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Sportbuzzer LSB geht auf Konfrontationskurs zum Innenministerium
Sportbuzzer LSB geht auf Konfrontationskurs zum Innenministerium
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11:45 20.02.2017
Von Heiko Rehberg
Am Olympiastützpunkt in Hannover trainieren mehr als 200 Sportler aus dem A- bis C-Kader. Quelle: imago
Hannover

Der Landessportbund Niedersachsen (LSB) geht bei der wichtigsten Personalie des Olympiastützpunktes (OSP) in Hannover auf Konfrontationskurs zum Bundesinnenministerium. Der LSB möchte die am 22. Dezember vergangenen Jahres ausgeschriebene Stelle des OSP-Leiters so schnell wie möglich besetzen, das für die Koordination der Sportförderung zuständige Innenministerium (BMI) hält eine Interimslösung mit LSB-Chef Reinhard Rawe auch für die nächste Zeit für „absolut zumutbar“. Eine Feststellung, die Rawe in Rage bringt.

„Das geht an der Realität vorbei, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB, d. Red.) und wir haben da eine andere Auffassung. Für mich ist das nicht nachvollziehbar und auch nicht akzeptabel“, sagt Rawe. Am 30. September 2016 war der langjährige OSP-Leiter Jürgen Bruckert im Alter von 65 Jahren ausgeschieden - seitdem übt Rawe den Job kommissarisch aus. „Ich mache das jetzt seit fünf Monaten und nebenbei zu meinen anderen, vielfältigen Aufgaben. Das kann man aber nicht by the way machen. Das geht an die Grenzen“, sagt Rawe.

Der Vorstandsvorsitzende des LSB hat in den vergangenen Monaten viel dafür getan, dass auch nach der Umsetzung der Leistungssportreform der OSP-Standort in Hannover als einer von bundesweit 13 Einrichtungen erhalten bleibt. Er stehe „mit Haut und Haaren hinter der Spitzensportreform“, sagt Rawe. Der OSP Niedersachsen sei auch in Zukunft nicht gefährdet.

Der LSB ist der Rechtsträger des OSP, mit dem Deutschen Olympischen Sportbund wird laut Rawe demnächst ein Vertrag geschlossen, der die „sportfachliche Steuerung“ des OSP regelt. Doch wer wird der neue Leiter - oder die Leiterin? Und wer finanziert die Stelle? Bleibt das Innenministerium nämlich bei seiner Auffassung, dass eine kommissarische Lösung für Hannover ausreiche, würde der LSB sich nach einer Finanzierungsalternative umschauen müssen für die Leitungsposition, die zu 68 Prozent vom BMI bezuschusst wird.

Rawe sieht keine vernünftige Erklärung für das Zögern in Berlin. „Es wird nur gesagt, es gäbe offene Fragen, aber nicht, welche das sind.“ Auch der DOSB könne das nicht nachvollziehen. „Wir werden unseren Weg weitergehen, am 3. März Gespräche mit sechs Kandidaten führen und auch eine Frau oder einen Mann auswählen mit dem Ziel, sie oder ihn zum 1. Mai einzustellen“, sagt Rawe. Er würde damit Fakten schaffen bei dem strittigen Thema in der Hoffnung, dass das Innenministerium klein beigibt. „Notfalls“, sagt der LSB-Chef, „werden wir alle Möglichkeiten ausschöpfen, um die Stelle zu besetzen.“ Rawe spricht das nicht aus, aber er dürfte auch rechtliche Möglichkeiten meinen.

Insgesamt 43 Bewerbungen sind beim LSB für die OSP-Leiterstelle eingegangen, drei Frauen und drei Männer wurden für eine Bewerbungsendrunde ausgewählt.

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