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Sportbuzzer Mit Silber vor den Traualtar
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00:15 15.08.2013
Christina Schwanitz hat mit einem phantastischen letzten Stoß die ersehnte Medaille errungen. Quelle: dpa
Moskau

Es war ein hartes Stück Arbeit - der Kampf um die erste große Freiluft-Medaille für Christina Schwanitz. Ein Feuerwerk im letzten Versuch musste her, so wie bei ihrem Hallen-EM-Titel im März in Göteborg. Die Serie der 27-Jährigen vom LV 90 Erzgebirge war stabil auf hohem Niveau. Doch die Früchte im Kräftemessen mit den Weltbesten aus Neuseeland, China und den USA hingen wahnsinnig hoch. Anders ausgedrückt: Sie lagen rund 20 Meter vom Kugelstoß-Ring entfernt. Auf eine solche Weite war Christina Schwanitz eingestellt. Im sechsten Durchgang platzte der Knoten: Nach 19,74 m im fünften Stoß steigerte sich der Schützling von Sven Lang aus Markkleeberg auf 20,41 m. Bedeutet: Persönliche Bestweite und der Sprung vom fünften Platz auf den Silber-Rang!

Der Rest war grenzenloser Jubel. Die gebürtige Dresdnerin fiel der nunmehr vierfachen Weltmeisterin Valery Adams (20,88 m) um den Hals, auf der Tribüne wurde Sven Lang von Trainer-Altmeister Werner Goldmann fast erdrückt.

Früher war sie der Inbegriff des Nervenbündels. Inzwischen beruhigt Christina Schwanitz schon mal den Coach. „Ist doch klar, dass er auch aufgeregt ist“, meinte sie nach der Qualifikation, als ihr erster Stoß bei 18 m ins Gras plumpste. „Er sagte: Mache dies, mache das. Ich sagte nur: Ja, ja Trainer, das wird schon.“ Denn erst am Montag kam es drauf an: „Warum soll ich Kraft vergeuden?“

Die Kugelstoßerin Christina Schwanitz hat am Montag die Silbermedaille bei der Leichtathletik-WM in Moskau gewonnen. Im letzten Versuch schaffte sie 20,41 Meter.

2009 kam Schwanitz aus Stuttgart zurück nach Sachsen. Doch nicht auf Anhieb fruchtete das veränderte Training. Nach ihrem EM-Titel im März in Göteborg hatte sie gemeint, dass das Vertrauensverhältnis zum Trainer im letzten Jahr noch enger geworden ist. Das bestätigt der Coach: „Früher habe ich manchmal auf 18,70 Meter gehofft – und es wurden sechsmal 17,20. Die Gefahr sehe ich heute nicht mehr. Christina ist stabil geworden.“

Was vor allem am Kopf liegt. Am Montag lautete ihr Motto: „Ich kann an den Weiten der anderen nichts ändern, ich kann mich nur auf mich konzentrieren.“ Das schaffte sie mit Bravour. Eines hatte ihr Lang mit auf den Weg gegeben: „Es wäre sicher ein Fehler, Valery Adams schlagen zu wollen.“ Die Neuseeländerin könne sich nur selbst bezwingen. Gestern stand die Neuseeländerin mal wieder über den Dingen. Nicht technisch, aber ihre Statur von 1,93 Größe und 120 Kilo Lebendgewicht verhalfen ihr nach zwei Olympiasiegen zum vierten WM-Gold.

Christina Schwanitz aber schaffte das, was sie sich vorgenommen hatte: „Ich will den Leuten zeigen, dass mir mein Sport Spaß macht. Ich freue, mich dass sie mir bei meinem Hobby zuschauen, für das ich viele Entbehrungen auf mich nehme. Lange Zeit habe ich gedacht: Oh Gott, jetzt gucken auch noch so viele zu.“ Sie sei viel entspannter geworden. „Früher bedeutete eine WM Stress pur, ich war bei Wettkämpfen wie blockiert. Jetzt bekomme ich meinen Puls in den Griff.“ Dabei half ihr Psychologin Grit Reimann aus Dresden.

Der nächste Höhepunkt in diesem Jahr steht in wenigen Wochen an – Christinas Hochzeit im September. Ihr Verlobter Tomas (ein Spanier) war am Montag nicht da, aus Kostengründen. „Wir haben noch einige Ausgaben im Herbst“, spielte die Braut auf die Party und die Flitterwochen in Mexiko an. Die gestrige Prämie von 40 000 Dollar kann sie bestens gebrauchen, wenngleich noch reichlich Steuern abgehen. Ihren Angetrauten lernte sie über den Sport kennen. Er sah sie 2008 bei den Olympischen Spielen im Fernsehen, nahm Kontakt auf. Zwei Jahre gingen E-Mails hin und her, beim ersten Date in Prag funkte es zwischen beiden. Nun heiratet der feurige Spanier eine Vizeweltmeisterin, die ebenfalls jede Menge Temperament mitbringt. Frank Schober

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