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Sportbuzzer Kerber ringt Lisicki nieder
Sportbuzzer Kerber ringt Lisicki nieder
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22:32 03.07.2012
Angelique Kerber jubelt über ihrer Viertelfinal-Sieg gegen Sabine Lisicki. Quelle: dpa
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London

Das mit Spannung erwartete Aufeinandertreffen auf dem Centre Court des wichtigsten Rasentennisturniers der Welt war nur Ende des 2. Satzes hochklassig – zu schwankend spielte Lisicki. Die Vorjahreshalbfinalistin konnte nicht an ihre Weltklasseleistung aus dem Achtelfinale anknüpfen, als sie überraschend die Weltranglistenerste Maria Scharapowa geschlagen hatte.

Am Ende erwies sich die 24 Jahre alte, so enorm laufstarke Linkshänderin Kerber als nervenstärker als die eineinhalb Jahre jüngere Fedcup-Kollegin. Auch im dritten Vergleich mit ihrer voraussichtlichen Doppelpartnerin bei den Olympischen Spielen ging sie schließlich als Siegerin vom Platz.

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Besonders nahe stehen sich die introvertierte norddeutsche Kerber und die in Florida lebende amerikanisierte Lisicki nicht unbedingt. „Wir sind keine Feindinnen und ich werde weiterhin freundlich zu Sabine sein“, hatte die Kielerin gewitzelt.

Gegen die gewohnt variabel und hochkonzentriert spielende Kerber wirkte Lisicki zunächst verunsichert bei ihrem Lieblingsturnier und längst nicht so vor Selbstbewusstsein strotzend – nach dem 1. Satz ließ sie sich am linken Daumen behandeln. Sie motivierte sich immer wieder neu und kämpfte sich dann in die Partie.

Im 2. Satz wehrte die Berlinerin, die sich unter anderem in Hannover auf das Grand-Slam-Turnier vorbereitet hatte, bei 4:5 und im Tiebreak insgesamt drei Matchbälle ab, um sich mit ihren „Augen-zu-und-durch-Schüssen“ und knallharten ersten Aufschlägen in den 3. Satz zu retten. Dann aber war die mental so überragende Kerber, die schon im Achtelfinale die Belgierin Kim Clijsters deklassiert hatte, die konstantere Spielerin. Trotz eines 3:5-Rückstands kämpfte sie sich zurück und brachte den Sieg nach Hause.

Nach einem Rückhandfehler der Kontrahentin nutzte Kerber, die am Montag mindestens auf Platz 7 der Weltrangliste klettert, Matchball Nummer 5.

Historischer Erfolg

Die deutschen Profis haben in Wimbledon Tennisgeschichte geschrieben: Nach Sabine Lisicki und Angelique Kerber zogen gestern auch Philipp Kohlschreiber und Florian Mayer ins Viertelfinale des wichtigsten Rasenturniers der Welt ein. Damit haben erstmals in der Grand-Slam-Historie vier deutsche Profis die Runde der besten Acht erreicht.

Deutschlands Nummer 1 Kohlschreiber schaffte in brillanter Manier gegen den US-Qualifikanten Brian Baker mit 6:1, 7:6 (7:4), 6:3 das beste Grand-Slam-Resultat seiner Karriere. „Das ist ein tolles Gefühl. Ich spiele auf einem Topniveau gerade, da gibt es nicht viel zu meckern!“, sagte Kohlschreiber. Mayer komplettierte gestern seine vom Regen unterbrochene Hängepartie vom Vortag gegen den Franzosen Richard Gasquet und siegte dank einer ähnlichen Klasse-Vorstellung überraschend klar 6:3, 6:1, 3:6, 6:2.

Inga Radel