Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Sportbuzzer Heppenheim feiert seinen Weltmeister Sebastian Vettel
Sportbuzzer Heppenheim feiert seinen Weltmeister Sebastian Vettel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:40 21.11.2010
Anzeige

Er scherzte auf bestem Hessisch und war hin und weg von seinem „Vettelheim“: Der begeisterte Empfang in seiner Heimatstadt hat Sebastian Vettel überwältigt. „Ich bin im Momend e bissje baff. Mit so viele Leud häd’ isch net gereschnet“, sagte der neue Formel-1-Weltmeister am Sonntag in Heppenheim vor rund 25 000 Fans auf hessisch und sprach von „Gänsehaut pur“. Er sei „extrem stolz“, betonte Vettel, der sich exakt eine Woche nach seinem WM- Triumph auch vor seinen Fans in absoluter Bestform zeigte und sogar zu einigen Einlagen mit einem befreundeten Comedian hinreißen ließ. „Ich hoffe, dass wir uns in einem Jahr hier wiedersehen“, kündigte er an.

Sein Fans warteten teilweise schon seit den Morgenstunden auf dem Europaplatz, immer wieder skandierten sie während des fast einstündigen Auftritts „Se-Bast-ian“. „Das haut einen fast um“, kommentierte Vettel, der sich im sportlich-legeren Team-Outfit auf dem Dach eine kleines Busses im Retro-Look seinen begeisterten Fans präsentierte. „Wir sind so stolz auf dich. Wir Heppenheimer haben alle an dich geglaubt“, freute sich Bürgermeister Gerhard Herbert mit dem „berühmtesten Sohn Heppenheims“. So gut wie sicher sei, dass Vettel zum Ehrenbürger ernannt werde.

Anzeige

Kaum auf der Bühne, hielt Vettel das imposante Bild erstmal mit seinem Handy für sein persönliches Fotoalbum fest. „Es ist natürlich viel besser hier“, meinte der mit 23 Tagen und 134 Tagen jüngste Formel-1-Weltmeister: „So viele Leute waren nicht in Abu Dhabi.“

Witzig, spontan, schlagfertig - und bescheiden. „Ich bin immer noch einer von Euch“, rief er in die Menge. „Wir sind sooo stolz auf dich“, hieß es auf Plakaten, die ihm entgegengehalten wurden. Und immer wieder reckte der berühmte „Vettel-Finger“ aus der Menge.

Von der Stadt bekam er eine Fotocollage von seiner Demo-Show im Red Bull im Sommer geschenkt. Wein, Grüße, ein Roter Löwe aus Hessen und ein Nummernschild HP - Weltmeister (Vettel: „Da fehlen die Plaketten.“) sowie Glückwünsche ohne Ende nahm der Hesse entgegen. Auf dem neuen Ortsschild Vettelheim musste er dann auch gleich unterschreiben. „Die ganzen Geschwindigkeitsbeschränkungen in Heppenheim sind hiermit offiziell aufgehoben“, scherzte Vettel, der auf der Bühne fast noch mehr Gas gab als im Auto und auch im Kreise der Kommunal- und Landespolitiker klar das Tempo vorgab.

Selbst mit einer Woche Abstand hat Vettel die Tragweite seines historischen Triumphs als jüngster Champion der Formel 1 aber noch immer nicht hundertprozentig realisiert. „Man greift sich an den Kopf. Mensch, das gibt es doch gar nicht. Hoffentlich weckt mich keiner auf“, beschrieb Vettel die Momente der Ruhe, die in der abgelaufenen Woche selten waren.

Aus Abu Dhabi via Zürich war Vettel nach Heppenheim gereist. An diesem Montag ist er als Fahrlehrer für Sponsor BMW im spanischen Cartagena im Einsatz. Am kommenden Wochenende tritt Vettel dann im Race of Champions mit Michael Schumacher an - und die Vettel-Mania mit einem bestens aufgelegen Weltmeister wird weitergehen: „Die ein oder andere Nacht wird noch gefeiert.“

dpa