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Sportbuzzer Nachwuchs truimphiert bei Saisonfinale
Sportbuzzer Nachwuchs truimphiert bei Saisonfinale
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19:52 25.10.2015
Von Carsten Schmidt
Jockey Filip Minarik freut sich über den Sieg mit Early Morning beim Preis des Gestüts Fährhof. 
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Langenhagen

Beim Saisonfinale liefen die zweijährigen Stuten Wild Approach und Shy Witch zu jeweils beeindruckenden Siegen in ihren Rennen. Und besonders erfreulich für den Standort Langenhagen ist, dass beide im benachbarten Trainingszentrum vorbereitet werden.

Shy Witch bestand am Sonntag schon eine Fortgeschrittenenprüfung. Sie gewann den Großen Preis der Mehl-Mülhens-Stiftung über 1400 Meter. „Vielleicht war sie etwas früh vorn“, sagte Trainer Hans-Jürgen Gröschel, aber Jockey Ian Ferguson war erfahren genug, um die Spitze in dem mit 25 000 Euro dotierten Listenrennen gegen die aufrückende Konkurrentin Blumenfee aus dem Quartier von Jens Hirschberger zu verteidigen. „Sie ist schon eine tolle Stute“, sagte Gröschel lobend über Shy Witch, die zuvor schon Zweite in einem Gruppe-III-Rennen geworden war. Auch Besitzerin Karin Schwerdtfeger freute sich, die passionierte Züchterin war aus ihrer Heimat München eigens für dieses Rennen nach Langenhagen gekommen. „Ich kenne Herrn Gröschel seit 25 Jahren“, sagte sie. „Für mich ist er der beste Trainer.“

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Wild Approach startete in einem Rennen der niedrigeren Kategorie D. Der Zweijährigen aus dem Gestüt Brümmerhof gelang mit dem Sieg im Sea-The-Moon-Rennen über 1600 Meter ein Debüt, das nachhaltig in Erinnerung bleibt. Trainiert wurde sie in den vergangenen Wochen von Dominik Moser, nachdem Paul Harley seine Tätigkeit auf der Neuen Bult beendet hatte und Nachfolgerin Melanie Sauer erst am 1. November ihre Arbeit aufnimmt. „Ich danke dem Team, dass es in der schwierigen Zwischenphase so mitgezogen hat“, sagte Besitzer Gregor Baum und ergänzte: „Es war aber eine knappe Sache.“ Wild Approach und Jockey Filip Minarik setzten sich erst kurz vor dem Ziel an die Spitze.

Baum freute sich aber auch, dass er als Präsident des Hannoverschen Rennvereins (HRV) und gestriger Gastgeber noch zwei Toprennen präsentieren konnte. Im Großen Preis des Gestüts Fährhof über 2200 Meter (Gruppe III, Preisgeld 55 000  Euro) gab es ein faszinierendes Finale, das wieder das beste Ende für Minarik bereithielt. Er ritt die sechsjährige Stute Early Morning zum Sieg, Trainer des Pferdes ist Andreas Bolte. Im dritten Höhepunkt des Tages, dem mit 25.000 Euro dotierten Großen Preis der Besitzervereinigung über 1600 Meter (Listenrennen) gab es einen überlegenen Favoritensieg durch Ajaxana, die von Waldemar Hickst trainiert wird und von Setphen Hellyn geritten wurde.

8200 Zuschauer sorgten zum Finale 2015 auf der Rennbahn noch einmal für einen zufriedenstellenden Besuch beim „Renntag der Gestüte“. Zufrieden war Baum auch mit der Resonanz auf den Galoppsport-Expertentag am Sonnabend mit etwa 300 Teilnehmern. Den einzigen Wermutstropfen gab es im Preis der Gestüte über 2000 Meter. Der Wallach Virginia Boy aus Hirschbergers Stall verletzte sich im Rennen so schwer, dass er eingeschläfert werden musste.    

