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Sportbuzzer Sabine Lisicki verliert Wimbledon-Finale
Sportbuzzer Sabine Lisicki verliert Wimbledon-Finale
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18:42 06.07.2013
Sabine Lisicki (hinten) gratuliert Marion Bartoli nach dem Finale zum Wimbledon-Sieg.
Sabine Lisicki (hinten) gratuliert Marion Bartoli nach dem Finale zum Wimbledon-Sieg. Quelle: dpa
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London

Aus der Traum vom ersten deutschen Wimbledon-Sieg seit Steffi Graf! Sabine Lisicki hat den Titel beim wichtigsten Tennisturnier der Welt klar verpasst. Die 23 Jahre alte Berlinerin musste sich am Samstag im Endspiel Marion Bartoli aus Frankreich nach einer ungewohnt schwachen Leistung 1:6, 4:6 geschlagen geben.

Aus der Traum vom ersten deutschen Wimbledon-Sieg seit Steffi Graf! Sabine Lisicki hat den Titel beim wichtigsten Tennisturnier der Welt klar verpasst. Die 23 Jahre alte Berlinerin musste sich im Endspiel Marion Bartoli aus Frankreich nach einer ungewohnt schwachen Leistung 1:6, 4:6 geschlagen geben.

Die 1,78 Meter große Rechtshänderin war die erste Deutsche im Wimbledon-Endspiel seit Steffi Graf 1999. Trotz der bitteren Niederlage wird sich Lisicki in der Weltrangliste von Platz 24 auf 18 verbessern. „Ich verstehe genau, wie Sabine sich fühlt“, sagte Bartoli, die 2007 das Finale gegen Venus Williams verloren hatte und es nun besser machte: „Ich kann es noch nicht richtig glauben. Ich habe so lange von diesem Moment geträumt.“

In ihrem ersten Finale bei einem Grand-Slam-Turnier wirkte Lisicki lange Zeit hypernervös und unkonzentriert und konnte nicht an ihre vorherigen Glanzleistungen auf dem Heiligen Rasen anknüpfen. „Ich war überwältigt von der Situation“, gestand Lisicki bei der Siegerehrung ein. „Marion war zu gut. Ich hätte so gern gewonnen und hoffe, dass ich noch eine zweite Chance bekomme“, sagte sie und brach in Tränen aus. Schon während des zweiten Satzes hatte Lisicki aus Enttäuschung über ihre Leistung feuchte Augen bekommen.

Sabine Lisicki hat im Finale gegen Marion Bartoli den Wimbledon-Sieg verpasst. Sie hätte in die Fußstapfen von Tennis-Größe Steffi Graf treten können. Eine Übersicht über deutsche Wimbledon-Sieger im Einzel.

Die Zuschauer auf dem vollbesetzten Centre Court konnten nicht so recht glauben, was sie zu sehen bekamen. Ausgerechnet die bislang so nervenstarke Lisicki schien angesichts der historischen Bedeutung des Augenblicks völlig zu verkrampfen. Einem Turnier voller Emotionen und Tränen, zwei Wochen voller Leidenschaft und schier aussichtslos erscheinenden Aufholjagden blieb die Vollendung im finalen Akt versagt.

Vor den Augen der großen alten Damen des Tennissports wie Martina Navratilova, Martina Hingis, Virginia Wade, Margaret Court, Jana Novotna und Billie Jean King war es Bartoli, die nach 1:21 Stunden ihren ersten Titel bei einem Grand-Slam-Turnier feiern durfte.

In einem packenden Halbfinale schenkten sich Sabine Lisicki und Agnieszka Radwanska nichts. Am Ende konnte sich Lisicki allerdings durchsetzen und zog ins Finale von Wimbledon ein. Dort wartet Marion Bartoli aus Frankreich.

Dabei galt Lisicki vor dem Endspiel als Favoritin. Keine andere Spielerin im Feld hatte so schwere Gegnerinnen aus dem Weg zu räumen wie sie. Nacheinander schaltete sie die unangenehme Francesca Schiavone, die auf Rasen exzellente Jelena Wesnina, die frühere US-Open-Siegerin Samantha Stosur, die fünfmalige Wimbledon-Siegerin und Weltranglisten-Erste Serena Williams, Kerber-Bezwingerin Kaia Kanepi und die Weltranglisten-Vierte Agnieszka Radwanska aus.

„Es war bislang eine großartige Reise. Sie ist noch nicht zu Ende. Seit Turnierbeginn hatte ich gute Matches und große Herausforderungen, die mich vorbereitet haben. Ich bin wirklich bereit“, hatte Lisicki vor ihrem ersten großen Finale gesagt.

Doch gegen die unorthodox spielende Bartoli mit der beidhändigen Vor- und Rückhand aber fand die Reise ein jähes Ende. Nach 29 Minuten entschied Bartoli den ersten Satz für sich. Nur 54 Prozent von Lisickis ersten Aufschläge landeten im Feld, sie leistete sich 14 unerzwungene Fehler, Bartoli nur vier.

Zwar gelang Lisicki gleich im ersten Spiel des ersten Satzes ein Break - es blieb aber bis zum Beginn des zweiten Durchgangs ihr einziger Spielgewinn. Obwohl die Berlinerin vor Satz zwei kurz den Platz verließ und anschließend mit einem Ass startete, konnte sie das Match auch nach einer kurzen Aufholjagd von 1:5 auf 4:5 sowie drei abgewehrten Matchbällen nicht mehr drehen und musste sich am Ende klar geschlagen geben.

