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Sportbuzzer Im Harz zur Lockerheit zurückgefunden
Sportbuzzer Im Harz zur Lockerheit zurückgefunden
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16:18 08.01.2011
Arnd Peiffer. Quelle: dpa
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Der Harzer Arnd Peiffer schwimmt derzeit auf einer Erfolgswelle. Beim Staffelsieg der deutschen Biathleten war er in Oberhof Laufschnellster des gesamten Feldes. Den zehn Kilometer langen Sprint beendete der 23 Jahre alte Hüne als Zweiter. „Der Staffelsieg war Balsam für die Seele. Durch den zweiten Platz im Sprint bin ich nicht mehr der Frage nach der WM-Norm ausgesetzt. Jetzt wird alles ein bissel einfacher“, stellte er zufrieden fest.

Die für Erfolge nötige Lockerheit hat sich Peiffer in der Woche nach dem letzten Dezember-Weltcup im heimischen Clausthal-Zellerfeld geholt. „Im ersten Saison-Drittel wollte ich einfach zu viel, habe mir die Rennen nicht gut genug eingeteilt, sondern es mit der Brechstange probiert. Ich war im Kopf etwas fest“, bewertete er den Winter-Einstieg. Vor Weihnachten hat er ein paar Tage ausgespannt. „Ich bin ein paar lange Einheiten im klassischen Stil gelaufen“, erzählte Peiffer. Das habe er seit zwei, drei Jahren für sich entdeckt. „Um den Freistil-Einheitsbrei zu durchbrechen ist das ein guter Ausgleich“, meinte der Bundespolizist.

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Unterstützt wurde er dabei von seinem langjährigen Trainer Frank Spengler, der den fünf Minuten vom Landesleistungszentrum entfernt wohnenden Burschen einst für Biathlon begeisterte. Spengler war es auch, der seinen Wechsel in die Oberhofer Trainingsgruppe von Mark Kirchner beförderte. „Klar hätte ich ihn gern hier gehalten, doch in Oberhof haben Arnd und auch unser Daniel Böhm ideale Bedingungen, bessere Trainingspartner und gute Entwicklungsmöglichkeiten“, sagte Spengler, der einst auch in der Kaserne am Grenzadler zu einem deutschen Spitzen-Skilangläufer gereift war.

Die Loipen am Rennsteig sind nicht nur die Heimstrecken Peiffers. Oberhof ist auch der Lieblings-Weltcup des intelligenten Skijägers, der als einziger des deutschen Elite-Kaders keinen Spitznamen hat. In der Skiarena feierte er seinen Weltcup-Einstand am 8. Januar 2009 mit einem Gala-Auftritt in der auf Platz drei ins Ziel kommenden deutschen Staffel. Tags darauf wurde er Siebter im Sprint, qualifizierte sich für die WM und gewann im koreanischen Pyeonchang zweimal Bronze - mit der Staffel und der Mixed-Staffel.

Inzwischen ist der eloquente „Anti-Star“ aber auch bei den Fans angekommen. Selbst wenn er in Oberhof Privatklamotten anzieht, wird er erkannt und um Autogramme gebeten. „Das ist auf der einen Seite natürlich schön, speziell während der Weltcup-Woche sollte man sich aber nicht zu häufig in Menschenmassen aufhalten. Die Ansteckungsgefahr ist einfach zu groß“, schätzte er ein. Das will der logische Denker nicht riskieren, zumal der sowieso in sich ruhende Niedersachse derzeit rundum zufrieden ist. „Wenn’s läuft, dann läuft’s“, meinte er mit schelmischen Lächeln. Aufkommender Euphorie baut er aber vor. „Jeden Tag muss man sich neu erarbeiten. Dabei sollte aber das neu gewonnene Selbstvertrauen helfen“.

dpa