach einer Gehirnerschütterung ins Team zurückgekehrte Nationalverteidiger Andy Reiss seinen Gegenspieler Marty Wilford entwischen, dessen Schuss der ehemalige Scorpions-Profi Robert Hock unhaltbar für den guten Torwart Youri Ziffzer zum 2:3 ins Netz abfälschte. Und als die Gäste nach einem verlorenen Zweikampf von Tore Vikingstad im eigenen Drittel sogar mit 4:3 in Front gingen, schienen tatsächlich alle drei Punkte verloren zu sein.

Dass es letztlich doch noch zumindest ein Zähler wurde, lag einmal mehr an der Zuverlässigkeit von Sascha Goc. Als Zach im Überzahlspiel Ziffzer durch einen sechsten Feldspieler ersetzte, hämmerte er den Puck eineinhalb Minuten vor der Schlusssirene in die Maschen. Es war bereits der sechste Saisontreffer des torgefährlichsten Verteidigers der Deutschen Eishockey-Liga. „Sascha hat uns zumindest den einen Punkt gerettet“, meinte auch Zach, der in der Verlängerung aber zusehen musste, wie erneut Hock ungestört zum Siegtreffer für Iserlohn traf. „Man muss nicht 30, sondern 60 Minuten lang wie ein Profi gradlinig spielen, sonst muss man sich nicht wundern, wenn man da in der Tabelle steht, wo wir stehen.“ Und dann legte der 60-Jährige, der die ausländischen Profis sowie Ziffzer ausdrücklich von der Kritik ausnahm, noch eine deutliche Aussage nach: „In dieser Verfassung braucht hier niemand von den Play-offs zu träumen.“