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Sportbuzzer „Kummerhügel“ mit Aussicht
Sportbuzzer „Kummerhügel“ mit Aussicht
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13:26 19.01.2010
Golfclub Schaumburg
Golf mit Weitblick gibt es beim Golfclub Schaumburg nicht nur auf dem Grün der 6. Bahn. Quelle: HAZ
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So sollte es eigentlich immer sein: Es ist ein wunderbarer Start an diesem Morgen auf der Anlage des Golfclubs Schaumburg - nicht nur weil wir nach der 1. Bahn schon den ersten Bruttopunkt auf der Scorekarte haben. Auch die Begegnung mit dem freundlichen Ehepaar, das nach uns abschlägt und den Neulingen aus Hannover noch ein paar nützliche Tipps für die Runde hier in Obernkirchen gibt, ist sehr angenehm. Familiäre Atmosphäre statt Startstress: Da landet ausnahmsweise auch der erste Abschlag mitten auf dem Fairway.

Als wir uns wenig später auf der Bahn 4 den Berg hinauf kämpfen, winkt uns das Ehepaar noch einmal vom Grün der Bahn 3 aus zu. Und als wir nach dem 6. Loch unter der alten Eiche stehen und den atemberaubenden Blick auf die Dächer von Obernkirchen und die Norddeutsche Tiefebene genießen, treffen wir die beiden schon wieder. Ein kleiner Plausch, dann geht's weiter. Hier beim GC Schaumburg, so viel steht schon nach ein paar Bahnen fest, begegnet man sich immer wieder.

Der Grund für den häufigen Kontakt mit anderen Spielern sind die relativ eng angelegten Bahnen auf dem ersten Teil der Anlage. „Das ist der jüngere Teil des Platzes, der erst vor neun Jahren entstanden ist“, sagt Pressewartin Christa Söhl. Dass den Golfern aus Obernkirchen nicht viel Platz zur Verfügung stand, um ihre Anlage auf 18 Löcher zu erweitern, zeigt sich besonders auf den ersten vier Bahnen. Vom offenen Gelände, in dem zumindest die Ballverlust-Quote gering ist, geht es dann auf der Bahn 10 zum älteren Teil der Anlage, in dem sich die Bahnen durch einen dichten Waldbestand ziehen. „Grüne Hölle“ und „Bermuda-Dreieck“ nennen die einheimischen Golfer die Bahnen 10 bis 12, weil hier auf den engen Fairways besonders viele Bälle auf Nimmerwiedersehen im Wald verschwinden.

Die Ballverluste nimmt man jedoch gerne in Kauf, denn zwischen den alten Buchen und Eichen macht das Golfen richtig Spaß. Eine besondere Aufgabe wartet auf der Bahn 12. Im Blindflug geht es über Büsche auf der linken Seite. Wer sich auskennt und genug Vertrauen zu seinem Driver hat, der kann das Grün bei einer Bahnlänge von 241 Metern sogar vom Abschlag aus angreifen. Und auch für die Runden-Verpflegung ist gesorgt: Zu dieser Jahreszeit kann man sich an den zahlreichen Obstbäumen prima stärken.

Auch ein Blick abseits der Fairways lohnt sich, denn hier gibt es viel Ungewöhnliches zu entdecken. Der Platz wurde auf der Industriebrache eines Kohlebergwerks errichtet, erst 1960 wurde der Abbau der Kohle eingestellt. Zeitzeugen der Vergangenheit trifft man deshalb auf der Runde immer wieder. Etwa die Ruine der alten Brikettfabrik an der Bahn 1 oder den Eingang des Liethstollens auf dem Weg zum Abschlag der Bahn 10. Und die Fairways der Bahnen 5 und 6 werden durch einen jener Abraumhügel des Bergbaus geteilt, die den Spitznamen „Kummerhügel“ tragen. Auch wenn hier der Abschlag danebengeht: Grund zur Klage haben die Schaumburger Golfer mit ihrem Platz nicht.

Der Golfclub Schaumburg wurde 1980 gegründet.

Die Anlage bietet seit 2000 einen 18-Loch-Platz (Par 71) mit einer Länge von 5220 Metern. Das Greenfee beträgt 35 Euro (Montag bis Freitag), an Wochenenden und an Feiertagen 45 Euro. Der Klub liegt in Obernkirchen und ist von Hannover aus über die A 2 Richtung Dortmund, Ausfahrt Bad Eilsen, zu erreichen. Weitere Informationen gibt es per Telefon unter (0 57 23) 74 94 74 sowie im Internet unter www.golfclub-schaumburg.de.

Lieblingsloch

Die Bahn 17, weil sich die Mühe lohnt. Kurz vor Ende der Runde geht es vom Grün der Bahn 16 steil bergauf zum Abschlag der 17. Ein sehr schmales Fairway und der große Baum unten in der Senke verlangen noch einmal volle Konzentration. Das ist anspruchsvoll und macht Spaß. Der Höhepunkt ist jedoch der traumhafte Panoramablick, der einen auf dem Grün erwartet. Einlochen und genießen.

Hassloch

Schon beim Abschlag stellt sich ein komisches Gefühl ein. Ganz tief unten ist man hier auf der Bahn 4 - 495 Meter lang geht es auf diesem Par 5 bergauf. Dass einem zu Beginn der Bahn auch noch der nachfolgende Flyt vom Loch 3 entgegenkommt, ist auch nicht angenehm.

von Heiko Rehberg und Christian Purbs