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Sportbuzzer Sonne, Schweiß und Samba-Rhythmen
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Von Frerk Schenker
Die Spitzengruppe um den späteren Sieger Henry Kipsigei Chirchir.
Die Spitzengruppe um den späteren Sieger Henry Kipsigei Chirchir (links). Quelle: Philipp von Ditfurth
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Hannover

"Ich liebe Hannover": Mit diesem Lob bedankte sich Marathon-Sieger Henry Kipsigei Chirchir bei Publikum und Organisatoren des Laufevents an der Leine. Und in der Tat hatte Hannover in diesem Jahr einiges auf die Beine gestellt, um den Läufern, Walkern, Skatern und Handbikern die sportliche Herausforderung so angenehm wie möglich zu machen: Rekordverdächtige 18.157 Teilnehmer hatten sich angemeldet, und entlang der Strecke verfolgten Zehntausende Niedersachsens größte Laufveranstaltung. Sie feuerten die Sportler an, feierten ausgelassen zu den Rhythmen der Samba-Bands oder machten es sich in der Sonne gemütlich.

Hannover ist sportlich unterwegs: Um kurz vor neun Uhr starteten Tausende Läufer, Inliner und Handbiker auf den Straßen der City.

Die überraschend warmen Temperaturen machten allerdings den Läufern zu schaffen. Vor allem am Ende hatten sie mit dem Wetter zu kämpfen, als die Temperaturen deutlich anstiegen. Mehrere Läufer kollabierten, ein Halbmarathon-Läufer wurde mit dem Rettungswagen in die MHH gebracht. Am späten Nachmittag kam dann die traurige Nachricht, dass der 66-Jährige verstorben ist. Nähere Einzelheiten sind noch nicht bekannt.

Sieger verpasst Streckenrekord

Als Sieger des 24. Hannover-Marathons stand am Ende Henry Kipsigei Chirchir fest. Der Läufer aus Kenia überquerte die Ziellinie nach 2:11:30 Stunden unter dem Jubel Zehntausender Zuschauer. Den Streckenrekord von 2:08:32 Stunden verpasste er jedoch klar. Nachdem die Spitzengruppe lange zusammengeblieben war, entschied Chirchir das Rennen erst auf der Zielgeraden am Friedrichswall in einem packenden Schlussspurt. Zweiter wurde sein Landsmann Francis Bowen, der zeitgleich ins Ziel kam. Mitfavorit Evans Kipkogei Ruto, ebenfalls aus Kenia, wurde Dritter mit vier Sekunden Rückstand. Bereits wenige Minuten nach dem Zieleinlauf fand Chirchir wieder Luft für ein kurzes Interview. Der Kenianer lobte die flache Strecke und dankte dem Publikum für die Unterstützung. "Ich liebe Hannover", sagte Chirchir.

Die Spitzengruppe um den späteren Sieger Henry Kipsigei Chirchir (links). Quelle: Philipp von Ditfurth

Bei den Frauen setzte sich die Favoritin Souad Ait Salem in 2:33:09 durch. Die Algerierin kämpfte am Ende jedoch mit den schwindenden Kräften und hatte am Ende nur 23 Sekunden Vorsprung auf die Russin Nadeshda Leonteva. "Ich hatte Schmerzen in den Beinen", erklärte die Algerierin den Zeitverlust auf der zweiten Hälfte des Rennens. "Es war aber ein tolles Erlebnis, hier zu laufen – und ich komme gern wieder nach Hannover." Dritte wurde die Kenianerin Bornes Kitur (2:33:50). Für die Mitfavoritin Lisa Hahner war das Rennen hingegen noch vor der Halbmarathon-Marke beendet. Die junge Hessin, die eine Bestzeit von knapp über 2:30 Stunden vorzuweisen hat, stieg verletzungsbedingt aus.

Läufer-Fotos

Teilnehmer-Fotos vom Hannover-Marathon

Der offizielle Startschuss zum Hannover-Marathon fiel einige Minuten vor dem Hauptlauf. Um 8.40 Uhr machten sich Handbiker auf den Weg durch die City. Wenig später folgten die Inline-Skater, die ebenfalls 21,1 Kilometer zurücklegen mussten. Der eigentliche Marathon über 42,195 Kilometer wurde um 9 Uhr vor dem Neuen Rathaus gestartet. Das Gros der rund 18.418 Teilnehmern nahm allerdings den Halbmarathon in Angriff, der um 10.30 Uhr gestartet wurde. Mehr als 7000 Halbmarathonis starteten unter den Augen von Zehntausenden Zuschauern, die an der Strecke stehen.

Die ersten Sieger des Tages standen bereits um kurz nach neun Uhr fest. Bei den Handbikern gewann der Hesse Vico Merklein nach 21,1 Kilometern in 34:17 Minuten – nur eine Sekunde vor Bernd Jeffré und Patrick Gabriel. Bei der Frauen-Konkurrenz siegte die Russin Svetlana Mashkovich in 37:17 Minuten. Christiane Reppe (37:32) wurde zweite vor der US-Amerikanerin Thea Rosa (42:42).

Schnellster Inliner war René Bieber (42:49) vor dem zeitgleichen Stephan Giesbers und dem Franzosen Quentin Zimmermann (42:50). Britta Mutzke überquerte nach 44:28 Minuten als erste Frau den Zielstrich vor Vioal Reimer (47:18) und Stefanie Scheffler (47:22).

Zu der kompletten Ergebnisübersicht.