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Sportbuzzer Löw kann nicht zur Tagesordnung übergehen
Sportbuzzer Löw kann nicht zur Tagesordnung übergehen
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16:49 11.11.2009
Bundestrainer Joachim Löw ist „völlig schockiert“ über den Freitod von Robert Enke. Quelle: ddp (Archivbild)
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„Es ist völlig richtig, dass wir das Chile-Länderspiel abgesagt haben“, betonte Löw in einer offiziellen Stellungnahme auf der DFB-Homepage. „Niemand fühlt sich in der Lage, in dieser Situation einfach zur Tagesordnung überzugehen. Wir haben einen Freund verloren. Das ist ein Moment, bei dem man auch im Fußball innehalten muss. Wir trauern tief um Robert Enke“, sagte der Bundestrainer.

Löw fiel es nach dem Tod von Enke schwer, seine Gefühle zu beschreiben. „Ich bin völlig schockiert, völlig leer. Mein ganzes Mitgefühl gilt seiner Frau und seiner Familie. Robert war nicht nur ein herausragender Spieler, sondern auch ein toller Mensch. Wir haben wunderbare Gespräche geführt. Er konnte zuhören und ist anderen mit unglaublichem Respekt begegnet. Fairness war für ihn immer ein wichtiger Lebensinhalt. Sein Tod ist ein immenser Verlust. Er wird uns fehlen, als erstklassiger Sportler und als außergewöhnlicher Mensch“, übermittelte der DFB-Chefcoach.

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Auch die chilenische Fußball- Nationalmannschaft hat mit Trauer auf den Freitod Enkes reagiert. „Das ist eine ganz traurige Situation, von der Deutschlands Fußball da heimgesucht wird. Wir fühlen mit der Familie“, sagte Verteidiger Pablo Contreras am Mittwoch von Leverkusen aus dem Radiosender Caracol. Eigentlich hätte die südamerikanische Erfolgself, die sich souverän für die WM in Südafrika qualifizieren konnte, am kommenden Sonntag in Köln ein Freundschaftsspiel gegen Deutschland bestreiten sollen.

Die Absage dieser Begegnung durch den deutschen Fußballverband DFB wurde von den Chilenen mit viel Verständnis aufgenommen. Der Tod Enkes sei eine „tragische Nachricht und ein schwerer Schlag für die Stimmung der Fans und der Sportler“, teilte der chilenische Fußballverband ANFP mit. „Als Zeichen des Respekts vor der Trauer, die Deutschland empfindet, hat der chilenische Fußballverband die Verschiebung des Freundschaftsspiels zwischen beiden Mannschaften sofort akzeptiert“, hieß es weiter. Die chilenische Elf, die für die Vorbereitung des nun abgesagten Spiels gegen Deutschland schon nach Leverkusen gereist war, hat jetzt in Europa zunächst nur noch das Freundschaftsspiel am kommenden Dienstag gegen die Slowakei zu bestreiten.

Alle größeren Zeitungen des südamerikanischen Landes berichteten ausgiebig über den Tod Enkes. „Trauer über Tod des Torwarts überschattet Freundschaftsspiel“, schrieb die wichtigste Zeitung des Landes, „El Mercurio“, am Morgen. Dann berichtete sie über die Absage. „Erschütterung über Freitod“, titelte die Zeitung „Las Últimas Noticias“. Der chilenische Reporter in Leverkusen, Rodrigo Astora, schrieb in einem Blog bei Radio Caracol, die chilenischen Spieler hätten schon in der Nacht bei der ersten Hiobsbotschaft vom Tod Enkes mit der Absage des Spiels gerechnet.

lni