Kommentar: Das Niveau bleibt hoch

Es ist einfacher, nach vorn zu kommen als die Spitze zu verteidigen. Diese Erfahrung macht der Hannoversche Rennverein (HRV): Die vor zwei Jahren erzielten Rekordmarken bei Besuchern und Wettumsatz wurden 2015 nicht erreicht.

Diese Entwicklung steht eher für Grenzen des Wachstums als für einen besorgniserregenden Abschwung. Die Zahlen befinden sich auf einem unverändert hohen Niveau. Wieder liegt der Wettumsatz bei etwa 200  000 Euro pro Renntag, und wieder kamen mehr als 10.000 Besucher im Schnitt zu den acht Veranstaltungen. Das ist weit entfernt von einer Situation wie 2004, als dem HRV der Konkurs drohte.

Wer auf das Programm 2015 blickt, erkennt sogar gewisse Steigerungen. An Wochenenden war mindestens ein internationales Rennen angesetzt gewesen, zudem gab es einen weiteren Motto-Renntag (Oktoberfest). Der HRV wirbt mit mehr Sport und Unterhaltung zugleich um Sponsoren, die im Sport immer wählerischer werden.
Ein Garant für einen soliden HRV bleibt Präsident Gregor Baum. Der Unternehmer hat nicht nur exzellente Kontakte in die Wirtschaft, er achtet auch darauf, dass Einnahmen und Ausgaben einander die Waage halten.     

Bult 2015 in Zahlen

  • 1. Rennen: Quenby (E. Pedroza) – Fidelberta – Kristall Brise; Siegwette 11:10; die Platzwetten wurden zurückgezahlt; Zweierwette 33:10; Dreierwette 124:10.
  • 2. Rennen: Wild Approach (F. Minarik) – Zawadi – Lopera; 20:10; 12, 32, 12:10; 934:10; 3163:10.
  • 3. Rennen: Swinging Duke (M. Seidl) – Nimrod – Prince Apache; 149:10; 26, 12, 16:10; 392:10; 2415:10.
  • 4. Rennen: Shy Witch (I. Ferguson) – Blumenfee – Donna Doria; 33:10; 15, 14, 21:10; 99:10; 783:10.
  • 5. Rennen: Nura (F. Minarik) – Shy Moon – Zaphiras Adventure; 67:10; 20, 23, 24:10; 461:10; 4873:10.
  • 6. Rennen: Early Morning (F. Minarik) – Virginia Sun – North Mum; 135:10; 22, 15, 21:10; 1239:10; 5298:10.
  • 7. Rennen: Royal Solitaire (A. Starke) – Apoleon – Victorious; 70:10; 14, 13, 24, 21:10; 191:10; 3216:10; Viererwette 19 210:10.
  • 8. Rennen: Ajaxana (S. Hellyn) – Gereon – Rosebay; 31:10; 19, 18, 19:10; 240:10; 823:10.
  • 9. Rennen: Memel (A. Helfenbein) – Glad Libero – Polarstern; 22:10; 15, 20:10; 109:10; 321:10.
  • 10. Rennen: Zitat (S. Hellyn) – Highland Fighter – Holy Rose; 23:10; 12, 14, 13:10; 179:10; 358:10.
  • Besucher: 8200
  • Wettumsatz: 207 427,94 Euro

Bult-Jahresbilanz

  • Besucherschnitt pro Renntag: 10.137 (2014 11.230)
  • Wettumsatz im Schnitt pro Renntag: 199.604 Euro (2014 213.000)

Bult-Termine 2016

  • 1. Mai: 96-Renntag
  • 16. Mai: Renntag der Hannoverschen Volksbank
  • 19. Juni: VGH-Renntag
  • 21. August: Ascot-Renntag
  • 18. September: Renntag der Landwirtschaft
  • 2. Oktober: Oktoberfest-Renntag
  • 
30. Oktober: Saisonfinale

Geplant ist wieder ein After-Work-Renntag, der aber noch nicht fest terminiert ist. Er wird wahrscheinlich in im Juli oder Anfang August ausgetragen werden.
(Alle Angaben ohne Gewähr)     

24.10.2015
Jörg Grußendorf 23.10.2015
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