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Sportbuzzer Sabrina Hering ist schlagfertig auf London-Kurs
Sportbuzzer Sabrina Hering ist schlagfertig auf London-Kurs
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19:36 12.08.2009
Daumen hoch: Als frischgebackene Juniorenweltmeisterin blickt Sabrina Hering in eine vielversprechende Zukunft. Quelle: Handout/privat

Mit fliegenden Paddeln in einem Rennboot über das Wasser jagen – das ist die Welt von Sabrina Hering. Seit ihrem elften Lebensjahr hat sich die heute 17-Jährige dem Kanusport verschrieben.

„Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich einmal bei einer Weltmeisterschaft gewinnen würde, den hätte ich für verrückt erklärt“, sagt die in Hemmingen wohnende Sportlerin. Als sie am vergangenen Sonntag in Moskau im Kajak-Zweier der Juniorinnen mit ihrer Partnerin Steffi Kriegerstein tatsächlich die gesamte Konkurrenz hinter sich ließ, übertraf sie alle Erwartungen – auch die eigenen.

„Es ist wirklich unbeschreiblich, ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Ich hab das noch gar nicht alles realisiert“, sagt Hering. Dabei war es reiner Zufall, dass sie überhaupt zum Kanu-Rennsport gekommen ist. „Mein Vater hat mich zu einer Wandertour mitgenommen, bei der ich mich auch selbst ans Ruder setzten durfte“, erzählt sie.

Ihr Talent und das Gespür für das Wasser fielen auf, es folgte prompt die Einladung zum Training der Jugendmannschaft des Hannoverschen Kanu-Clubs, bei dem sie heute noch trainiert. „Anscheinend war ich wirklich gut, denn kurze Zeit später wurde ich auch schon in den Landeskader berufen“, sagt Hering, deren Karriere anschließend Fahrt aufnahm: 2005 fuhr sie zu ihrer ersten deutschen Meisterschaft, zwei Jahre später folgte die erste WM. Für ihre Karriere im Kanuboot musste sie vieles aufgeben.

„Früher bin ich Rhönrad gefahren, zum Cheerleading und zum Schwimmen gegangen. Das alles geht jetzt nicht mehr“, sagt sie. Das aufwendige Training und die Berufsausbildung zur Sport- und Fitnesskauffrau lassen ihr kaum noch Zeit für andere Sachen. Mit ihrer Firma in Altwarmbüchen hat sie eine Teilzeitstelle vereinbart; das ermöglicht es ihr, das umfangreiche Trainingspensum zu absolvieren.

Allerdings muss die junge Sportlerin somit auch mit der Hälfte der üblichen Ausbildungsvergütung auskommen, und die verpassten Schulstunden muss sie alleine wieder aufholen. „Meine Noten sind nicht die besten“, räumt sie ein. „Aber so wie es jetzt läuft, bin ich ganz zufrieden.“

Wie ehrgeizig Hering ihren Sport betreibt, davon bekommt man einen Eindruck, wenn man sie bei einer Niederlage erlebt. „Danach darf man mich drei Stunden lang nicht ansprechen. Das nehme ich schon ernster als damals das Cheerleading, bei dem es hauptsächlich um Spaß und Partymachen ging“, sagt die Junioren-Weltmeisterin. Dabei gibt sie auch zu, dass sie zu Anfang nicht begeistert über die Berufung zum Kadertraining war.

„Nach und nach habe ich mich aber mit den anderen Athleten angefreundet. Inzwischen ist meine frühere Partnerin Debora Niche zu meiner besten Freundin geworden. Da sie in Berlin wohnt, sehen wir uns fast nur beim Kadertraining. Anschließend fährt man mit ein paar Tränen in den Augen wieder nach Hause.“

Nach ihrem großen Erfolg möchte die hannoversche Kanutin jetzt erst einmal durchatmen und sich wieder mehr Zeit für ihre Familie und Freunde nehmen, die aufgrund des straffen Trainingsprogramms vor der WM eher zu kurz gekommen waren. Außerdem will sie endlich ihren Führerschein machen, damit sie in dieser Hinsicht nicht länger auf Hilfe angewiesen ist.

„Für meinen Vater und für meinen Freund, der selbst Ruderer ist und so viel Verständnis für meinen vollen Terminkalender hat, ist es ein Fulltime-Job, mich überall herumzufahren“, sagt sie.

Und was hat sich Hering für ihre sportliche Zukunft vorgenommen? „Mein größter Traum ist die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London. Ich werde hart trainieren, um dieses Ziel zu ereichen“, sagt sie.

Zuvor stehen die erstmals stattfindenden Olympischen Juniorenspiele im nächsten Jahr in Singapur an. Als frischgebackene Weltmeisterin hat gezeigt, dass sie großem Druck gewachsen ist – die Chancen auf eine weitere internationale Medaille stehen offenbar nicht schlecht.

von Stefanie Kopei

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