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Sportbuzzer „Wir bekommen 200 E-Mails pro Stunde“
Sportbuzzer „Wir bekommen 200 E-Mails pro Stunde“
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20:30 03.01.2014
„Ich liebe Schumi“: Anhänger von Michael Schumacher bekunden in der Fankappen-Aktion des Kerpener Fanclubs ihre Anteilnahme am Michael-Schumacher-Kartcenter. Quelle: dpa
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Kerpen

Am 45. Geburtstag von Michael Schumacher harrten gestern viele Fans vor der Universitätsklinik im französischen Grenoble aus. Michael Viehmann (48), Vorsitzender des Michael Schumaer Fanclubs Kerpen, der Heimatstadt des Formel-1-
 Rekordweltmeisters in Interview.

Wie verlief der Tag in Schumachers Heimatstadt Kerpen?
Ich komme gerade vom Michael-Schumacher-Kartcenter. Dort haben viele Anhänger zu Michael Schumachers Geburtstag ihre Fankappen an den Zaun gehängt, auch einige kleine Rennautos mit Kerzen darauf sind dabei. Das ist eine Fanaktion von uns, zusammen mit dem befreundeten Schumacher-Fanclub Nordamerika. Das hat mich sehr bewegt.

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Wie geht es den Kerpenern?
Sehr, sehr schlecht. Einige Kerpener haben vor lauter Trauer kein Silvester gefeiert und manche haben sogar gefordert, dass das alle so machen sollen. Ich finde aber, jeder soll damit umgehen, wie es für ihn am besten ist.

Und wie gehen Sie damit um?
Ich habe aus dem Fernsehen von dem Unglück erfahren. Mir und den anderen Vorstandsmitgliedern fehlt im Moment die Zeit zum Luftholen. Wir bekommen 200 E-Mails pro Stunde und alles ist auf drei bis vier Schultern verteilt. Ich habe mir Urlaub genommen, und der Vorfall bestimmt natürlich auch mein Familienleben. Wir sind überwältigt und machen uns große Sorgen um Michael Schumacher – ich bin schon seit 23 Jahren Fan von ihm.

Wie reagieren die anderen Fans?
Über unsere Internetseite, unsere Facebookgruppe und per SMS haben wir zahlreiche Zuschriften und Genesungswünsche aus aller Welt bekommen. Die Menschen suchen jemanden, mit dem sie reden können und erhoffen sich durch uns den Kontakt zu ihm.

Was hat Sie dabei besonders bewegt?
Wir haben Zuschriften von Menschen bekommen, die selbst so einen schweren Unfall mit Schädel-Hirn-Trauma hatten und wieder genesen sind. Das macht uns sehr viel Mut.

Ist die Mitgliederzahl Ihres Clubs seit dem Unfall gestiegen?
Ja, inzwischen haben wir fast 600 Mitglieder. Im Moment nehmen wir aber keine weiteren Beitrittsanfragen mehr auf, sonst könnten wir die Flut an Genesungswünschen organisatorisch gar nicht bewältigen.

Steht Ihr Fanclub derzeit in Kontakt zur Familie Schumacher?
Nein, im Moment nicht. Wir respektieren, dass dies eine Zeit ist, in der er seine Familie braucht. Wir haben deshalb auch keinen Kontakt zu seiner Managerin Sabine Kehm. Wir sammeln alle Zuschriften, drucken sie aus und werden diese dann später einem hoffentlich gesunden Michael Schumacher übergeben.

Kennen Sie Herrn Schumacher eigentlich persönlich?
Ja, wir stehen häufig in Kontakt zur Familie Schumacher und haben auch ihn selbst oft getroffen. Er ist ein sehr netter und freundlicher Mensch. Was ihm gerade passiert, ist für jeden eine sehr harte Zeit.

Von Sabrina Mazzola

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