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Sportbuzzer Klebrig
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19:12 21.01.2009
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Das Pferd im Besonderen – das beste Pferd von allen, wie Ephraim Kishon geschrieben hätte, wäre er nicht verheiratet, sondern Reiter gewesen – kann es damit auch mal übertreiben. Dann weigert es sich auf zwei Beinen, die Weide zu verlassen und von den Kumpels wegzutraben. Oder es schnalzt wie ein überdehntes Gummiband zurück zum Stall, weil man eine magische, nur für Pferde sichtbare Linie überritten hat. Der Pferdemensch sagt dazu fachsimpelnd: Das Pferd klebt. An seinen Artgenossen oder am Stall, in dem sich selbige befinden.

Nun sind enge Freundschaften ja was Schönes, wie auch wir menschlichen Zweibeiner wissen. Aber wir haben uns das Reiten irgendwann einmal als Freiheit und Abenteuer erträumt und wollen Grenzen nicht akzeptieren. Erst recht keine von Klebern gesetzte.
Wenn man diese Grenzen deshalb nun überschreitet und einen Kleber (oder eben ein Gummiband) überstrapaziert, verliert der Reiter unter Umständen die Haftung, speziell am Sattel. Dann stellt das Pferd beispielsweise fest, dass es alleine viel schneller im Stall ist – und schon sitzt der Reiter (oder die Reiterin) wie ein Häufchen Elend in der Sattelzwille und erlebt den Katapulteffekt von etwa 557 (fünfhundertsiebenundfünfzig!) Kilo.

PS: Für Beobachter sieht dieser Effekt erst aus wie Karussellspielen und dann wie Rodeo – und dauert leider auch noch weniger als acht Sekunden. So wird der Traum von Freiheit und Abenteuer zum Traum vom Fliegen. Nur anders. Kürzer. Und schmerzhafter beim Aufprall in die Wirklichkeit. Doch die Landung gibt weisen Reitern wieder Bodenhaftung: die Erkenntnis nämlich, dass ein Pferd immer ein Pferd bleibt. Ein Reiter ohne Pferd ist einfach nur ein Mensch…

von Karin Müller

Jörg Grußendorf 21.01.2009
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