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Sportbuzzer Lisickis Rückkehr ist gelungen
Sportbuzzer Lisickis Rückkehr ist gelungen
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16:09 24.06.2014
Sabine Lisicki gewinnt ihr erstes Match in Wimbledon. Quelle: SUZANNE PLUNKETT
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London

Die Rückkehr an den Ort ihrer größten Erfolge und schmerzvollsten Niederlagen fiel erstaunlich sachlich aus. 353 Tage nach ihrem tränenreichen Abschied aus Wimbledon eröffnete Sabine Lisicki im Allerheiligsten des Tennissports offiziell das Frauenturnier. Beim 6:2, 6:1 gegen die Israelin Julia Glushko zeigte die blonde Berlinerin alles, was sie im All England Club so stark macht, ließ sich jedoch noch Platz für eine Steigerung.

Vor Lisickis erstem Auftritt auf dem Center Court hatte sich bereits Andrea Petkovic durchgesetzt. Die Halbfinalistin der French Open zog auf dem bislang so ungeliebten Rasen gegen Katarzyna Piter aus Polen mit 6:1, 6:4 problemlos in Runde zwei ein. Während im vergangenen Jahr noch die Bilder von Lisickis Tränen nach dem verlorenen Finale gegen Marion Bartoli um die Welt gegangen waren, war es diesmal die Französin, die hemmungslos weinte. Beim Münzwurf vor dem Match ließ die mittlerweile zurückgetretene Wimbledonsiegerin ihren Emotionen freien Lauf. Später verfolgte sie das Match sichtlich bewegt aus der Royal Box.

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Lisicki wirkte bei ihrem Auftritt gegen eine sichtlich überforderte Gegnerin dagegen eiskalt, auch wenn sie später meinte: "Ich war schon ziemlich nervös, als ich auf den Platz gekommen bin. Das Publikum hat mir jedoch unheimlich geholfen." Nur 57 Minuten dauerte die Demonstration ihrer Stärke, eine knappe Stunde, in der die Krise vergessen war, alle Kritik der vergangenen Monate keine Rolle mehr spielte. "Dies ist solch ein spezieller Platz für mich", sagte Lisicki: "Er gibt mir so viel Selbstvertrauen."

Das benötigt die 24-Jährige auch, denn im Turnierverlauf warten noch deutlich unangenehmere Gegnerinnen, als die Weltranglisten-79. Glushko. In Runde zwei bekommt es Lisicki mit Karolina Pliskova aus Tschechien zu tun, gegen die sie in diesem Jahr bereits beim Sandplatzturnier in Madrid gewonnen hat. Als Favoritin geht auch Andrea Petkovic in ihrer Zweitrundenpartie gegen die Rumänin Irina-Camelia Begu an den Start. Mit einem Erfolg am Donnerstag könnte die 26 Jahre alte Darmstädterin ihr bestes Wimbledon-Ergebnis egalisieren. "In diesem Jahr fühle ich mich nicht so schlecht auf Gras", sagte Petkovic, "auch wenn es nie mein Lieblingsbelag wird, habe ich mich verbessert".

Gemeinsam mit Trainer Eric van Harpen hat sich Petkovic Variationen für den schnellen Rasen im Londoner Südwesten erarbeitet. "Ich versuche, neue Dinge auszuprobieren. Ab und an Serve-and-Volley oder mal einen Slice", sagte die ehemalige Top-Ten-Spielerin und scherzte: "Manchmal weiß ich aber auch nicht so genau, was ich tue."

Anders als Lisicki hat sich Petkovic nie für das intuitive Spiel auf Rasen begeistern können, allerdings sagt sie von sich, mittlerweile geduldiger geworden zu sein. "Ich brauche einfach länger, um mich mit der Umstellung anfreunden zu können. Ich glaube, dass ich damit nun besser umgehen kann als früher."

SID