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Sportbuzzer "Impfungen und Kuren sind Pflicht"
Sportbuzzer "Impfungen und Kuren sind Pflicht"
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19:12 21.01.2009
Quelle: HAZ/ Uwe Dillenberg
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Herr Bargheer, was muss ich aus tierärztlicher Sicht beachten, wenn ich mir ein Pferd anschaffe?
Man muss auf jeden Fall eine Ankauf-untersuchung machen lassen, um allen Eventualitäten wie verborgenen Krankheiten vorzubeugen. Egal, ob ich ein Turnierpferd kaufe oder nur eines zum Ausreiten.

Wie sieht solch eine Ankaufuntersuchung aus?
Es gibt zwei Arten: einmal der sogenannte „kleine“ Ankauf, das ist der klinische Teil. Dabei werden unter anderem Augen, Ohren, Zähne und Geschlechtsorgane untersucht und wie das Pferd sich in der Bewegung verhält. Man achtet darauf, ob es irgendwelche klinischen Besonderheiten gibt. Gibt es die, geht es in den zweiten Teil über, in die Röntgenuntersuchung. Dabei gibt es zwölf Standardaufnahmen. Das wäre der sogenannte „große“ oder „komplette“ Ankauf.

Also wird der zweite Teil dieser Untersuchungen nur bei Auffälligkeiten vorgenommen?
Nein. Bei teureren Pferden wird ohnehin die „große“ Untersuchung vorgenommen, denn der klinische Teil kann ja ohne Befund sein, beim Röntgen dennoch etwas sichtbar werden.

Kann ich diese Untersuchungen bei jedem Tierarzt vornehmen?
Den klinischen Teil sollte eigentlich jeder Kollege durchführen können.

Wer zahlt eine solche Ankaufuntersuchung?
Wer die Musik bestellt, muss sie auch bezahlen – also in der Regel der Käufer. Sollte es aufgrund eines medizinischen Befundes nicht zum Kauf kommen, ist das Ganze eine Vertragssache, dann zahlt normalerweise der Verkäufer. Das muss aber vorher geklärt werden.

Wenn ich das Pferd gekauft habe, was kommt dann an laufenden Tierarztkosten auf mich zu?
Zwei Impfungen im Jahr gegen Influenza und Herpes, alle zwei Jahre eine Impfung gegen Tetanus – dazu kommen vier bis sechs Wurmkuren pro Jahr. Bei Turnierpferden ist dieses Programm Pflicht, bei anderen Pferden auf jeden Fall ratsam; die Infektionsgefahr ist einfach zu groß.

Wie teuer ist die jeweilige Behandlung?
Pro Impfung muss man rund 50 Euro rechnen, die Wurmkuren kosten von 12 bis 27 Euro, wobei im Moment die teureren angesagt sind. Dazu kommt noch mehrfach jährlich die Behandlung durch den Hufschmied. Das Ausschneiden kostet etwa 25 bis 30 Euro, ein Komplettbeschlagen aller vier Hufe an die 100 Euro.

Auf was muss ich bei der Unterbringung des Pferdes achten, wenn ich keinen eigenen Stall habe?
Das Pferd ist ein Lauftier. Licht, Luft, Wasser und Bewegung sind Grundvoraussetzungen. Große Boxen sind wichtig. Bei den neuen, großen Ställen sind bereits Außenboxen – Paddocks – dabei, und das ist ganz wichtig.

Das Füttern ist ja inzwischen zu einer kleinen Wissenschaft geworden…
Als Selbstversorger muss ich mich auf jeden Fall genau informieren, mich beraten lassen, auf Qualität achten. Wenn ich Heu, Hafer und Pellets füttere, ist das Pferd aber schon gut versorgt. Im Frühjahr und Herbst beim Haarwechsel müssen ein paar Spurenelemente hinzugefügt werden. Aber: Eine Beratung ist gerade für Anfänger unerlässlich.

Interview: Jörg Grußendorf

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