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Sportbuzzer Judo-Zwillinge Brussig gewinnen Gold
Sportbuzzer Judo-Zwillinge Brussig gewinnen Gold
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21:48 30.08.2012
Von Manuel Becker
Goldene Zwillinge: Carmen Brussig (l., hier gegen die Russin Victoria Potapowa) gewinnt in der Klasse bis 48 kg. Wenig später holt sich auch ihre Schwester Ramona eine Goldmedaille. Quelle: dpa
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London

Wieder war es die Ältere, die schneller war: Carmen Brussig hat am Donnerstagabend das erste paralympische Gold für die deutsche Mannschaft erkämpft. In der 48-kg-Klasse setzte sich die stark sehbehinderte Judoka gegen die Taiwanesin Kai-Lin Lee durch. 15 Minuten vor Zwillingsschwester Ramona war Carmen Brussig auf die Welt gekommen – und wieder rund 15 Minuten nach ihr kämpfte Ramona in der 52-Kilo-Klasse um Gold. Und im Finale ließ sie sich keine Zeit: Nach nur 19 Sekunden hatte sie die Chinesin Lijing Wan mit der K.-o.-Wertung Ippon besiegt.

Nach dem Halbfinale war zum ersten Mal ein bisschen von der Anspannung des Wettkampfes von den Schwestern abgefallen. „Ich bin wirklich erleichtert“, sagte Ramona Brussig, die mit einem erfolgreichen Würgegriff gegen die Russin Alesia Stepaniuk den Einzug ins Finale geschafft hatte – wenige Minuten nachdem Zwillingsschwester Carmen ihr Halbfinale gegen die Ukrainerin Yuliya Halinska gewonnen hatte.

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Natürlich hätten sie beide vom Finale geträumt, sagt Ramona Brussig. In Peking vor vier Jahren hatte die jüngere der beiden Zwillingsschwestern, die in Athen 2004 Gold geholt hatte, Silber erkämpft. Carmen verpasste das Finale damals und nahm Bronze mit nach Hause.

Am Donnerstag standen nun endlich beide im Finale. „In Peking haben wir an unterschiedlichen Orten gekämpft“, sagt Ramona Brussig, „schön, dass wir hier jetzt zusammen in der Halle sind.“ Nur wenige Minuten lagen gestern zwischen den Kämpfen der Schleswig-Holsteinerinnen, die seit 26 Jahren gemeinsam auf der Matte stehen. Entsprechend schnell flitzten sie durch die Mixed-Zone, in der die Journalisten warteten. „Keine Zeit, ich muss meiner Schwester die Daumen drücken“, sagte Carmen und war schnell wieder verschwunden. Auch nach ihrem Finalerfolg, denn Schwester Ramona war ja auch noch dran.

Auch wenn die gelernten Konditorinnen morgens nicht dieselben Rituale haben, wie Ramona Brussig sagt, so machen sie doch alles gemeinsam. Im olympischen Dorf teilen sie sich ein Zimmer, sie frühstücken zusammen, stellen sich nacheinander auf die Waage, fahren gemeinsam auf das Messegelände, wo die Judo-Kämpfe ausgetragen werden, und wärmen sich zusammen auf. „Dann konzentriert sich aber jeder auf seinen Kampf“, sagt Ramona und gesteht im Nachsatz: „Natürlich hört ein Ohr immer mit, was auf der Matte passiert.“

Dass sie beide am Ende des Tages Gold geholt haben, sei Wahnsinn. „Mehr geht nicht“, freute sich Carmen, die nach ihrem Kampf schon auf Zwillingsschwester wartete und sie in die Arm schloss. Lange blieb dafür aber keine Zeit. Carmen musste wieder schnell weiter – dieses Mal zur Siegerehrung.

  • Silber für Schmermund: Die querschnittsgelähmte Luftgewehrschützin Manuela Schmermund hat bei der ersten Entscheidung in London die Silbermedaille gewonnen. Die 40-Jährige von der SG Mengshausen wurde im Schießen aus zehn Metern hinter der Chinesin Zhang Ciuping Zweite.
  • Iwanow holt Schwimm-Bronze: Sebastian Iwanow aus Leverkusen hat die erste Medaille für die deutschen Schwimmer gewonnen. Der 27-Jährige, der ohne Kniescheiben und Schienbeine auf die Welt kam, wurde über 100 Meter Rücken Dritter. Swen Michaelis aus Leipzig wurde Sechster.
  • Graf Dritter auf der Bahn: Bahnradsportler Tobias Graf hat die Bronzemedaille im 1000 Meter-Zeitfahren gewonnen. Dem 28-Jährigen, der bei einem Unfall mit einem Mähdrescher sein linkes Bein verloren hatte, sogar für einen Weltrekord in seiner Schadensklasse C2.

Dieser Artikel wurde aktualisiert.