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Sportbuzzer Ein sympathisches Bild
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00:18 30.04.2014
Von Carsten Schmidt
18.418 Sportler waren beim Hannover-Marathon unterwegs. Quelle: dpa
Hannover

Die Liebe wächst. 18 418 Menschen machen beim hannoverschen Stadtmarathon mit – und 200 000 Zuschauer stehen nicht nur am Straßenrand, sondern geben dort ihr Bestes. Sie feiern die Sportler und feuern sie an. Und sie halten inne, wenn es einen tragischen Zwischenfall gibt. Wie am Sonntag, als ein Halbmarathonläufer unterwegs kollabierte und nicht mehr von den Ärzten gerettet werden konnte, obwohl schnell Erste Hilfe geleistet wurde.

Hannover ist sportlich unterwegs: Um kurz vor neun Uhr starteten Tausende Läufer, Inliner und Handbiker auf den Straßen der City.

Den 1900 Helfern fällt beim Marathon ohnehin eine ganz besondere Rolle zu. Sie stehen nicht nur in Notfällen bereit, sie haben mit ihren fleißigen Händen den Start- und Zielbereich mitsamt den Zeitmessanlagen sowie die Sperrgitter aufgebaut, sie reichen den Läufern unterwegs Getränke und auf Wunsch auch portioniertes Obst. Gäbe es ihr meist ehrenamtliches Engagement nicht, käme kaum ein Teilnehmer wohlbehalten ins Ziel.

Zum Erfolgsgeheimnis des Marathons gehört auch dessen Vielseitigkeit. Es gibt Wettkämpfe für Kinder und Senioren, Fußgänger und Rollstuhlfahrer, Läufer, Walker und Inlineskater, sodass eigentlich nur Wasserratten nicht auf ihre Kosten kommen. Und das Zuschauen macht Spaß, weil man über die flinken Afrikaner an der Spitze staunt, aber auch all die Hobbyläufer bewundert und beklatscht, die überhaupt den Mut haben, ihre Ausdauer- und Leidensfähigkeit zu testen.

Läufer-Fotos

Teilnehmer-Fotos vom Hannover-Marathon

Beim Stadtmarathon ist Beifall auch für den Nachbarn aus Braunschweig ausdrücklich erwünscht. Und Eskorten bekommen nur besonders fleißige Läufer, die ihr 100., 500. oder ein sonstiges Jubiläum auf der klassischen 42,195-Kilometer-Distanz feiern. Das gemeinsame Erlebnis und zuweilen auch die Anstrengung unterwegs lässt Alltagsschranken fallen.

Läufer, Zuschauer und Helfer zeichnen auf diese Weise einmal im Jahr ein so sympathisches Bild von Hannover, dass die Gäste gern wiederkommen. Mancher entdeckt im Vorbeilaufen auch den einen oder anderen Ort, an dem er gern länger verweilt hätte – und korrigiert auf diese Weise das Vorurteil von einer langweiligen Stadt. Der Maschsee, der Zoo, die Staatstheater, die Herrenhäuser Gärten und die Museen sind nur einige Beispiele dafür, dass Hannover mehr zu bieten als ein großes Messegelände und eine schmucke Fußball-Arena mit einer Bundesligaelf.

Der Marathon macht gute Werbung für Hannover und erfüllt die Prognose einer Studie aus den achtziger Jahren: Die niedersächsische Landeshauptstadt brauche für ein gelungenes Marketing auch einen Stadtmarathon, hieß es damals. Verwirklicht wurde die Idee bereits 1991, doch manche Planung lief am Bürger vorbei, hinzu kamen diverse Streckenverlegungen und auch Pannen. Beständigkeit und Verlässlichkeit strahlt die Veranstaltung erst seit den 2000er Jahren aus.

23 Jahre Zeit zum Warmwerden haben sich die Hannoveraner mit ihrem Marathon gelassen, auch deshalb ist die jetzige Zuneigung gefestigt, ehrlich – und kommt aus vollem Herzen. „Wir wollen mit den Hannoveranern feiern“, sagte Organisatorin Stefanie Eichel im Vorfeld. Und wer so freundlich eingeladen wird, der sieht auch über manch kleine Beschwerlichkeit am Marathontag hinweg wie eine gesperrte Straße.

Zwischen Schmerzen und Freude: Die Zieleinläufe des Hannover-Marathons spiegeln neben Erleichterung und Stolz, auch die Erschöpfung der Läufer wider.

Hannover ist eine Sportstadt auch dank des Marathons. Deshalb sollte die Landeshauptstadt die Liebe zu ihrem großen Lauf pflegen.

Zur kompletten Ergebnisübersicht.

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