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Sportbuzzer Neuer Trainer bei den Indians
Sportbuzzer Neuer Trainer bei den Indians
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07:31 01.12.2011
Von Björn Franz
Bei seiner ersten Trainingseinheit am Pferdeturm hatte der neue Indians-Trainer Christian Künast einigen Gesprächsbedarf mit seiner neuen Mannschaft.
Bei seiner ersten Trainingseinheit am Pferdeturm hatte der neue Indians-Trainer Christian Künast einigen Gesprächsbedarf mit seiner neuen Mannschaft. Quelle: zur Nieden
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Hannover

Er verlor nicht viel Zeit. Kaum hatte Christian Künast am Mittwoch um 18.29 Uhr erstmals die Eisfläche des Stadions am Pferdeturm betreten, da begann der neue Cheftrainer des Eishockey-Zweitligisten EC Hannover Indians auch schon mit der Problembeseitigung. Künast, der am späten Dienstagabend die Zusage erhielt und sich am Mittwochmorgen mit dem Auto aus Landshut auf den Weg in Richtung Hannover machte, nahm sich den bislang enttäuschenden Kanadier Dylan Gyori beiseite. Ein paar aufmunternde Worte, ein kurzer Klaps – und weiter ging es.

Am Montag war der ehemalige Nationaltorwart, der bislang lediglich Erfahrung als Kotrainer beim Erstligisten Hannover Scorpions vorweisen kann, schon einmal zu Gesprächen über die Nachfolge des entlassenen Bernhard Kaminski in Hannover gewesen. Und dabei hatte er offenbar einen so guten Eindruck auf die beiden Indians-Gesellschafter Dirk Wroblewski und Bernd Blumenthal gemacht, dass sie sich gegen den deutlich erfahreneren Kanadier Kim Collins und einen weiteren Kandidaten entschieden, dessen Namen Wroblewski für sich behalten will. „Wir hatten den Eindruck, dass er uns von den Trainern, die zur Verfügung standen, am meisten weiterhelfen und die meisten Impulse setzen kann“, erklärte Wroblewski.

Damit begann der 40-Jährige bereits am Mittwochabend bei seiner ersten Trainingseinheit. „Auf geht’s, Boys“, schallte es immer wieder im bajuwarisch-englischen Sprachmix über die Eisfläche. Künast sprach viel. Zu den Spielern und mit ihnen. Denn viel Zeit bleibt dem neuen Coach, der einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieb, bis zum ersten Härtetest nicht. Schon am Freitagabend (20 Uhr) steht das Heimspiel gegen die Bietigheim Steelers auf dem Programm, bei denen mit Kevin Gaudet neuerdings ebenfalls ein ehemaliger Scorpions-Trainer an der Bande steht.
Das Interesse an dem neuen Mann bei den Indians hielt sich am Mittwoch allerdings noch in Grenzen. Wohl auch deshalb, weil die Verpflichtung erst am frühen Nachmittag bekannt gegeben worden war, fanden sich lediglich etwa 20 Fans am Pferdeturm ein.

Dafür bekamen diese sowie die beiden ebenfalls anwesenden Gesellschafter Wroblewski und Blumenthal auch gleich einen kleinen Eindruck davon, wie Künast die Stimmung innerhalb der Mannschaft nach lediglich zwei Siegen aus den vergangenen acht Spielen heben will: Zum Abschluss ließ der neue Coach einen Penaltywettbewerb austragen, der aus dem Trainingsprogramm des ehemaligen Scorpions-Trainers Hans Zach bekannt ist, an dessen Seite Künast vor eineinhalb Jahren deutscher Meister wurde. Und als Ryan McDonough das entscheidende Tor für seine in Rot gekleidete Mannschaft erzielt hatte, hallte tatsächlich lauter Jubel des Siegerteams durch die Halle.

In der werden die Indians am Freitag gegen Bietigheim übrigens ohne einen Neuzugang auflaufen. Zwar hatte der Klub die Verpflichtung eines neuen Verteidigers bereits ins Auge gefasst. Doch Künast stoppte die Bemühungen vorerst. „Er will sich erst einmal ein Bild von den Spielern machen, die wir haben“, erklärte Wroblewski. „Vielleicht braucht er ja gar keinen neuen Verteidiger.“