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Sportbuzzer Kampfansage vor Duell zwischen Indians und Scorpions
Sportbuzzer Kampfansage vor Duell zwischen Indians und Scorpions
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14:11 29.08.2009
Von Björn Franz
Packende Duelle wie hier zwischen Jamie Chamberlain (Indians, links) und Danny Pyka (Scorpions) gab es in der Vergangenheit reichlich. Quelle: zur Nieden
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Es hat sich etwas verändert im hannoverschen Eishockey. Um das zu erkennen, muss man noch nicht einmal das Geschehen auf dem Eis abwarten. Schon durch den inoffiziellen Titel, unter dem das Duell zwischen den Hannover Scorpions und dem EC Hannover Indians in diesem Jahr firmiert, wird deutlich, dass sich das mittlerweile schon traditionelle Aufeinandertreffen der beiden Rivalen auf einer neuen Ebene bewegt.

Die Partie am Sonntag (18.30 Uhr) in der TUI Arena und das Rückspiel am 28. Oktober am Pferdeturm gelten als Eishockey-Stadtmeisterschaft. Aus dem wegen des Zwei-Klassen-Unterschieds einseitigen Vergleich, der seinen Reiz ausschließlich aus dem Duell der Fans auf den Rängen bezog, ist ein Duell geworden, bei dem sich die Kontrahenten zumindest nahezu auf Augenhöhe begegnen. Natürlich sind die Scorpions, die zuletzt mit den 2. Platz nach der Vorrunde der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) und dem knappen Scheitern im Halbfinale der deutschen Meisterschaft die erfolgreichste Saison ihrer Vereinsgeschichte spielten, noch immer der klare Favorit.

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Doch mit dem Aufstieg der Indians in die 2. Liga und den daraus resultierenden personellen Veränderungen in deren Kader ist der Abstand zwischen den Teams deutlich kleiner geworden. „Ich habe gehört, es war zuletzt meist eine ziemlich deutliche Angelegenheit“, sagt Indians-Trainer Craig Streu, der am Sonntag direkt von einem Trainerlehrgang in Füssen zu seiner Derby-Premiere anreist. „Aber das kann ich mir diesmal wirklich nicht vorstellen.“

Immerhin kassierte sein Team in den bisherigen Testspielen gegen die DEL-Klubs aus Köln, Kassel, Iserlohn und Düsseldorf zwar durchweg Niederlagen, aber es hielt dabei jeweils über weite Strecken mit und unterlag nie höher als mit zwei Toren Differenz. Daher schickt der Kanadier sogar eine kleine Kampfansage an die Adresse der Scorpions: „Der Unterschied zwischen der 1. und der 2. Liga ist nicht groß – wir werden ja sehen, was nach 60 Minuten auf der Anzeigetafel steht.“ Dass der Favorit sonderlich beeindruckt auf die Herausforderung des Außenseiters reagiert, kann man allerdings nicht sagen. Ganz im Gegenteil. Scorpions-Trainer Hans Zach wünscht sich sogar, dass die Indians seiner Mannschaft das Leben am Sonntag möglichst schwer machen. „Je besser sie spielen und je enger die Partie ist, desto mehr bringt es für uns“, meint der 60-Jährige, dem die Emotionen völlig abgehen, die das Derby speziell bei den Fans beider Seiten weckt.

Sein Fokus liegt auf dem 6. September, an dem die Scorpions mit dem Heimspiel gegen die Frankfurt Lions in die neue DEL-Saison starten. Dafür sieht er seine Mannschaft, die am heutigen Sonnabend erst gegen 22 Uhr vom Vorbereitungsturnier in der Schweiz zurückkehrt, auf einem sehr guten Weg. Und so ist das Spiel gegen die Indians für ihn eben auch nur eines von sieben Testspielen. Dass es abseits der Eisfläche und speziell für viele Besucher auf den Rängen weit mehr als das ist, das weiß Zach natürlich auch.

Doch der ehemalige Nationaltrainer ist lange genug im Geschäft, um sich durch das typische Drumherum eines Derbys nicht von dem für ihn einzig Wesentlichen ablenken zu lassen: dem Sport. Zumal dieser für die Scorpions aus seiner Sicht noch einen weit größeren Stellenwert hat als für den eine Klasse tiefer spielenden Lokalrivalen. „Wir können nur über sportliche Leistungen auf uns aufmerksam machen. Die Indians haben darüber hinaus auch noch ihren Kultstatus, für den sie sich feiern“, meint Zach. „Vielen Leuten gefällt das – und mich stört es nicht.“