Damit bleibt Steffi Graf die bislang letzte deutsche Gewinnerin in London. Die siebenmalige Turniersiegerin hatte 1996 ihren letzten Wimbledon-Titel gefeiert.

Schlaglichter in der Karriere von Sabine Lisicki

Als Tennisprofi hat Sabine Lisicki im Januar 2008 erstmals für Schlagzeilen gesorgt. Die Nachrichtenagentur dpa listet wichtige Schlaglichter ihrer Karriere auf:

Januar 2008: Bei den Australian Open steht Sabine Lisicki erstmals im Hauptfeld eines Grand-Slam-Turniers. In der zweiten Runde schlägt die 18-Jährige die Russin Dinara Safina und sagt: „Ich will die Nummer eins der Welt werden“. In der dritten Runde scheidet sie aus.

Februar 2008: Lisicki debütiert im Fed Cup und fügt der ehemaligen Weltranglisten-Ersten Lindsay Davenport die erste Niederlage im Fed Cup seit Juli 1994 zu. „Das war ein Hammer“, sagt DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard. Deutschland verliert gegen die USA dennoch 1:4.

Juni 2008: Lisicki feiert Premiere in Wimbledon. In der ersten Runde verliert sie gegen Marion Bartoli 2:6, 4:6. Die Französin hatte im Jahr zuvor im Endspiel gegen Venus Williams aus den USA verloren. Trotz dieser Niederlage wird Wimbledon Lisickis Lieblingsturnier.

April 2009: Lisicki feiert in Charleston ihren ersten Turniersieg und den ersten deutschen Titel seit Anna-Lena Grönefelds Erfolg 2006 in Acapulco. „Wow!“, sagt Lisicki, die im Achtelfinale Venus Williams bezwungen hatte. „Es ist unglaublich, mein erster Titel.“

Juni 2009: Lisicki erreicht in Wimbledon das Viertelfinale. In der Weltrangliste steht sie auf Platz 41. Erste Vergleiche mit Steffi Graf kommen auf. „Ich habe Steffi Graf schon einmal getroffen, eine tolle Sportlerin. Sie ist auch mein Idol“, sagt Lisicki.

September 2009: Bei den US Open knickt Lisicki in ihrem Zweitrunden-Match gegen Anastasia Rodionova beim Matchball der Australierin um und wird mit einem Rollstuhl vom Court gefahren. Der befürchtete Bänderriss bestätigt sich nicht.

März 2010: Lisicki zieht sich eine Knöchelverletzung zu und muss fünf Monate pausieren. Sie verpasst die French Open und Wimbledon. Bei den US Open scheidet sie in der zweiten Runde aus. In der Weltrangliste steht sie im September auf Platz 94.

Mai 2011: Bei den French Open in Paris muss Lisicki nach ihrer Dreisatz-Niederlage gegen die Weltranglisten-Dritte Vera Swonarewa völlig entkräftet mit einer Trage vom Platz gebracht werden. Einen Tag später stellen Ärzte eine Intoleranz auf Gluten fest.

Juni 2011: Beim Rasenturnier in Birmingham feiert Lisicki ihren zweiten Turniersieg. Im Finale schlägt sie die Slowakin Daniela Hantuchova. „Ich kann es nicht glauben. Es bedeutet mir so viel. Die Rückkehr nach der Verletzung war so schwierig“, sagt sie.

Juni 2011: Erst im Wimbledon-Halbfinale wird Lisicki von der Russin Maria Scharapowa gestoppt. Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner sagt: „Sabine hat ein Superturnier gespielt. Ich bin mir sicher, dass der ganz große Coup irgendwann kommen wird.“

Mai 2012: Lisicki klettert auf Platz 12 der Weltrangliste. Bei den French Open scheitert sie bereits in der ersten Runde an Bethanie Mattek-Sands aus den USA. Erneut machen ihr Knöchelprobleme zu schaffen, nachdem sie im April in Charleston umgeknickt war.

Juli 2012: In Wimbledon schlägt Lisicki im Achtelfinale Maria Scharapowa. Im Viertelfinale verliert sie das deutsche Duell gegen Angelique Kerber 6:3, 6:7 (7:9), 7:5. „Daraus werde ich lernen. Ich komme immer stärker heraus aus solchen Matches“, sagt Lisicki.

August 2012: Bei den Olympischen Spielen in London scheitert Lisicki im Einzel im Achtelfinale an Maria Scharapowa. Im Mixed verpasst sie mit Christopher Kas nur knapp Bronze. „Wir sind total enttäuscht. Das war das wichtigste Turnier meiner Karriere“, sagt Lisicki.

Februar 2013: Im Relegationsspiel in Frankreich gewinnt Lisicki ihr Einzel gegen Pauline Parmentier. Deutschland siegt dank zweier weiterer Punkte von Julia Görges 3:1. Später im Monat muss Lisicki im Finale von Memphis wegen einer Magen-Darm-Erkrankung aufgeben.

Juli 2013: In Wimbledon zieht Lisicki als erste Deutsche seit Steffi Graf 1999 ins Endspiel ein, der große Traum vom ersten Grand-Slam-Titel erfüllt sich jedoch nicht. Beim 1:6, 4:6 gegen die Französin Marion Bartoli kann Lisicki nie ihre Nervosität ablegen.

dpa

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Live gibt es den Auftritt von Sabine Lisicki im Finale von Wimbledon nur im Pay-TV bei Sky zu sehen. Wer kein Kunde des Bezahlsenders ist, muss daher auf Liveticker im Internet oder die englischsprachige Berichterstattung von Radio Wimbledon ausweichen.

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