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Sportbuzzer Janssen: „Ich will vernünftig durchkommen“
Sportbuzzer Janssen: „Ich will vernünftig durchkommen“
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20:07 04.05.2012
Von Gabriele Schulte
Hendrik Janssen ist fit für den Start bei seinem ersten Marathon. Quelle: Poblete Young
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Hannover

Hendrik Janssen spricht von einer „anderen Welt“, in die er da eingetaucht ist. Eine andere als die des Gelegenheitsjoggers von früher. „Die Vorbereitung auf den Marathon ist viel intensiver“, meint der 34-Jährige, der sich beim „TUI-Marathon“ am Sonntag in Hannover zum ersten Mal auf die 42,195 Kilometer lange Strecke wagt. Mit der HAZ-Vorbereitungsgruppe um Trainer Markus Pingpank hat er seit November auf diesen Tag hin trainiert. Jeden zweiten Sonnabend mit immer länger werdenden gemeinsamen Runden vom Maschsee aus, mit Leistungstests am Limit und Übungen für einen kraftvollen und dennoch ökonomischen Laufstil. Zudem mehrmals pro Woche nach der Arbeit allein oder mit Freunden in der Eilenriede, die in Kirchrode vor seiner Haustür liegt.

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Nun ist es endlich so weit. Natürlich hat der Debütant Respekt vor der Distanz, alles andere wäre vermessen. Auch für einen, der wie Hendrik Janssen eine Abteilung der Börse Hannover leitet und der als Hobbyfußballer schon immer sportlich aktiv war, ist die „Königsdisziplin“ eine enorme Herausforderung. Aber Angst habe er nicht, versichert der 1,88-Meter-Mann: „Ich freue mich darauf.“ Seine Frau und die drei und ein Jahr alten Töchter freuen sich mit und haben angekündigt, am Sonntag auf jeden Fall an der Strecke zu stehen. Ob Lisa und Nora ihn mit einem Schild „Lauf, Papa, lauf“ anfeuern werden? „Ich lasse mich überraschen“, sagt Janssen.

Die junge Familie ist ein Grund, warum sich der Kirchroder ein Hobby gesucht hat, bei dem er sich die Trainingszeiten selbst einteilen kann. Die Tätigkeit an der Börse mit wechselnden Arbeitszeiten ist der andere. Als ein Bekannter ihn im vergangenen Jahr zum Halbmarathon überreden wollte, dachte sich Janssen: Warum nicht gleich einen ganzen? Das Angebot, sich mit rund 90 anderen in der HAZ-Laufgruppe vorzubereiten, kam da gerade recht. „Als ich im November anfing, hatte ich nur ganz alte Schlappen und nicht mal eine richtige Laufhose“, erzählt er. Ein zweites Paar Schuhe habe er sich auch gleich gekauft, schließlich standen in den folgenden Monaten etliche Hundert Kilometer auf dem Programm. Die führten als angenehmer Nebeneffekt dazu, dass 13 von zuvor 94Kilo Körpergewicht auf der Strecke blieben. „Darauf kam es mir überhaupt nicht an“, sagt Janssen, „Aber ich fühle mich so viel fitter.“ Die Kniebeschwerden, die sich wegen der ungewohnten Belastung im Winter einstellten, seien mit einer Laufschuhberatung und Anleitungen für Kraftübungen von Trainer Pingpank behoben worden.

In seiner Leistungsgruppe, die meist in einem Tempo von zehn Kilometer pro Stunde trainierte, lernte Janssen Gleichgesinnte kennen, die sich auch während der Woche mit ihm zum Laufen verabredeten. Am Marathontag, nach einem Frühstück unter dem Motto „Bloß nicht vollstopfen“, wollen sie sich zum Einlaufen am Aegi treffen. Wettkampferfahrung haben sie schon beim Silvesterlauf, beim CeBIT-Run und beim Halbmarathon am Flughafen gesammelt. „Ich war überrascht, wie gut das ging“, erinnert Janssen sich.

Wenn Wetter und Tagesform stimmen, ist am Sonntag eine Zeit unter vier Stunden drin. Er werde aber „keine schlechte Laune bekommen“, wenn daraus nichts wird, versichert Janssen und wirkt sehr locker dabei. „Ich will vernünftig durchkommen.“ Auf jeden Fall wird er sich mit einer Massage belohnen, der Termin ist für Montag vereinbart. Und im nächsten Jahr wird sich Janssen vielleicht erneut an der 42,195 Kilometer langen Strecke messen. Denn an der „anderen Welt“ des Langstreckenlaufens hat er Gefallen gefunden.

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