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Sportbuzzer Kriegsveteranen wollen Rallye Dakar bezwingen
Sportbuzzer Kriegsveteranen wollen Rallye Dakar bezwingen
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15:11 09.01.2013
Mark Zambon, ehemaliger Minenräumer der US Armee, steht neben einem Geländewagen in Lima (Peru) vor dem Beginn der Rallye Dakar 2013. Im Irak und in Afghanistan entschärfte Zambon zahllose Bomben, ehe ihn ein Fehltritt vor zwei Jahren beide Beine kostete. Quelle: dpa
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Arica/Berlin

Der Tod war für Mark Zambon schon lange vor seinem Wüsten-Abenteuer bei der Rallye Dakar ein ständiger Begleiter. Im Irak und in Afghanistan entschärfte der frühere US-Soldat zahllose Bomben, ehe ihn ein Fehltritt beide Beine kostete. Zwei Jahre nach dem Unglück startet der 27-Jährige an der Seite von weiteren Kriegsveteranen beim bisweilen lebensgefährlichen Offroad-Klassiker durch Südamerika. „Was können wir anderes tun, als das Leben so intensiv wie möglich zu leben“, erklärte Zambon vor dem Start seine Motivation.

Das Team „Race2Recovery“ (Rennen zur Heilung) vereint frühere Soldaten, die im Einsatz schwer verwundet wurden und nun Zeichen setzen und Spenden sammeln wollen. „Wir zeigen, dass Menschen auch nach Verletzungen Außerordentliches erreichen können“, sagte Team-Manager Andrew Taylor. Der Brite wurde 2008 in Afghanistan Opfer eines Bomben-Attentats, die Rückenschmerzen begleiten ihn bis heute täglich. Und dennoch ist Taylor eine treibende Kraft hinter dem Veteranen-Team.

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Innerhalb von rund 18 Monaten formten der Ex-Offizier und seine Mitstreiter ein wettbewerbsfähiges Rallye-Team und machten es fit für den Start bei der Dakar. Die Vision: Als erster Rennstall mit behinderten Sportlern das Ziel der weltberühmten Rallye erreichen. „Es gab so manche Zeit, in der wir Tag und Nacht an den Autos gearbeitet haben, die Team-Mitglieder auf dem Boden der Werkstatt schliefen, und nach dem Aufstehen wieder von vorn anfingen“, verriet Pilot Tony Harris, dem im Afghanistan-Einsatz ein Bein amputiert werden musste.

Eine Welle der Sympathie begleitet das Team auf seiner knüppelharten Tour über die insgesamt 8500 Kilometer von Peru nach Santiago de Chile. Paralympics-Star Oscar Pistorius und Pop-Ikone Robbie Williams schickten vor dem Start Grußbotschaften und riefen zu Spenden für „Race2Recovery“ auf. Sogar Prinz William, seine Frau Kate und Prinz Harry gewährten aus einer ihrer Stiftungen Geld für das Projekt.

Finanzspritzen und Daumendrücken allein bringen den jungen Rennstall bei seinem Dakar-Debüt aber nicht über die Ziellinie. Rückschläge waren zu erwarten. Als erste aus dem Team mussten Harris und Beifahrerin Cathy Derousseaux die Hoffnung aufgeben, weil sie nicht alle Kontrollpunkte passierten und disqualifiziert wurden. Auch die anderen drei Crews verloren Stunde um Stunde auf die Spitzenfahrer. „Die mentale Erschöpfung ist die größte Herausforderung“, erklärte Navigator Zambon. „Die Dakar ist alles das, was ich erwartet habe. Sie verschiebt meine Grenzen immer wieder“, fügte er hinzu.

Grenzerfahrungen wie diese halfen Zambon auch auf seinem Weg in sein neues Leben nach der Bombenexplosion. Im vergangenen Juli kletterte der Ex-Unteroffizier auf den Kilimandscharo, Afrikas höchsten Gipfel. „Diesen Berg zu besteigen war meine Art, neu zu definieren, was es heißt, mit einer Verletzung wie dieser umzugehen“, sagt Zambon. Die Dakar soll nun sein nächster Kilimandscharo sein.

dpa

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