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Sportbuzzer Nur noch Nebendarsteller
Sportbuzzer Nur noch Nebendarsteller
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11:26 21.07.2014
Foto: Für umjubelte Heimsiege sitzt Sebastian Vettel 2014 einfach im falschen Auto.
Für umjubelte Heimsiege sitzt Sebastian Vettel 2014 einfach im falschen Auto. Quelle: dpa
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Hockenheim

Die riesigen Champagner-Flaschen sah Sebastian Vettel auch in Hockenheim nur aus der Ferne, und so langsam hat er die gesündere Alternative satt. "Es ist schon schade, dass außer Apfelschorle momentan nichts drin ist", sagt der Weltmeister nach seinem Heimrennen - zur Saisonhalbzeit macht sich Ernüchterung breit. Der vierte Platz beim Heimrennen hatte erneut gezeigt, was derzeit maximal möglich ist für den strauchelnden Titelverteidiger: Die Rolle des besten Nebendarstellers.

Denn Vettels Leistung war durchaus stark am Sonntag in der Kurpfalz. Der Weltmeister zeigte eine konzentrierte Vorstellung und starke Überholmanöver, landete zudem erstmals in dieser Saison vor seinem jungen Teamkollegen Daniel Ricciardo, der am Ende Sechster wurde. Vettel habe "alles gemacht, was er konnte, das war fantastisch und toller Rennsport", sagte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Doch der Blick auf das Siegerpodest machte eben erneut überdeutlich, wo der kriselnde Weltmeister-Rennstall in diesem Jahr steht. WM-Spitzenreiter Nico Rosberg im überlegenen Mercedes war bei seinem Start-Ziel-Sieg zu jedem Zeitpunkt außer Reichweite, das war so zu erwarten gewesen. Doch auch gegen dessen drittplatzierten Teamkollegen Lewis Hamilton war Vettel ohne Chance - obwohl der Engländer vom 20. Startplatz ins Rennen gegangen war. Zudem zeigte der Finne Valtteri Bottas als Zweiter erneut, wie stark die von Mercedes angetriebenen Williams-Boliden in diesem Jahr sind.

Hoffen auf Budapest

Anders als so häufig zuletzt hatte Vettel dabei kein Pech mit der Wahl seiner Boxenbesuche, die drei Stopps am Sonntag "waren für uns die richtige Strategie", sagte der 27-Jährige. Der Rückstand von gut 20 Sekunden auf das Podest spiegelte damit schonungslos die Leistungsfähigkeit des RB10 wider, der auf den Vollgas-Passagen von Hockenheim erneut an seine Grenzen stieß. Hoffnung für das kommende Rennen in Budapest am Sonntag macht allenfalls das andere Streckenlayout. Der Kurs in Ungarn mit seinen fließenden Kurven gilt als das Monaco ohne Mauern. "Dort gibt es keine langen Geraden", sagt Teamchef Horner, "ich hoffe, dass uns das etwas hilft und dass wir näher herankommen." Allerdings hat Mercedes bisher auch auf solchen Strecken keine Schwächen gezeigt.

"Überholen ist für uns nicht einfach", fügt Vettel hinzu, "wir wissen, dass wir auf der Geraden dafür noch zu langsam sind." Umso größer war daher die Freude über seine gelungenen Manöver vor den heimischen Fans in Hockenheim. Wie schon im vergangenen Rennen in Silverstone lieferte sich Vettel ein packendes Duell mit seinem alten Rivalen Fernando Alonso, "irgendwie kommen wir uns öfter in die Quere in letzter Zeit", sagte der Hesse schmunzelnd. In Hockenheim nahm er es gar mit beiden Ferraris gleichzeitig auf.

Mit Geschick, Entschlossenheit und ein wenig Glück setzte er sich gegen Alonso und dessen finnischen Teamkollegen Kimi Räikkönen durch. "Das war richtig knapp, ging aber gut aus, und ich konnte beide Roten hinter mir halten", sagte Vettel, und seine Laune besserte sich gleich merklich. Der viermalige Weltmeister erfreut sich mittlerweile auch an den kleineren Erfolgen, denn er weiß, dass die großen Triumphe erst mal Rosberg und Mercedes vorbehalten sind.

Für umjubelte Heimsiege sitzt Sebastian Vettel 2014 einfach im falschen Auto.

sid

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