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Sportbuzzer Die Qual der Wahl
Sportbuzzer Die Qual der Wahl
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15:15 01.10.2013
Von Heiko Rehberg
Sechs tolle Kandidanten: Raphael Holzdeppe, Verena Hantl, Christina Obergföll (knieend von links nach rechts), Eric Frenzel, Patrick Hausding, Sascha Klein (stehend von links nach rechts). Quelle: Rehberg
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Ich habe das Gefühl, dass ich noch nie so oft gewählt habe. Na klar, man muss das ganze Leben lang wählen, manchmal kann bereits die Wahl, links oder rechts herum abzubiegen, alles verändern. Aber dieses Wählen meine ich nicht.

Deutschland hat gewählt. Hannover hat gleichzeitig gewählt und muss noch einmal nachsitzen und Sonntag schon wieder Kreuzchen machen. Auch 3800 von der Sporthilfe geförderte Sportler haben sich entschieden und sechs von ihnen ausgewählt, die morgen „Champion des Jahres“ werden können. Aber den Sportlern geht es wie den Hannoveranern: Auch sie müssen noch einmal an die Wahlurne, die hier im Club eine kleine silberne Box ist.

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Unterwegs mit den Champions

Für den deutschen Spitzensport von wie B wie Biathlon bis W wie Wasserspringen ist es die schönste Woche der Jahres: Sieben Tage lang treffen sich die Topathleten auf Einladung von Robinson und der Deutschen Sporthilfe zum „Champion des Jahres“. In diesem Jahr sind 78 Sommer-und Wintersportler aus 22 Sportarten im Robinson Club Apulia dabei.
Heiko Rehberg begleitet sie und schreibt für haz.de jeden Tag ein ganz persönliches Tagebuch von dem Ereignis im Süden Italiens.

Der Vorteil für die Sportler besteht darin, dass sie eine größere Auswahl haben als Hannover und dass alle sechs Kandidaten in diesem Jahr bereits große Erfolge aufzuweisen haben und damit ein gewisses Vertrauen wecken: Die können es!

Eric Frenzel (Nordische Kombination, Weltmeister und Gesamt-Weltcupsieger) zum Beispiel, oder Verana Hantl (Kanu-Rennsport, zweifache WM-Zweite), Patrick Hausding (Wasserspringen, Weltmeister),  Raphael Holzdeppe (Stabhochsprung, Weltmeister),  Sascha Klein (Wasserspringen, Weltmeister) oder Christina Obergföll (Speerwurf, Weltmeisterin). Sechs Kandidaten für den „Champion des Jahres“, sechsmal das Gefühl, mit dem Kreuzchen nichts verkehrt machen zu können. Das wärmt wie die Sonne in Süditalien.

Es ist also ein entspannter und etwas anderer Wahlkampf. Keiner hat im Club Plakate aufgehängt und verteilt Kugelschreiber oder Luftballons. Dabei könnte zum Beispiel Stabhochspringer Holzdeppe wunderbar werben: „Wählen Sie den Höhenflug“. Er hätte es da einfacher als beispielsweise die beiden Wasserspringer, bei denen es sportlich automatisch abwärts geht. Und die Kanutin Hantl kann ja schlecht damit werben, dass mit ihr alles den Bach runtergehen würde.

Die sechs Spitzensportler müssen die anderen Spitzensportler also anders von sich überzeugen. Deutschlands Hockeymänner lassen sich schnell  begeistern, wenn man ihnen einen ausgibt, und das möglichst oft. Aber in einem „All-inclusive-Club“ klappt diese Variante nur bedingt. Weil auch die Hockeyfrauen da sind, könnte sich ein Kandidat locker 30 Stimmen sichern, eine Hausmacht.

Die Hockey-Männer haben die sympathische Kanutin Hantl daran freundlich erinnert, ohne Böses im Schilde zu führen oder das, was man auch denken könnte. Die Jungs sind einfach so: eine lustige Truppe, die kleine Späßchen ausheckt und nur beim  Fußballturnier damit eine kleine Pause macht.

Wer es am Ende wird? Keine Ahnung. Aber jede Wette: Die FDP hätte sich mit diesen sechs Kandidaten keine Gedanken um die Fünf-Prozent-Hürde machen müssen.

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